Greenstorm: Stühlerücken und neuer Mehrheitseigner

28.01.2021
Neuer und alter CEO: Carsten Greiner (l.) und Richard Hirschhuber.

Laut diversen Medienberichten in Österreich hat das 2018  »mit einem Investment im zweistelligen Millionenbereich« beim E-Mobilitätsdienstleister Greenstorm Mobility GmbHeingestiegene britische Private Equity-Unternehmen Bregal Milestone weitere (allerdings nicht näher benannte) Anteile an dem Erfinder des Tauschkonzepts »freie Hotelzimmer-Kapazitäten gegen E-Verleihräder« erworben. Somit halten die Briten jetzt eine Mehrheit an dem Kufsteiner Unternehmen in ihren Händen. Zudem sind die beiden Greenstorm-Gründer Richard Hirschhuber und Philipp Zimmermann aus dem aktiven Tagesgeschäft ausgeschieden.

Bereits Mitte September hatte der RadMarkt berichtet, dass Greenstorm-CEO Richard Hirschhuber den ausgewiesenen Mobilitäts- und Digitalexperten Carsten Greiner zum 1. September als Chief Commercial Officer (CCO) an Bord geholt hat. Dieser hat nach einer viermonatigen Einarbeitungszeit und wie vorab besprochen Hirschhubers Job als CEO am 1. Januar übernommen. Zusammen mit dem an Bord geholten Chief Financial Officer (CFO) Mathias Klein bildet er jetzt die Greenstorm-Geschäftsführung.
Greenstorm-Gründerduo raus aus dem Tagesgeschäft
Richard Hirschhuber selbst wird weiter beratend im Beirat, dem auch einige Vertreter von Bregal Milestone angehören, an Bord bleiben. Zudem hält er laut oben genannten Medienberichten weiterhin einen Anteil von 17 Prozent an Greenstorm in seinen Händen. Sowohl Hirschhuber als auch Greenstorm-Mitbegründer Philipp Zimmermann wollen sich – nachdem »ihr Baby« gut aufgestellt ist - neuen (allerdings zum Zeitpunkt dieses Schreibens noch nicht näher benannten) Projekten widmen.
Gegenüber der österreichischen Presse wollte der zum Jahreswechsel von COO zum CEO beförderte Carsten Greiner keine Details zur Greenstorm-Übernahme seitens Bregal Milestone kommentieren. Somit ist auch nicht bekannt, welche weitere Summe die Briten in das junge Austria-Unternehmen gesteckt haben.
Wie der RadMarkt bereits berichtete, hat sich Greiner vor seinem Einstieg bei Greenstorm als Gründer der Ferien-Autovermietungs-Plattform CarDelMar und Campstar – einer globalen Suchmaschine für alles rund um das Thema Camping – gemacht. Zuvor war er unter anderem als Marketing-Mann bei Autovermieter Europcar. Mit seiner Erfahrung im Sektor Digitalisierung und Verkauf will er auch bei seinem neuen Arbeitgeber Greenstorm einiges bewegen.
Konsolidierungsphase läuft auf Hochtouren
Fakt ist, dass das Greenstorm-Geschäft von der Corona-Pandemie arg ausgebremst wurde. Deshalb hatte Hirschuber im letztjährigen RadMarkt-Gespräch bereits bekannt gegeben, dass er gleichzeitig zum Einstieg von Greiner eine Konsolidierungsphase eingeläutet habe. Die soll dazu genutzt werden zu entscheiden, »was bestehen bleibt und was mehr oder weniger aufgegeben wird oder ruht«.
In der aktuellen österreichischen Berichterstattung gibt Greiner folgende Richtung vor: einerseits würde die Technologie weiter verbessert – ein neuer Online-Shop für die gebrauchten Räder sei bereits fertig. Andererseits sind für Privatkunden Service-Pakete geplant, die Wartung und Reparatur enthalten. Gleichzeitig will Greenstorm auch neue Regionen erobern – die Expansion will Greiner zunächst in Deutschland vorantreiben. Sein diesbezügliches Motto: »Von Tirol aus Richtung Norden.«

Text/Fotos: Jo Beckendorff
 

Weitere Themen, die Sie interessieren könnten