Ispo Munich 2020: Top-Trend Nachhaltigkeit

31.01.2020
Auch wenn es zur Ispo Munich 2020 zumindest draußen nichts von Winter zu spüren gab: In den Messehallen stand nach wie vor der Wintersport und das dazu gehörige Equipment im Rampenlicht.

Am letzten Messetag (Mittwoch, 29. Januar) gab Messeorganisator Messe München bekannt, dass zu der diesjährigen Jubiläumsveranstaltung der 50. Ispo rund 80.000 Fachbesucher (Vorjahr: 80.200) aus 120 Ländern an den vier Messetagen gezählt wurden. Die konnten die Neuheiten Herbst/Winter 2020/21 von 2.850 Ausstellern (Vorjahr: 2.926) aus 55 Ländern begutachten.

Worauf Messe München nicht nur auf seiner Hauptpressekonferenz zum 50. Ispo-Jahr nicht ohne Stolz verwies: die heutige Ispo ist weit mehr als eine reine Produkt-Show, sondern ein globales Netzwerk, das »über die Messe hinaus Partnerschaften und Initiativen vorantreibt«.
Winter-Hartwaren-Revivial
Was allerdings auf der letztwöchigen Ispo Munich besonders auffiel: der bis dato ausbleibende Winter tat der Stimmung keinen Abbruch. Was sicherlich auch damit zusammenhängt, das der letztjährige gute Winter wieder richtig Zug ins Geschäft gebracht hat.
Das belegen vor allem die lange darbenden Wintersport-Hartwaren-Verkäufe: Ski und Snowboard scheinen nach Jahren des Absturzes in der guten Wintersaison 2018/2019 endlich wieder die Kurve nach oben gekriegt zu haben.
Anders ausgedrückt: Anbieter hoffen, endlich die Talsohle hinter sich gelassen zu haben. Das schlug direkt auf die Stimmung. Denn, so ein Brancheninsider: »Wenn die Hartware wieder Fahrt aufnimmt, tut das auch den Softwaren-Verkäufen gut.«
Bleibt allerdings abzuwarten, wie die Stimmung nach dem bisher trostlosen Winter 2019/2020 auf der Ispo Munich 2021 (28. – 31. Januar) aussehen wird. Auch, wenn der Schnee noch kommen sollte: Die Hartwaren-Verkaufspreise sind jetzt schon im Keller.
Allgegenwärtige Nachhaltigkeit
Was der Branche aber einen gehörigen Schub gibt - und quasi von der letztjährigen Outdoor by Ipso auf die Ispo Munich 2020 herüber schwappte , ist das Thema Nachhaltigkeit. Dieses Thema wird – definitiv angeführt von den Outdoor-Branche – nun auch von anderen Sportanbietern aufgriffen. Heute scheint es sich kein Sportanbieter erlauben zu können, seine Produkte ohne dem aufgegriffenen Trend-Thema Nachhaltigkeit zu präsentieren. Das Credo lautet: »Kauf hochwertig länger Haltbares und denk an die Umwelt (Stichwort recycelfähige Materialien) anstatt Nullachtfünfzehn.«
Schon paradox: So wird die Ispo Munich, die eigentlich zur Absatzsteigerung ihrer Aussteller beitragen soll, zu einer Veranstaltung, die fast schon zum (Konsum-)Verzicht aufruft.
Die Messe Munich selbst will in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit übrigens eine Vorreiterrolle spielen. Dies wurde unter anderem auf der oben bereits angesprochenen Hauptpressekonferenz zu 50 Jahren Ispo bekannt gegeben: die Messe ändert sich, um zu verändern.
Thema Fahrrad unter »ferner liefen«
Was das Thema Fahrrad betrifft, ist dieses zumindest auf der diesjährigen Ispo Munich kaum vertreten gewesen. Aussteller wie zum Beispiel Helm- und Brillenanbieter Kask, Uvex, Alpina, Shred (5. Bild unten), Scott etc., die in den letzten Jahren hier und dort auf dieser Messe auch ihre Fahrradprodukte präsentierten, verzichteten in diesem Jahr darauf. Was wohl auch an der guten Stimmung des Wintersport-Geschäfts zurückzuführen ist. Diese Welle will man reiten.
Der Geschäftsführer von Sports Nut GmbH Sven Mack begründete den Fokus seiner Importmarke 100% (1. Bild unten) - der US-Anbieter war zum dritten Mal als Aussteller in München dabei – auf Sportbrillen mit dem Fakt, dass »wir auf der Ispo Munich den direkten Kontakt zum Sportfachhandel suchen«. So waren weder Fahrrad-Brillen noch -Helme, die 100% erst letztens ins Portfolio neu aufgenommen hatte, am Stand des US-Anbieters zu sehen. Dazu noch einmal Mack: »100% ist auf dem Weg vom reinen Bike- und Active Lifestyle-Brillenanbieter zum Anbieter auch anderer Sportart-Brillen.« So waren am diesjährigen Stand zum Beispiel auch erstmals Bilder von Langläufern mit 100%-Brillen zu sehen.
Kompletträder waren nur an einigen Ständen wie zum Beispiel an dem im Bikebereich bestens aufgestellten Outdoor-Anbieter Vaude sowie beim Funktionswäsche- und Bikewear-Anbieter Uyn Sportwear (6. Bild unten) zu sehen. Uyn-Mutter Trerè lnnovation ist unter anderem auch Mutter der Fahrrad-Marke Titici.
Zudem waren unter dem Dach des erfolgreichen Start-up Wettbewerbs Ispo Brandnew mit den Newcomern Cowboy Bikes (3. Bild unten) aus Belgien und Infront Bikes (2. Bild unten) aus Freiburg zwei junge E-Bike-Anbieter vor Ort. Ansonsten war auf der Ispo Munich 2020 im Vergleich wenig Fahrrad zu sehen.

Text/Fotos: Jo Beckendorff

 

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