GKK: Hoffnung für sechs Karstadt-Warenhäuser

09.07.2020
GKK-Logo.

Nachdem der derzeit unter Schutzschirmverfahren um seine Zukunft ringende Warenhaus-Zusammenschluss Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) bereits im Zuge seiner Gesundschrumpfung bekannt gegeben hatte, 62 seiner bundesweit 172 GKK-Warenhäuser sowie 20 seiner 30 Karstadt Sports-Häuser dicht zu machen, will der zur Signa Retail Group gehörende Riese nach Gesprächen mit Vermietern und Arbeitnehmer-Vertretern jetzt eventuell doch zumindest sechs der 62 von der Schließung bedrohten Warenhäuser erhalten.

Laut der Deutschen Presse-Agentur (DPA) gibt es nach ersten Gesprächen wieder Hoffnung für die Karstadt-Warenhäuser in Chemnitz, Dortmund, Goslar, Leverkusen, Nürnberg-Lorenzkirche und Potsdam. Somit könnten 750 Arbeitsplätze erhalten bleiben – also nahezu die Zahl, die durch die Aufgabe von 20 Karstadt Sports-Häusern bundesweit auf der Strecke bleibt (700 Mitarbeiter, siehe RadMarkt-Meldung vom 22. Juni).
Laut DPA ist es »in schwierigen Verhandlungen gelungen, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so anzupassen, dass die Filialen fortgeführt werden könnten«. Für die übrigen 56 GKK-Warenhäuser gibt es aber »angesichts hoher Mieten und soziodemographischer Standort-Nachteile allerdings weiterhin keine wirtschaftliche Fortführungs-Perspektive«.
Anders ausgedrückt: nachdem Karstadt (allerdings vor Signa-Übernahme) zuerst seine Immobilien – quasi das Tafelsilber des traditionellen Anbieters – verkaufte und sich somit einst eine bessere Ausgangslage im Wettbewerb verschaffen wollte, sind es jetzt genau diese Immobilien, deren Miete GKK-Macher Signa Retail nicht mehr zahlen will. So werden nur jene Häuser gerettet werden können, für die der Vermieter ein attraktives (finanzielles) Entgegenkommen gegenüber GKK zeigt.
Hintergrund: auch Vermieter wissen, wie schwierig es derzeit sein dürfte, ein großes Haus in bester Citylage wieder zu vermieten. Es drohen lange Ausfallzeiten, die auch dem benachbarten Einzelhandel zu schaffen machen werden.
Dieses Wissen ist jetzt das neue Tafelsilber, dass GKK in den aktuellen Verhandlungen in die Waagschale wirft.

Text: Jo Beckendorff/DPA

Weitere Themen, die Sie interessieren könnten