Nach Rekordergebnis: Canyon Bicycles stellt Zukunftsweichen

16.09.2020
Roman Arnold (li.) übergibt seine CEO-Rolle an Armin Landgraf.

Nachdem der mittlerweile global agierende Koblenzer Direktanbieter Canyon Bicycles GmbH das diesen September endende Geschäftsjahr 2019/2020 mit einem (im Vergleich zum Vorjahr) Umsatzplus von über 30 Prozent auf ein Rekordergebnis von 400 Millionen Euro Gesamtumsatz hieven konnte, sieht Firmengründer und CEO Roman Arnold nun den richtigen Zeitpunkt gekommen, mit Blick auf die Zukunft und weiteres Wachstum einige Weichenstellungen vorzunehmen. Diese betreffen nicht nur den derzeitigen Investment-Partner, sondern auch das Top-Management: am 1. Oktober wird der bisherige Canyon-COO Armin Landgraf Roman Arnold als CEO beerben. Der Canyon-Gründer ist dann allerdings weiterhin als Beiratsvorsitzender aktiv (allerdings eigenen Angaben zufolge einen Gang runterschaltend) an Bord.

In einem ersten Schritt prüft die sich auf Konsumgüter-Unternehmen konzentrierende US-Beteiligungsgesellschaft TSG Consumer Partners LLC (kurz TSG) nach fast fünf Jahren, sein derzeitiges (allerdings nicht näher benanntes) Investment in Canyon Bicycles zu rekapitalisieren. So will man laut Angaben aus Koblenz »einen neuen Eigenkapital-Partner für die nächste Expansionsphase des Unternehmens« gewinnen.
Dazu Roman Arnold: »Für die zurückliegende Zeit kann ich mir keinen besseren Partner an unserer Seite vorstellen: wir haben den US-amerikanischen Markt erfolgreich erschlossen und eine Website gelauncht, die im E-Commerce ihresgleichen sucht.«
Beispiel gefällig? Seit Beginn der Partnerschaft mit TSG hat sich der Canyon-Umsatz von 150 auf 400 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Jetzt will man sich gemeinsam auf die Suche nach einem genauso gut passenden, neuen Partner machen. Mit neuer Unterstützung will der Bikeanbieter dann die nächsten Etappen angehen. Denn so Arnold: »Wir haben eine Größenordnung erreicht, in der wir für Wachstum und Innovationen - so wie wir sie vorhaben - zusätzliche Kapitalgeber brauchen.«
Wechsel in der operativen Leitung
Das ist aber noch nicht alles. So sollen auch die Strukturen in der Leitung von Canyon für die Zukunft angepasst werden. Nach über 30 Jahren in der operativen Leitung wechselt Firmengründer Roman Arnold in den neu gegründeten Beirat von Canyon. Offiziell zum 1. Oktober übergibt er seinen CEO-Posten an den bisherigen operativen Geschäftsführer Armin Landgraf.
Der einstige CEO von Pon.Bike (der Fahrradsparte von Pon Group) war er Anfang 2019 als Chief Operation Officer (COO) zu Canyon gewechselt. Seitdem verantwortet er bei den Koblenzer bereits den gesamten operativen Bereich. Mit ihm wird nun ein erfahrener und bereits bei Canyon etablierter Manager als CEO in die Fußstapfen von Roman Arnold treten. Der Verantwortungsbereich von Lothar Arnold als Geschäftsführer Finanzen (CFO) bleibt hingegen unverändert. Somit bilden Armin Landgraf und Lothar Arnold das neue Geschäftsführungs-Duo.
Beiratsvorsitzender im Unruhestand
Wer meint, dass sich Roman Arnold damit aus dem aktiven Geschäftsleben zurückzieht, sieht sich getäuscht: »Als Beiratsvorsitzender werde ich eine wichtige Funktion bei Canyon innehaben, die Geschäftsführung in allen zentralen Fragen der Entwicklung von Canyon unterstützen und die strategischen Weichenstellungen mitbestimmen.« Nur: »Ich fahre seit über 30 Jahren auf dem großen Kettenblatt. Ich schalte nun einen Gang runter, bin dafür auf der langen Strecke gut unterwegs«, erklärt der Canyon-Gründer seine persönliche Motivation, »seinem Baby« auch in den kommeden Jahren effektiv zur Seite stehen zu wollen.
Laut Arnold habe man nun mit der neuen Konstellation die Weichen gestellt, »um Canyon auf der Erfolgsspur zu halten, kommende Herausforderungen zu meistern und die Wachstumschancen zu nutzen. Kurz: wir sind gerüstet, Canyon noch stärker zu machen.«

Text: Jo Beckendorff/Canyon Bicycles, Foto: Canyon Bicycles
 

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