Giant Group 2021: erneuter Umsatz- und Gewinn-Rekord – aber…

28.03.2022
 Giant Group 2021: erneuter Umsatz- und Gewinn-Rekord – aber…

Dank eines weiteren Nachfrage-Anstiegs nach Fahrrädern und insbesondere E-Bikes konnte Taiwans führender Fahrrad-Produzent Giant Group seinen 2020er-Umsatz und – Gewinnrekord im zweiten Corona-Jahr 2021 noch einmal toppen.

So konnte der letztjährige Gesamtumsatz im Vergleich zu 2020 noch einmal um zweistellige 17 Prozent auf nunmehr 81,8 Mrd. TSD (2,59 Milliarden Euro) hochschalten. Dank des starken Nachfrage-Booms und der damit einhergehenden Kapazitätsauslastung aller Giant Group- Produktionsstätten konnte auch der Nettogewinn nach Steuern um 19,8 Prozent auf 5,93 Milliarden TSD (187,94 Millionen Euro) einen neuen Rekord einfahren. Dabei spielte die E-Bike-Nachfrage aus den USA sowie Europa eine tragende Rolle. Davon hätten vor allem die E-Bike-Verkäufe unter dem eigenen Markenamen profitiert. Neben seiner Eigenmarke Giant lenkt der Anbieter auch noch die Eigenmarken Cadex, Liv und Momentum. Dazu gesellt sich dann auch ein starkes (OEM) Auftragsproduktions-Geschäft.
Der letztjährige Gewinn pro Aktie in Höhe von 15,80 TSD (0,50 Euro) ist laut Anbieter ebenfalls ein historischer Rekordwert. So wurde auf der Vorstandssitzung auch schon eine Bardividende in Höhe von 10 TSD (0,32 Euro) pro Aktie beschlossen. Sie wird auf der Jahreshauptversammlung am 23. Juni ausgeschüttet.
Kapitalerhöhung inklusive Ausgabe neuer Aktien
Gleichzeitig hat der Verwaltungsrat eine Kapitalerhöhung durch die Ausgabe von 17 Millionen neuen Aktien und die Ausgabe einer Wandelanleihe in Höhe von 4 Milliarden TSD (126,77 Millionen Euro) genehmigt. »Das zusätzlich aufgenommene Kapital soll vor allem zur Rückzahlung bestehender Kredite und zur Verbesserung der Finanzlage des Unternehmens verwendet werden«, heißt es dazu aus der Giant Group- Zentrale in Taichung.
4. Verkaufsquartal: hohe Kosten und Wechselkurse drücken Gewinn
Was den Taiwanern besonders am Herzen liegt: im vierten Verkaufsquartal 2021 gelang es ihnen, die Rohstoff- und Containerknappheit zu überwinden. So konnte man trotz aller Hürden einen konsolidierten Quartalsumsatz von 19,9 Milliarden TSD (630,78 Millionen Euro) einfahren – was im Vergleich zu den letzten drei Monaten des Vorjahres einem guten Plus von 13,6 Prozent entspricht. Dazu Giant Group: »Der weitere Anstieg der Rohstoffkosten, der Logistikkosten sowie der ungünstige Wechselkurs haben jedoch die Bruttomarge der Gruppe beeinträchtigt.«
In Zahlen: Der Nettogewinn des vierten Verkaufsquartals nach Steuern belief sich auf 1,1 Milliarden TSD (34,86 Millionen Euro) – was mit Blick auf den vergleichbaren Vorjahreszeitraum einem zweistelligen Minus von 16,5 Prozent entspricht.
Ausblick
Somit geht Giant Group das laufende Geschäftsjahr 2022 eher vorsichtigoptimistisch an. Sowohl Inflation als auch der Krieg in der Ukraine würden für derzeit nicht berechenbare Unsicherheiten sorgen. Ein weiterer Anstieg der Betriebskosten würde ebenfalls Druck auf die Rentabilität ausüben.
Was die Taiwaner trotz allem optimistisch nach vorn schauen lässt: wenn die Welt nach überstandener Pandemie in eine neue Normalität übergeht, würden die Menschen »gesundheitsbewusster denn je sein und sich weiterhin mit der Natur im Freien und online durch Indoor-Radfahren austauschen«. Ergo geht man auch davon aus, dass diese neue Normalität das Wachstum von Produkten für den mittleren und oberen Fahrradbereich weiter unterstützen wird. Darüber hinaus wachse weltweit das Bewusstsein für Umweltschutz. Die von den Ländern ergriffenen Maßnahmen zur Verringerung der Kohlendioxid-Emissionen würden ein fahrradfreundlicheres Umfeld schaffen. Somit werden, so das Kalkül der Giant Group, auch weiterhin mehr Menschen aufs Fahrrad oder E-Bike setzen.

Text: Jo Beckendorff

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