„Focus Money“: Gute Mifa-Bewertung

23.01.2013

In der Ausgabe 4/2013 des Finanzmagazins „Focus Money“ vom 16. Januar setzt sich der Burda-Verlag auf satten drei Seiten mit dem an der Börse gehandelten Fahrrad-Produzenten Mitteldeutsche Fahrradwerke AG (Mifa) auseinander. Bereits im Inhaltsverzeichnis auf Seite 4 wird dem Leser dieser Aktienwert mit dem Hinweis „Mitteldeutsche Fahrradwerke: Billig produzieren und bei E-Bikes reüssiereneine Erfolgsformel“ schmackhaft gemacht...

Dabei werden einige interessante Firmenziele, -daten und -erfolgsgaranten genannt. So wollen die Sangerhausener ihren Jahresumsatz in den kommenden vier bis sechs Jahren auf 200 Millionen Euro hochfahren – und damit quasi verdoppeln. Dank Zukäufe der Premiummarken Grace und Steppenwolf werde sich auch der Anteil des Gewinns am Gesamtumsatz stark erhöhen. Denn mit Grace und Steppenwolf im Rücken hat sich Mifa von seinem „nur billig“-Mantra gelöst und bietet heute neben der Auftragsproduktion für branchenfremde Massenanbieter auch eigene hochwertige Markenprodukte.
Was den Mifa-Umsatz auch sprudeln lässt: Der rechtzeitige Sprung auf den angefahrenen E-Bike-Boom. „Zwar machen die konventionellen Fahrräder immer noch den Löwenanteil des Umsatzes aus, doch die Elektroräder haben ihren Anteil innerhalb eines Jahres verdoppelt“, heißt es im vorliegenden Artikel (Überschrift: „Der Akku ist versteckt“). In Zahlen: Fuhr Mifa im Jahr 2011 mit Fahrrädern 80 Millionen Euro und mit E-Bikes 12,4 Millionen Euro ein, waren es 2012 immer noch gute 70,6 Millionen Euro mit Fahrrädern und schon satte 25,9 Millionen Euro mit E-Bikes.
Was sicherlich auch zu diese guten E-Bike-Ergebnis des letzten Jahres beigetragen hat: Der von Grace in das Unternehmen mitgebrachte Kunde Smart. Für die Daimler-Tochter baut das Team um Geschäftsführer Peter Wicht die E-Bikes. Des Weiteren rollt auch das über die Aktion Volks-E-Bike in der Bild-Zeitung protegierte (aber nicht im vorliegenden Artikel erwähnte) Volks-E-Bike aus der Made in Germany Produktion.
Was in dem Artikel auch noch hervorgehoben wird: Peter Wichts Mantra, die Frachtkosten der Fahrrad-Ware aus Fernost in die Waagschale zu werfen und es irgendwie zuschaffen, diesen Vorteil auszunutzen und dann billiger vor Ort zu produzieren. Geht das überhaupt? Wichts Antwort darauf heißt „Automatisierung“.
„Wie hoch sind die Personalkosten, die in einem Fahrrad stecken?“ heißt es im Vorspann der Focus-Money-Story. Um dann gleich die Antwort hinterher zu schieben: „18 Euro sind es bei der Mifa.“ Ob Einspeichen, Lackieren oder die Zuführung der Kleinteile - der Schlüssel des Erfolgs heißt Automatisierung. „Damit liegt Mifa deutlich unter den Personalkosten anderer Wettbewerber, sogar chinesischer Importe“, wird die Analystin der Berenberg Bank Alexandra Schlegel zitiert.
Was die Mifa-Aktie zudem so attraktiv mache: Seit der Wert nach dem Einstieg des bekannten aber auch nicht immer unumstrittenen Finanzunternehmers Carsten Maschmeyer im Oktober 2011 zu einem Kursprung ansetzte (und mit einem sagenhaften Plus von 123,7 Prozent zur Nummer Zwei der RadMarkt-Fahrradbörsen-Gewinner 2011 avancierte!), erklomm sie Anfang 2012 einen Höchststand von 11,91 Euro, bevor sie dann bis Ende letzten Jahres auf einen Wert von um die 6,70 Euro zurückfiel. Dieser Rückschlag sei im Zuge der Konsolidierung zu sehen und jetzt überwunden, heißt es bei Focus Money. Die Blattmacher räumen der Mifa-Aktie jetzt wieder ein Kursziel von 9,30 Euro ein.
Carsten Maschmeyer ist seit März 2012 übrigens auch größter Aktionär der Mifa. In Focus Money wird sein Einstiegsanteil mit 28 Prozent ausgewiesen. Genau genommen waren es aber 28,65 Prozent. Mit diesem Anteil war der Finanzunternehmer 2011 in Mifa eingestiegen und hat dann – wie der RadMarkt berichtete - seinen Anteil bis März letzten Jahres auf insgesamt über 33 Prozent hochgefahren. Mit diesem Aktienpaket im Rücken hat er dann auch die Wicht-Familie als größten Aktionär abgelöst. Mifa-Mitbegründer und -Geschäftsführer Peter Wicht hält allerdings weiterhin einen Mifa-Anteil von über 30 Prozent in seinen Händen.

Text: Jo Beckendorff/Abb.: Focus Money
 

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