Peloton: Umsatzeinbruch und hoher Verlust sorgen für Aktiensturz

16.05.2022
Peloton: Umsatzeinbruch und hoher Verlust sorgen für Aktiensturz.

Die Ende 2021 ins Trudeln geratene interaktive Indoor-Fitness-Plattform Peloton Interactive Inc. (»die mit der Fernseh-Werbung«) hat in ihrem zum 31. März endenden dritten Verkaufsquartal des Geschäftsjahres 2021/22 einen Gesamtumsatz von gerade einmal 964,3 Millionen USD (912,4 Millionen Euro) eingefahren. Verglichen mit den ersten drei Monaten des Vorjahres ist das in Zeiten einer radikalen Umstrukturierung Richtung Neustrukturierung des Unternehmens ein Minus von 23,6 Prozent. Der Nettoverlust schoss von gerade einmal 8,6 Millionen USD (8,2 Millionen Euro) im vergleichbaren Vorjahreszeitraum auf nunmehr satte 757,1 Millionen USD (716,3 Millionen Euro). Gleich nach Veröffentlichung der Zahlen am 10. Mai brach die Peloton-Aktie morgens um 20 Prozent ein. Damit ist sie im Jahresverlauf um über 65 Prozent geschrumpft.

Von Pelotons oben genannten Gesamtumsatz entfallen 594,4 Millionen USD (562,4 Millionen Euro, minus 41,9 Prozent) auf die Geschäftssparte »Connected Fitness Products« und 369,9 Millionen USD (350,0 Millionen Euro, plus 54,5 Prozent) auf die Geschäftssparte »Subscription«.
Vernetzte Fitnessgeräte & Co. flopp, Abos topp
Das Portfolio von »Connected Fitness Products« umfasst das Peloton Bike, Bike+, Tread, Tread+, den erst im April auf den Markt gebrachten »Peloton Guide« (das erste vernetzte für das Krafttraining entwickelte Fitnessprodukt des US-Anbieters), Peloton-Bekleidung sowie die Fitnessprodukte der seit Ende 2020 zum Unternehmen gehörenden Precor-Produktion.
Die Peloton-Einnahmen stammen hauptsächlich aus dem Verkauf der »Connected Fitness«-Produkte und den damit verbundenen wiederkehrenden Abonnement-Einnahmen. Diese auf monatlicher Basis angebotenen Abos bieten unbegrenzten Zugang zu den Inhalten der Unternehmens-Bibliothek mit Live- und On-Demand-Fitnesskursen. Die Abos werden auf monatlicher Basis angeboten.
Während das Geschäft mit oben genannten vernetzten Fitnessprodukte wohl auch den kräftig vorgenommenen Preiserhöhungen anzulasten ist, läuft das Abo-Geschäft bestens weiter. Damit ist Peloton laut Eigenangaben nach wie vor »die größte interaktive Fitness-Plattform der Welt mit einer treuen Community von über 6,9 Millionen Mitgliedern« (Stand: 31. März 2022).
Schock: Nettoverlust 1. bis 3. Quartal wächst auf über 1 Milliarde USD
Für die ersten drei Verkaufsquartale des laufenden Geschäftsjahres meldet der angeschlagene US-Anbieter einen Gesamtumsatz in Höhe von 2,90 Milliarden USD (2,74 Milliarden Euro, minus 5,9 Prozent) und einen Nettoverlust in Höhe von 1,57 Milliarden USD (1,49 Milliarden). Zum Vergleich: in den ersten neun Monaten des Vorjahres lag der Nettoverlust bei gerade einmal 124,20 Millionen USD (117,47 Millionen Euro).
Der oben genannte Gesamtumsatz der ersten neun Monate teilt sich in 1,89 Milliarden USD (1,79 Milliarden Euro, minus 24,2 Prozent) für »Connected Fitness Products« und 1,01 Milliarden USD (955,12 Millionen Euro, plus 71,3 Prozent) für »Subscription« auf.
Restrukturierung mit weiteren radikalen Maßnahmen
Der bereits am 1. Februar veröffentlichte Restrukturierungsplan umfasst folgende Punkte:
- Reduzierung des Personalbestands des Unternehmens
- Schließung mehrerer Montage- und Produktionsstätten, einschließlich der Fertigstellung und des anschließenden Verkaufs des Rohbaus für den zuvor geplanten Peloton Output Park des Unternehmens
- die Schließung und Konsolidierung mehrerer Vertriebseinrichtungen
- die Verlagerung der Logistik an bestimmten Standorten zu Drittanbietern.
Mit dem Restrukturierungsplan verpflichtete sich das Unternehmen auch »zur Schließung bestimmter Lager- und Einzelhandels-Standorte, zur Einstellung der Produktion in Nordamerika und die Einstellung bestimmter Software-Implementierungs- und Entwicklungsprojekte«.
Ausblick
Das Unternehmen geht davon aus, dass der Restrukturierungsplan Ende des Geschäftsjahres 2024 im Wesentlichen umgesetzt sein wird. Zudem wurde kurz vor Veröffentlichung der Quartalszahlen bekannt, dass Peloton emsig auf der Suche nach einem potenziellen Käufer für eine Minderheitsbeteiligung ist. Mit ihm wollen die US-Amerikaner ihr abgeflautes Geschäft stützen.

Text: Jo Beckendorff, Fotos: Peloton

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