Interbike: »Government Show Spezial« trifft U.S.-Anbieter

20.09.2018
Batch Bicycles-Chef Chris Keller.

Auf der derzeit laufenden US-Fahrradmesse Interbike 2018 in Reno (18.-20.9.) warf die U.S.-Regierung laut Batch Bicycles Geschäftsführer Chris Keller den heimischen Bikeanbietern ein spezielles »Government Show Spezial« zwischen die Beine: Ab kommenden Montag (24.9) tritt der von U.S.-Präsident Donald Trump initiierte Strafzoll auf nahezu alle Fahrradprodukte aus China in Kraft. Der dann gültige Strafzoll auf Fahrradimporte aus dem Reich der Mitte in die USA beträgt bis zum Jahresende 10 Prozent – und wird zum Jahreswechsel 2019 auf 25 Prozent erhöht.

Ausgenommen von dem Strafzoll auf in die USA rollenden Fahrradprodukte Made in China sind Fahrrad-Helme und –leuchten. Letzten August hatte Washington bereits einen Strafzoll in Höhe von 25 Prozent auf E-Bikes und E-Bike-Antriebe festgelegt. Insgesamt soll Fahrradware im Wert von circa 1 Milliarde US$ (857,34 Millionen Euro) von dem US-Strafzoll betroffen sein.
Laut Batch Bicycles Geschäftsführer Chris Keller werde man am kommenden Montag und mit Blick auf den Strafzoll leider nicht darum herum kommen, die VK-Preise zu erhöhen: »Und dann werden wir zum Jahreswechsel noch mal nachlegen müssen. Anders geht es nicht.«
Batch Bicycles ist eine in China produzierte Bikemarke aus dem Hause Huffy Corporation, die gerade ihren Launch mit einem eigenen Stand auf der Interbike feiert. Eigentlich wollte Großanbieter Huffy mit Batch die Lücke zwischen Massenmarkt und Fachhandel schließen – und mit der jungen Marke sein bisher den Massenmarkt anfahrendes Fahrradgeschäft Richtung Fahrrad-Fachhandel ausdehnen.
Die Premierenrange 2019 besteht aus fünf Kategorien mit 21 Modellen. Die werden jeweils in drei Farben angeboten und sollten in VK-Preislagen zwischen 89 und 499 US$ (76,33 bis 428,06 Euro) verkauft werden – (Einstiegs-)Preislagen, die laut Huffy im heimischen Fahrrad-Fachhandel unterrepräsentiert sind.
In diesem Zusammenhang deutet Keller auf ein europäisch angehauchtes und gut ausgestattetes Trekkingbike-Toppmodell (bei Batch Cycles unter «Commuter-Bike« rollend), dass eigentlich zu oben genannten attraktiven VK-Preis von 499 US$ angeboten werden sollte. Daraus wird jetzt laut Chris Keller nichts: »Momentan kostet es 499 US$. Ab Montag leider nicht mehr.« Dann ist der Kampfpreis, mit dem Batch Cycles auf der Interbike gegenüber dem angereisten U.S.-Fachhandel glänzen wollte, nicht mehr gültig.
Das trifft die junge Marke, die zuallererst ausschließlich in ihrer Heimat verkauft werden soll, besonders hart. Der Batch-Geschäftsführer hat aber noch Hoffnung, dass in Sachen Strafzoll weitere politische Gespräche geführt werden und das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Diese Hoffnung bezieht er aus der Tatsache, dass nicht sofort 25 Prozent, sondern in einem ersten Schritt und bis zum Jahresende zuerst einmal nur 10 Prozent verhängt werden.

Text/Fotos: Jo Beckendorff

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