GoPro-Geschäftsbericht 2019: Land in Sicht

24.02.2020
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Nachdem sich Actionsport-Kamerapionier GoPro Inc. im Jahr 2017 fast am Einstieg ins Drohnengeschäft verschluckt hatte und man 2018 zusehen musste, die Verluste in Grenzen zu halten und oben weiter mit zu schwimmen, scheinen die damals eingeleiteten Umstrukturierungen im Jahr 2019 erstmals Wirkung zu zeigen. So vermelden die Kalifornier in ihrem Geschäftsbericht 2019 ein im Vergleich zum Vorjahr eingefahrenes Umsatzplus von 4 Prozent. Des Weiteren wurde GoPro-Finanzchef Brian McGee (Bild unten) mit Wirkung vom 3. Februar zusätzlich zum Chief Operating Officer (COO) ernannt.

Kurzer Blick zurück: aufgrund des verlustbringenden Drohnengeschäfts, mit dem GoPro im Jahr 2017 und mit Blick auf den wachsenden Wettbewerb gleich mehrere Schritte auf einmal nehmen wollte, geriet der Anbieter in die Krise. Anfang 2018 – noch vor Bekanntgabe der Geschäftszahlen 2017 – brach der Aktienkurs des einstigen Börsenlieblings ein. Der drastische Kursrutsch beruhte sowohl auf der Ankündigung des Unternehmens, Stellen zu streichen als auch auf der Entscheidung, aus dem Drohnengeschäft auszusteigen. Danach mussten die Kalifornier erst einmal die Kurve kriegen.
Dass sie die gekriegt haben, untermauert der jetzt vorgelegte Geschäftsbericht 2019. Mit einem letztjährigen Gesamtumsatz von 1,20 Milliarden US$ (1,11 Milliarden Euro) erzielte man im Vergleich zu 2018 ein Plus von 4 Prozent. Ohne das aufgegebene Drohnengeschäft wären es laut Anbieter sogar ein Umsatzplus von 7 Prozent gewesen. Das bereinigte EBITDA – also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen, Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Mieten – lag mit 71,96 Millionen US$ (66,44 Millionen Euro) 230,4 Prozent über dem des Vorjahres. Zwar führte das alles in allem immer noch zu einem Gesamtverlust von 14,64 Millionen US$ (13,52 Millionen Euro). Im Vorjahr hatte der Verlust noch bei 109,03 Millionen US$ (100,68 Millionen Euro) gelegen.
Somit äußerte sich GoPro-Gründer und -CEO Nicholas Woodman sehr zufrieden: »GoPro erzielte 2019 sowohl ein Umsatzwachstum als auch eine ganzjährige Non-GAAP-Profitabilität, was auf den starken Durchverkauf während des gesamten Jahres und die Einführung unserer beiden neuen Flaggschiffe, ‚Hero8 Black‘ und ‚Max‘ im Herbst zurückzuführen ist. Wir glauben, dass wir gut positioniert sind, um sowohl die Marge als auch den Gewinn pro Aktie im Jahr 2020 dank der Stärke unserer gesamten Produktlinie, des margenstarken Plus-Abonnementsdienstes und der Monetarisierungsstrategie für Apps sinnvoll zu erweitern.«
Darüber hinaus wurde GoPro-CFO Brian McGee zusätzlich zu seiner seit März 2016 laufenden CFO-Funktion mit Wirkung vom 3. Februar zum Chief Operating Officer (COO) ernannt. Dazu Woodman: »Brian hat sich als eine enorm wichtige Führungskraft bei GoPro erwiesen, die ein tiefes Verständnis für unser Geschäft hat. Wir alle bei GoPro sind froh, mit Brian in seiner neuen erweiterten Rolle zusammenzuarbeiten.«

Text: Jo Beckendorff, Foto: GoPro

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