LEVA-EU: Vorstandsmitglied wird zum SBS-Experten ernannt

12.08.2020
Eddie Eccleston.

Nicht ohne Stolz gibt der europäische Lobbyverband für elektrische Leichtfahrzeuge LEVA-EU bekannt, dass sein Vorstandsmitglied Eddie Eccleston als Branchenkenner zum SBS-Experten ernannt wurde. Diese Organisation wird von der Europäischen Kommission beauftragt, die Interessen kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) an der europäischen Normung durch die Ernennung engagierter Experten zu überwachen. In seiner Position als SBS-Experte wird Eddie Eccleston dazu beitragen, bessere Regeln für in der Europäischen Union tätige LEV-Hersteller durchzusetzen. Aktuell heiß gehandeltes Thema sind zum Beispiel E-Lastenräder. In diesem Zusammenhang wird gerade eine Arbeitsgruppe aufgestellt.

Genau genommen steht »SBS« für »Small Business Standards«. Dabei handelt es sich um eine europäische gemeinnützige Vereinigung, die sowohl von der Europäischen Kommission als auch den EFTA-Mitgliedsstaaten mitfinanziert wird. Erklärte SBS-Ziel ist es, »die Interessen kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) im Normungsprozess auf europäischer und internationaler Ebene zu vertreten und zu verteidigen«. Darüber hinaus zielt SBS darauf ab, KMUs für die Vorteile von Normen zu sensibilisieren und sie zu ermutigen, sich am Normungsprozess zu beteiligen.
Stärkere LEV-Stimme auf EU-Ebene
LEVA-EU vertritt wiederum ein breites Spektrum von LEV-Herstellern in der EU, Norwegen, der Schweiz, Taiwan, China und Korea. Viele von ihnen sind kleine Unternehmen, die im europäischen E-Bike-Sektor tätig sind. »Es ist gut, dass LEVA-EU durch SBS eine stärkere Stimme erhält. Diese Schlüsselorganisation wird dazu beitragen, bessere Regeln und Vorschriften für den auf EU-Ebene nicht immer gut verstandenen LEV-Sektor durchzusetzen. Die Coronavirus-Krise beschleunigt den Einsatz von LEVs als sichere, alternative, umweltfreundliche und gesunde Mobilitätsform. Die Gesetzgebung muss jedoch mit dem Sektor Schritt halten. Es gibt ernsthafte Probleme, bei denen die Vorschriften für LEVs nicht zweckmäßig sind. Die müssen dringend gelöst werden«, betont Eccleston.
Forderung: Ausschluss von E-Cargobikes aus der L-Kategorie
Seine Ernennung erfolgt im Rahmen von LEVA-EU-Kampagnen u.a. für den Ausschluss von E-Cargo-Fahrrädern von der Gesetzgebung, von der er sagt, dass sie Industrien erstickt, die auf sie angewiesen sind.
LEVA-EU hat bereits an die Europäische Kommission geschrieben und eine dringende Gesetzesänderung für LEVs gefordert, die sich derzeit auf die technische Gesetzgebung für Fahrzeuge der L-Kategorie (Mopeds und Motorräder) konzentriert.
Hintergrund: der Europäische Rat und das Parlament haben 2013 beschlossen, in der Verordnung 168/2013 nur noch Pedelecs bis zu 25 km/h und 250 Watt von dieser L-Kategorie auszuschließen. Alle anderen E-Fahrräder werden in die technische Gesetzgebung aufgenommen, die ursprünglich für Mopeds und Motorräder mit Verbrennungsmotor geschrieben wurde.
Hürde Typengenehmigung und 250 Watt-Begrenzung
Heißt laut LEVA-EU auch, dass »Hersteller gezwungen sind, komplizierte und kostspielige Verfahren zu befolgen«. Um diese Verordnung und die daraus resultierende Typgenehmigung zu umgehen, beschränken sich E-Bike-Hersteller derzeit auf 250 Watt.
Dazu Eccleston: »Dies ist ein großes Thema, das ich bereits bei SBS angesprochen habe, und wir wollen so viel Input von den Herstellern von LEVs wie möglich. Die Leistungsbegrenzung auf 250 Watt, an die sich die Hersteller von E-Fahrrädern halten müssen, um sich aus der Typgenehmigung herauszuhalten, ist angesichts des steigenden Gewichts der Lasten und für hügelige Gebiete eindeutig unzureichend. Gleichzeitig verbieten die europäischen Städte Autos, Lieferwagen und Lastwagen - und E-Cargo-Bikes werden als eine glänzende Alternative angesehen. Aus diesem Grund und damit die Hersteller von E-Fahrrädern wirklich florieren können, ist es unerlässlich, dass diese Art von Fahrzeugen stärker von der Gesetzgebung ausgeschlossen wird. Nur so kann diese Industrie ihr volles Potenzial ausschöpfen.«
E-Bike KMU-Sprachrohr innerhalb der EU
In seiner Position als SBS-Experte wird der Branchenveteran die spezifischen Interessen der KMU in CEN TC 333-Zyklen überwachen. Dort will er sicherstellen, dass die Normen keine Anforderungen enthalten, die für KMU zu schwierig oder zu kompliziert sind, um sie überhaupt zu erfüllen.
»Jeden Tag erhält LEVA-EU Informationsanfragen von kleinen Unternehmen, die völlig unfähig sind, die für ihre Produkte geltenden EU-Regeln und Vorschriften zu verstehen«, legt Eccleston nach, »es ist unsere Hoffnung, dass SBS erheblich dazu beitragen wird, sowohl die Normen zu vereinfachen als auch sie durch eine bessere Harmonisierung unter den verschiedenen relevanten Richtlinien effektiver zu machen. Insbesondere wollen wir sicherstellen, dass der zukünftige Standard für E-Ladungs-Fahrräder auf kleine Unternehmen zugeschnitten ist.«
Neue Arbeitsgruppe mit Blick auf CEN TC 33
Momentan sei er bereits damit beschäftigt, eine Arbeitsgruppe für Unternehmen im E-Bike- und E-Cargobike-Sektor einzurichten, die er in seine Arbeit innerhalb des technischen Komitees CEN TC 33 einbringen wolle. Diese Arbeitsgruppe soll nicht nur Informationen darüber austauschen, was in CEN TC 333 vor sich geht, sondern auch die laufende Normungsarbeit konsultieren und diskutieren.
Eccleston arbeitet in der WG5 – EPACs (diese Gruppe entwickelte den Standard EN 15194:2017 und erörtert mögliche Korrekturen, Ergänzungen und Überarbeitungen) und in der WG9 - (E)Cargobikes (eine neue Arbeitsgruppe, die einen europäischen Normentwurf für (E)Cargobikes vorbereitet).

Text: Jo Beckendorff/LEVA-EU, Foto: LEVA-EU

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