GKK-Insolvenz: Gläubiger stimmen Rettungsplan wohl oder übel zu

07.09.2020
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Letzten Dienstag (1. September) hatte der angeschlagene und derzeit unter Schutzschirmverfahren agierende deutsche Warenhaus-Zusammenschluss Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) zu seiner Gläubigerversammlung geladen, auf der es um die Zukunft des Unternehmens ging. Letztendlich wurde dem vorgelegten Insolvenzplan der Unternehmensführung zur Rettung des Kaufhaus-Riesen mit großer Mehrheit zugestimmt. Was anderes ist den Gläubigern eigentlich auch gar nicht übriggeblieben.

Hätten sie nämlich nicht zugestimmt, wäre das Unternehmen zerschlagen worden und ihr gesamtes Geld futsch gewesen. Mit dem Segen der Gläubiger ist nun der Weg frei für eine Sanierung, der ihnen zumindest den Weg auf knapp fünf Prozent ihrer Forderungen offen hält (die sich übrigens auf rund 2,2 Milliarden Euro belaufen sollen).
Zum Zeitpunkt dieses Schreibens hatte weder GKK noch deren unter dem Dach von Signa Retail arbeitenden Mutter Signa Department Store Group eine offizielle Pressemeldung zur Gläubigerversammlung herausgegeben.
Dafür berichteten aber mehrere Presseagenturen und Tageszeitungen, dass besagte Gläubiger – zum Großteil Lieferanten, Vermieter und Beschäftigte – letztendlich bereit waren, dem vorgelegten Sanierungsplan zuzustimmen. Dazu erklärte GKK-Chef Miguel Müllenbach in einem Mitarbeiterbrief: »Der heutige Tag ist der Startschuss für einen Neuanfang, denn unser Unternehmen hat jetzt wieder eine gesunde Basis und die Aussicht auf eine sichere Zukunft.«
47 von 172 Filialen fallen wohl der Sanierung zum Opfer
»Neuanfang« heißt aber auch, dass nicht nur Gläubiger auf viel Geld verzichten, sondern an die 4.000 Mitarbeiter ihren Job verlieren. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sollen 47 von insgesamt 172 Kaufhof- und Karstadt-Filialen geschlossen werden. Während der Gläubigerversammlung protestierten einige Betriebsräte und Verdi-Mitglieder gegen diese im Sanierungsplan vorgesehenen Streichungen.
Was passiert mit GKK-Tochter Karstadt Sports?
Eine weitere Frage bleibt, was mit der zu GGK gehörenden Tochtergesellschaft Karstadt-Sports und deren Filialen und Abteilungen (die weiterhin Bikewear sowie hier und dort auch Fahrradteile und -zubehör anbieten) geschieht.
Branchenkenner verweisen darauf, dass der 2019 von Signa Retail von der Otto Group übernommende Sportfilialist Sport Scheck nicht dem ebenfalls zu Signa Retail gehörenden (und nicht von der Insolvenz betroffenen) Omnichannel-Sport und Bikeanbieter Signa Sports United (Internetstores mit Bikester und Fahrrad.de etc. sowie Outfitter, Probikeshop, Tennis Point usw.) zugeteilt wurde, sondern der GGK-Mutter Signa Department Store Group.
Besagte Branchenkenner rechnen damit, dass verbleibende Karstadt Sports-Filialen in das bundesweite Filialnetz von Sport Scheck integriert werden könnten. Ob dem so sein wird, wird sich sicherlich schon bald klären.

Text: Jo Beckendorff

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