Mifa-Aktie nach Insolvenzantrag: Erst Downhill – dann leichte Erholung

30.09.2014

Nachdem eine Rettungs-Vereinbarung mit dem indischen Hersteller Hero Cycles gescheitert scheint und die Mitteldeutsche Fahrradwerke AG (Mifa) daraufhin gestern ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung beim verantwortlichen Amtsgericht Halle stellte, ist der Aktienkurs des deutschen Fahrradproduzenten weiter in den Keller gerutscht...

Seitdem die Probleme der Sangerhausener im ersten Jahresquartal 2014 nach außen drangen ist die Mifa-Aktie Schritt für Schritt in den Keller gerutscht. Daran erinnert heute lediglich das aktuelle 52-Wochen-Hoch des Aktienwertes von 6,9350 Euro.
Vorgestern - am Vortag des gestellten Insolvenzantrags - lag die Aktie bereits mit einem Wert von 1,10 Euro unter dem sechsfachen des oben genannten Jahreshochs. Nach der gestrigen ersten Bekanntgabe einer Verlustanzeige nach § 92 Abs. 1 AktG bröckelte der Kurs unter die 1-Euro-Grenze. Als dann im Laufe des Tages auch noch die Meldung des Insolvenzantrags folgte, war der weitere Kurs-Downhill nicht mehr zu stoppen. Der Wert rutschte gestern (29. September) auf ein Tagestief von 0,61 Euro. Dieses Tagestief entspricht auch einem 52-Wochen-Tief der Mifa-Aktie. Heißt: Die Aktie ist gestern und innerhalb eines Tages um 44,6 Prozent nach unten gestürzt.
Einziger Lichtblick: Als sich gestern die Türen der Frankfurter Börse schlossen, hatte sich der Kurs wieder etwas berappeln können. Letztendlich stand er gestern auf 0,729 Euro. Die weitere Entwicklung hängt von den in den kommenden Tagen getroffenen Entscheidungen ab.
Wird das verantwortliche Amtsgericht Halle dem Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zustimmen und dem Vorstand der Mifa einen vorläufigen Sachwalter zur Seite stellen? Falls ja: Welche Entscheidungen werden dann getroffen - und mit wem als Käufer? Welche Rolle kommt dabei überhaupt noch dem indischen Anbieter Hero Cycles zu?
Laut Berichten in der lokalen Medienwelt sei die bisher kommunizierte Finanzspritze zur Rettung der Mifa, die den Inder zum Mehrheitsanteilseigner der Sangerhausener gemacht hätte, nicht eingetroffen. Was wird da genau gespielt?
Inzwischen wird sogar von anderen Absichten seitens Hero Cycles gemunkelt. Demnach soll – so hält sich ein Gerücht – Hero ein neues Werk in Indien planen, das auf Know-how der Mifa beruhen soll. Angeblich sollen sich die Inder im Vorfeld der geplanten Übernahme persönlich ein genaues Bild über die moderne Fahrrad-Fabrik in Sanderhausen haben machen können. Jetzt wollen sie es – so heißt es - selber machen. Was ist da genau dran?
Alles Fragen deren Antworten eine direkten Einfluss auf den Aktienkurs sowie die generelle Zukunft der Mifa haben werden. Der RadMarkt bleibt dran.

Text: Jo Beckendorff



 

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