Insolvent: »Moover«-Macher Metz Mecatech GmbH

09.09.2020
Erster E-Tretroller mit Straßenverkehrszulassung: »Metz Moover«.

Der vor allem mit seinem hochwertigen und »Made in Germany« gefertigten E-Tretroller »Moover« auf sich aufmerksam machende Anbieter Metz Mecatech GmbH (vertreten durch Geschäftsführer Jouhki Lauri Christian) hat bereits am 25. August beim zuständigen Amtsgericht Fürth Insolvenz beantragen müssen. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Nürnberger Rechtsanwalt Dr. Harald Schwartz bestellt.

Ende 2017 präsentierte Blitzgeräte-, Kunststofftechnik- und Metallbau-Hersteller Metz Mecatech mit dem »Metz Moover« einen allerersten E-Tretroller, der als Grundstein des jungen Metz Mecatech-Geschäftsfelds Elektro-Mobilität galt. Der »Moover« bekam Anfang 2019 – also noch vor Verabschiedung der Elektro-Kleinstfahrzeug-Verordnung (eKFV) - in Deutschland als erster E-Tretroller via Straßenverkehrs-Sondergenehmigung eine Zulassung des Kraftfahrt-Bundesamtes. Damit war er laut Hersteller der erste seiner Art, der legal im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs sein durfte und alle an Qualitäts-E-Bikes gestellten Anforderungen (inkl. StVZO §20) erfüllte. Zur selben Zeit präsentierten die Zirndorfer ein allererstes und ebenfalls in Deutschland endgefertigtes 250 Watt E-Bike-Antriebssystem.
Was nun genau zur Schieflage geführt hat, lässt sich zumindest von RadMarkt-Seite nur mutmaßen. Fakt ist, dass der hochwertige E-Tretroller »Moover« das Nachsehen hatte, als nicht nur der deutschsprachige Markt von Billig-E-Tretrollern inklusive Verleih-Anbietern geflutet wurde.
Metz Mecatech reagierte Anfang 2020 mit »Moover Plus« - der Präsentation eines Upgrades, der laut Anbieter mit noch höheren Anforderungen an Zuladung und Motorstärke (500 Watt-Motor) punkten sollte. Damit wollte man wohl auch der Billigkonkurrenz entkommen (was letztendlich nicht gelang). »Moover Plus« sollte eigentlich ab Anfang April 2020 in den Fachhandel rollen. Im Mai sollten dann noch zwei Upgrade-Nachrüst-Kits für den »Moover« folgen. All diese Planungen wurden von der Corona-Pandemie ausgebremst.
Laut Branchenkennern ist es allerdings nicht das Corona-Virus alleine, dass das Unternehmen in Schieflage versetzte: es wurden weitaus weniger E-Tretroller und E-Bike-Antriebe als geplant verkauft. Und von den E-Bike-Antrieben hat man zum Beispiel auch nicht mehr viel gehört.
Neben der Metz Mecatech GmbH ist übrigens am Firmensitz in Zirndorf auch noch die Metz Consumer Electronics GmbH zu Hause. Dieses Unternehmen ist nicht von der Insolvenz betroffen. Beide Unternehmen sind 2015 aus der Insolvenz der Metz Werke GmbH & Co KG hervorgegangen.
Die Metz-Sparten Blitzgeräte und Kunststofftechnik wurden damals von der ebenfalls in der Fahrradbranche bekannten Fürther Daum-Gruppe (alias Daum Electronic GmbH) übernommen. Daraus entstand die jetzt insolvente Metz Mecatech GmbH.

Text: Jo Beckendorff, Foto: Metz Mecatech
 

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