Mifa-Prognose: Umsatzverdoppelung bis 2016/2018

12.11.2012

Die börsennotierte Mitteldeutsche Fahrradwerke AG (Mifa) hat ihren Umsatz in den ersten drei Verkaufsquartalen des Jahres 2012 und im Vergleich zum Vorjahreszeitraumum 01-09/2011 um 4,5 Prozent  auf 97,6 Millionen EUR gesteigert. Wichtig für den bis zu den diesjährigen Übernahmen der Premiummarken Grace und Steppenwolf vor allem den Massenmarkt anfahrenden Produzenten: Der höhere Umsatz konnte mit einer geringeren Zahl verkaufter Fahrräder erzielt werden. Diese lag laut den Sangerhausenern „mit 500.000 Stück um 17,7 Prozent deutlich unter dem vergleichbaren Vorjahreswert“...

Hauptgrund: Mifa konnte den Absatz hochwertiger E-Bikes wie geplant verstärkt ausbauen. Ihr Anteil am Gesamtumsatz lag mit 25,9 Millionen Euro bzw. 26,5 Prozent nahezu doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Die absolute Zahl abgesetzter E-Bikes stieg um fast 70 Prozent auf rund 42.000 Einheiten „und übertrifft damit bereits jetzt bei weitem den Wert für das Gesamtjahr 2011 (= 27.000 Einheiten)“.
Mit E-Bikes wurden dabei im Schnitt fast viermal so hohe Absatzpreise erzielt wie mit konventionellen Fahrrädern. Anders ausgedrückt: Über die gesamte Produktpalette lag der Durchschnittspreis pro Fahrrad rund 27 Prozent höher als im Vorjahr. Die Rohertragsmarge wurde um 1,0 Prozentpunkte auf 32,6 Prozent gesteigert. Zum guten E-Bike-Verkauf beigetragen hat sicherlich auch die Übernahme des hochwertigen E-Bike-Premiumanbieters Grace.
„Die deutliche Umsatzsteigerung beweist, dass unsere Strategie aufgeht: Wir bauen den Absatz hochwertiger E-Bikes und Fahrräder für den Fachhandel konsequent aus, behalten unser ‚Brot- und Buttergeschäft’ mit dem Einzelhandel aber als starke Basis bei. Dabei geht Umsatz ganz klar vor Stückzahlen. Im bisherigen Jahresverlauf haben wir auf diesem Weg einige Meilensteine gesetzt, die heute noch Sonderkosten bedeuten, sich aber mittelfristig in ein Mehr bei Umsatz und Ertrag übersetzen lassen: Wir haben zwei erfolgreiche Zukäufe im Premiumsegment hinter uns, die uns zum einen schlagkräftige Marken und ein breites Vertriebsnetz im Fachhandel, zum anderen spezialisiertes Know-how bei Marketing und Entwicklung mitgebracht haben“, erklärt Mifa-Vorstand Peter Wicht.
Die Ergebnisgrößen sind wie von Wicht angesprochen von Sondereffekten geprägt. Zum einen hängen diese Effekte mit den (Grace- und Steppenwolf-)Akquisitionen zusammen. Die Produktion beider Marken wurde vollständig nach Sangerhausen verlegt. Zudem habe die Mifa für ihre OEM-Kunden eine technologisch anspruchsvolle Produktionsanlage entwickelt, die mit einem Qualitätsmanagementsystem gekoppelt ist. Der Sonderaufwand für diese Vorleistungen betrage insgesamt 2,7 Millionen Euro. Zum anderen schlage das Uplisting in den Prime Standard vom Juli 2012 zu Buche, für das Einmalkosten in Höhe von 0,5 Millionen Euro angefallen seien. Bereinigt um diese Sonderfaktoren liegt das EBITDA – also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen, Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Mieten - bei 7,4 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Das entspricht einer bereinigten EBITDA-Marge von 7,6 Prozent (30. September 2011: 8,0 Prozent).
Des Weiteren hat Deutschlands zumindest von den Stückzahlen her absatzstärkster Fahrrad-Produzent im Berichtszeitraum stark investiertvor allem in die Steppenwolf-Kundenbeziehungen und -Schutzrechte sowie weitere Effizienzverbesserungen an der vollautomatischen Einspeicherei. Mit insgesamt 2,4 Millionen Euro betragen die Investitionen nahezu das Vierfache des Vorjahreswertes 01-09/2011.
Auch Aufträge aus der Automobilbranche seien ein wichtiger Baustein der Firmenstrategie, berichtet Grace-Gründer und Mifa-Marketing- und Strategie-Leiter Michael Hecken: „Die Anlage, die wir in diesem Sommer für die Produktion unserer Premium-E-Bikes entwickelt haben, setzt Maßstäbe in der Fahrradindustrie. Und sie eröffnet uns ganz neue Chancen: Mittlerweile kommen auch immer häufiger Industriekunden mit OEM-Aufträgen auf uns zu.“
Das Jahr 2012 sei für die Mifa ein ausgesprochenes Aufbruchsjahr, so Peter Wicht: „Wir haben uns in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres konsequent neu ausgerichtet und damit den Weg für ein nachhaltiges und profitables Wachstum in den kommenden Jahren geebnet. Auf dieser Basis wagen wir erstmals in der jüngeren Geschichte der Mifa eine konkrete Mittelfristprognose: Es ist unser Ziel, unseren Jahresumsatz in den kommenden vier bis sechs Jahren auf 200 Millionen Euro gegenüber 2011 zu verdoppeln. Dabei streben wir eine Steigerung der EBIT-Marge auf 7 bis 9 Prozent an.“

Text: Jo Beckendorff/Mifa

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