Nicolai baut Boliden sowohl als Speed-Pedelec als auch E-Motorrad

28.09.2021
Nutzt den Frei- bzw. Spielraum innerhalb bestehender Fahrzeug-Klassen: Kalle Nicolai mit »Eboxx Ultra«.

Was gibt es Neues bei der weiterhin in Deutschland produzierenden kleinen feinen Fahrrad-Schmiede Nicolai? Bevor er diese Frage beantwortet, deutet Firmengründer und Geschäftsführer Karlheinz »Kalle« Nicolai auf einen an seinem diesjährigen Eurobike-Stand stehenden Boliden. Der RadMarkt-Redakteur ist sich nicht sicher: handelt es sich bei diesem Gefährt noch um ein E-Bike - oder schon um ein E-Motorrad?

Nicolai grinst: »Da werden wir wohl einigen Branchenteilnehmern Bauchschmerzen bereiten. Mit diesem Modell ‚Eboxx Ultra‘ – kurz ‚UB1‘ – schließen wir tatsächlich eine Lücke zwischen E-Bike und E-Motorrad. Wir wollen zeigen, dass es unterhalb des Autos und über den sogenannten LEVs eine Lücke gibt, die es zu füllen gilt.«
»UB1« ist mit einem eigens von Nicolai entwickelten Antrieb ausgestattet: »Sämtliche Komponenten wie Akku, Controller, Motor, Kabelbaum und vieles mehr sind nicht einfach zugekaufte Parts, sondern speziell für dieses Bike entwickelte Komponenten.«
Auch wenn sich die EBoxx derzeit noch in einem fortgeschrittenen Prototypen-Stadium befindet: erste Probefahrten sollen schon ab Oktober 2021 möglich sein. Dazu Nicolai: »Bis dahin wird auch der Preis feststehen.« Er wird aber grob gesehen – und je nach Ausstattung – zwischen 10.000 und 13.000 Euro liegen. Die Auslieferung der ersten Serie ist für Sommer 2022 geplant.
Zudem wird dieser Bolide sowohl als Pedelec als auch mit Gasgriff angeboten werden. Mit einem Gesamtgewicht zwischen 55 und 65 Kilogramm hat er laut Nicolai allerdings nichts im Wald zu suchen: »‘UB1‘ ist ganz klar als Kraftfahrzeug einzustufen.«
Die offene Motocross- und Export-Version namens »Eboxx Ultra MX« erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h – und ist somit in dieser Form in Deutschland nicht zulässig.
Mit einer L1e-B-Zulassung und einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h kann dieses Gefährt allerdings auch im deutschen Straßenverkehr cruisen. Somit kann es dort auch mit einem Roller-Führerschein der Klasse AM gefahren wurde, den man bereits mit 16 Jahren erlangt – oder mit einem regulären Auto-Führerschein B, der die Klasse AM einschließt.
Mehr Info »zur neuen Nicolai Fahrzeuge-Klasse« über www.nicolai-bicycles.com.

Text/Foto: Jo Beckendorff
 

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