Riese & Müller: Gute Nordamerika-Geschäfte

17.10.2018
R&M-Geschäftsführer Heiko Müller in Reno.

Auf der diesjährigen U.S.-Messe Interbike präsentierte sich der deutsche E-Bikeanbieter Riese & Müller nun schon zum dritten Mal. Und die Geschäfte laufen laut Riese & Müller-Mitbegründer und –Geschäftsführer Heiko Müller jetzt schon so gut, »dass sie alle Erwartungen übertroffen haben«.

Rückblickend erklärt Müller, dass man auf der Interbike-Standpremiere im Jahr 2016 eigentlich nur mal schauen wollte, was man in Nordamerika so machen könnte: »Schon damals wurden wir überrannt.« Damals sei aber auch klar gewesen, dass man nicht mit einem Importeur zusammen arbeiten, sondern das Geschäft direkt mit interessierten nordamerikanischen Fachhändlern aus Deutschland heraus lenken wollte. O-Ton Heiko Müller: »Dabei konzentrieren wir uns auf ausgesuchte hochwertige Läden, die ausschließlich E-Bikes haben – und von denen gibt es in den Staaten erstaunlich viele!«
In Zahlen: Momentan arbeitet Riese & Müller in Nordamerika mit 26 E-Bike-Geschäften in den USA und mit sechs in Kanada zusammen. Was Müller dabei besonders beeindruckt: »Die Leute, die diese ausschließlich auf E-Bikes setzenden Läden führen, haben extrem viel Power, sind sehr ambitioniert und mit Blick auf Social Media & Co. bestens aufgestellt.«
Übrigens: Mit den Direktvertrieb-Erfolgen an ausgesuchte E-Bike-Händler in Nordamerika im Rücken wurde auch in anderen fernen Ländern wie zum Beispiel Australien und Neuseeland vor etwas einem Jahr auch von Importeuren auf Direktvertrieb aus Deutschland umgestellt.
Somit bietet Riese & Müller im Ausland auch nur noch E-Bikes an. Das einzig von den Weiterstädtern geführte Fahrrad ohne »e« ist sowieso nur noch der Falt-Klassiker »Birdy«. Der wird von Riese & Müller aber nur noch in Europa angeboten (und außerhalb Europas von Birdy-Bauer Pacific Cycles).
Was »e« in Nordamerika auch noch so spannend mache: Sowohl die in den USA gültige 20 Meilen- (= 32 km/h) als auch die 28 Meilen- (= 45 km/h) Pedelec-Versionen würden keinerlei Nutzungseinschränkungen unterliegen. Somit liegt der Anteil der schnellen Pedelecs am Riese & Müller Gesamtverkauf in den USA laut Heiko Müller auch über 50 Prozent. In diesem Zusammenhang verweist der Geschäftsführer auf die Schweiz, wo die schnelle Pedelec-Klasse (alias S-Pedelec = bis 45 km/h) dank Wegfall von Nutzungseinschränkungen wie Kennzeichen-/Versicherungs-, Helm- und Straßennutzungs-Pflicht auch auf einen Anteil von über 50 Prozent der hiesigen Pedelec-Verkäufe komme.
Was das nordamerikanische Geschäft derzeit besonders belebe: Cargobikes. »Cargo erlebt in den USA das größte Wachstum. Das ist im Vergleich zu Europa mindestens doppelt so stark«, schätzt Müller.
Somit braucht sich der deutsche E-Mobilitätsrad-Anbieter im Land des Mountainbikes auch keine Sorgen zu machen, dort ohne MTB nicht landen zu können. O-Ton Heiko Müller: »MTB ist definitiv nicht unser Thema.« Die E-Stollenreiter, die man anbietet, setzen eher auf eine komfortabel-gesteckte Sitzposition, ist also weniger sportlich und richtet sich eher an Reiseradler und Adventure-Biker.
www.r-m.de

Text/Foto: Jo Beckendorff

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