Micromobility Expo 2022: »Mikromobile können Beitrag zur Wende leisten«

03.06.2022
Die Micro Mobility Expo zeigte eine Vielfalt von Lösungen für die Verkehrswende.

Für eine Entwicklung hin zu einer ressourcenschonenden, flexiblen und kosteneffizienten Mobilität sind bereits Know-how, eine breite Angebotspalette und politischer Wille vorhanden. Das stellen die Macher der Micromobility Expo in Hannover im Nachgang zu der in diesem Jahr auf einen Tag verdichteten Fachkonferenz fest, die am 19. Mai in Hannover stattfand.

»Wir freuen uns über die rege Beteiligung und die intensiven und sehr konstruktiven Gespräche. Die deutlich formulierten Forderungen und die Fülle an vorhandenen Lösungsmöglichkeiten haben klar gezeigt, dass eine Mobilitätswende machbar ist und dass Mikromobile und Leichtfahrzeuge einen wesentlichen Beitrag dazu leisten können«, betonte Florian Eisenbach, Projektleiter der Micromobility Expo bei der Deutschen Messe.
Im Fokus der Micromobility Expo standen  klimagerechte Lösungen, mehr Vielfalt und Gleichberechtigung im Straßenverkehr, das intelligente Zusammenspiel der Verkehrsarten, neue Infrastrukturmaßnahmen und frische Ideen für Mikromobile und Leichtfahrzeuge. Die Fachkonferenz bot in sieben Stunden Denkanstöße und lebhafte Diskussionen rund um Mikromobile, Leichtfahrzeuge, Mobilitätsinfrastrukturen und -dienstleistungen. Mehr als 1 400 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten die Konferenz am Bildschirm und rund 200 Menschen waren live vor Ort in der Technology Academy.
Belit Onay, Oberbürgermeister der Stadt Hannover, sprach über multimodale Mobilität und die Vision einer autofreien Innenstadt: »Das Mobilitätsverhalten der Menschen ist auch eine Gewohnheitsfrage. Räume müssen anders erlebbar sein.« Die Autorin des Buches »Autokorrektur«, Katja Diehl, geht noch einen Schritt weiter und will dem Auto seine Privilegien entziehen. Für die Mobilitätsexpertin braucht es ein grundlegend neues Konzept, bei dem Mobilität  von den Menschen und deren Bedürfnissen her definiert wird. Ihrer Meinung nach würden mehr Menschen auf das Auto verzichten, wenn es gute Alternativen gäbe. Wichtig dabei seien fünf Aspekte: Verfügbarkeit, Sicherheit, Bezahlbarkeit, Barrierefreiheit und Klimagerechtigkeit.
Prof. Dr. Stephan Rammler, Wissenschaftlicher Direktor des Micromobility-Expo-Partners IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, betonte: »Mikromobilität kann sich nur durchsetzen, wenn wir dem Auto den Raum nehmen.« Das erfordere aber den Diskus, und der brauche Zeit: »Eine Partizipation dauert, in einer Demokratie geht es aber nicht ohne.«
Markus Emmert, Vorstand des BEM (Bundesverband eMobilität), appellierte an den Bund, sämtliche Leichtfahrzeuge zu fördern. Es könne nicht sein, dass nur über die Förderung von Automobilen gesprochen und das Potenzial von Leichtfahrzeugen verkannt werde.
Rund 30  Unternehmen und Institutionen stellten auf der Micromobility Expo aus und zeigten Produkte und Lösungen, die die Mobilitätswende in der Stadt und auf dem Land sowohl im privaten als auch im betrieblichen Umfeld erst möglich machen. Das Angebot reichte vom elektrischen Lastenflitzer, Mopeds im Retro-Design und professionellen Transportfahrrädern über sichere Parksysteme, vernetzte Mobilität und kreative Ladeinfrastrukturen bis zum hybriden E-Bike und wartungsarmen Lastenrädern.
Die nächste micromobility expo wird an zwei Tagen Ende Mai/Anfang Juni 2023 in Hannover durchgeführt.

www.micromobilityexpo.de

vz/Foto: Deutsche Messe/Micromobility Expo

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