Intense Cycles USA: „Second Act“

08.10.2014

Seit Anfang 2014 ist der einstige Pedro- und Crankbrothers-Mitbegründer Andrew Herrick (Bild rechts im weißen Hemd) als CEO bei Intense Cycles USA an Bord. Auf der diesjährigen Interbike war Herrick erstmals am Stand seines neuen Arbeitgebers vor Ort. Der RadMarkt sprach mit ihm über die hochwertige US-„Boutique Brand“ sowie die Beendigung der Geschäftsbeziehung mit dem Kelheimer Deutschland- und Österreich-Importeur Shocker Distribution zum 1. September 2014. Wie wird es auf diesen Märkten weitergehen?...

Seit Dezember 2013 steht Intense-Gründer und –Designer Jeff Steber (Bild links) ein neues Management-Team zur Seite. Zusätzlich kehrten einstige MTB-Größen wie Shaun Palmer ins erweiterte Intense-Team zurück. „Wir befinden uns derzeit in der Mitte einer Renaissance. Wer nennen diese spannende Phase ‚second act’“, erklärte uns Herrick, „einstige Piloten wie Palmer repräsentieren die Marke Intense wie kein anderer Wir haben ihn vermisst. Jetzt ist er zurück.“
Palmer, Brian Lopes & Co würden künftig zusammen mit dem Intense-Außendienst viele Fahrrad-Fachhandelspartner aufsuchen: „Sie sollen mit den Fachhändler und deren Kunden auch aktiv auf den Trail gehen.“ Nur so könne man Intense richtig erfahren.
Was bei Intense in der Vergangenheit die größte Herausforderung gewesen sei ist die Umstellung von einem Rahmen- zu einem Komplettrad-Anbieter. Nach wie vor würden die Alurahmen am Intense-Sitz im kalifornischen Temecula produziert: „Wir haben bei uns 12 CNC-Maschinen und eine eigene Pulverbeschichtungs-Anlage stehen.“ Die Intense-Historie wäre eng mit Alurahmen für Downhill-Boliden verknüpft. Man dürfe sich aber nicht den Marktentwicklungen verschließen: „Was Alurahmen betrifft haben wir Kapazitätsgrenzen. Und der Markt läuft Richtung Carbon.“
Seit drei bis vier Jahren werden auch Carbon-Rahmen angeboten. Die würden in China produziert und hauptsächlich in Temecula montiert. Dieser Schritt macht sich bezahlt: „Mittlerweile setzen 70 Prozent unserer Räder auf Carbon-Rahmen.“ Die Einstiegspreislage der hochwertigen Nischenmarke liegt bei stolzen 3.000 US$ (2.334 Euro). Künftig werde man auch seiner Linie treu bleiben ausschließlich Mountainbikes anzubieten: „Es gibt derzeit keinerlei Pläne außerhalb unseres Kernbereichs aktiv zu werden. Intense ist eine MTB-Marke.“
Allerdings müsse auch eine Boutique Brand wie Intense das heutige Geschäft global sehen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei man neben dem Heimatmarkt nur in Australien, Frankreich, Großbritannien, Kanada und Spanien bestes vertreten. Das vieles auch vom Importeur abhängt beweise das gute Geschäft in Frankreich und Spanien: „Das sind mit Abstand unsere zwei stärksten Märkte außerhalb den USA. Beide Länder werden von ein und demselben Importeur betreut. KP Sport macht einen phantastischen Job!“
Und wie geht es in Deutschland nach dem Aus von Shocker Distribution weiter? Da werde man sich Zeit lassen. „Wir wachsen derzeit auch ohne Deutschland außerhalb unserer Heimat so stark, dass wir uns das leisten können.“ Natürlich würde man diesen wichtigen Markt gerne wieder aufnehmen.
Zumal es auch weiterhin eine gute Verbindung dorthin gibt. In Sachen Carbonbike-R&D arbeitet Intense nämlich eng mit dem Freiburger Design- und Ingenieur-Unternehmen Seed Engineering zusammen. Dahinter verbirgt sich Oliver Römer – der Branche besser als Gründer und Geschäftsführer von Tout Terrain bekannt – und sein Partner Thomas Harter. Intense selbst spricht in diesem Zusammenhang gerne von „einer Synthese aus amerikanischen Design und Konzeption aus der Feder von Intense Gründer Jeff Steber gepaart mit deutschem Technik-Know-how inklusive Entwicklung und Teststandards von Seed Engineering“.
Nur: „Wenn wir in Deutschland wieder durchstarten dann muss das sofort sitzen. Wir denken langfristig. Außerdem funktioniert das nur über eine persönliche Ebene. Wir haben keine Investoren im Rücken.“

Text/Foto: Jo Beckendorff

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