Scott Sports weitet seinen Outdoor-Sektor auch mit Bach aus

04.02.2019
Bach Equipment.

Gleich nach der Lizard-Übernahmemeldung seitens Scott Sports SA flatterte vorgestern - einen Tag vor Eröffnung der Ispo Munich 2019 (3. bis 6. Februar) – eine weitere »Kooperationsmeldung« (heißt:  Übernahme - siehe dazu auch die heute im Netz veröffentlichte Meldung »Schuhmarke Lizard wird Teil der Scott Sports-Familie«) des Schweizer Outdoor-Sports- und Bike-Anbieters in die Redaktion. Offiziell zum 1. Februar hat Scott Sports den globalen Vertrieb der »irisch-schweizerischen« Rucksack- und Tragesystem-Nischenmarke Bach übernommen »und somit sein Produktangebot im Outdoor-Segment ausgebaut«. Damit heißt Scott Sports eine weitere Nischenmarke in seinem Portfolio willkommen.

Bach ist ein 1979 von Jim Hayes in Irland gegründeter Rucksack-Produzent, der sich unter dem damaligen Firmennamen Great Bach Packing & Construction Company eine guten Ruf erarbeitete. Als der Nischenanbieter zehn Jahre später Konkurs anmelden musste, schlug der Schweizer Outdoor-Fachhändler Transa Backpacking AG zu. Unter dem Namen TransBach Ltd. wurde sowohl die Marke aus auch die irische Produktionsstätte in Kilkenny erfolgreich weitergeführt. Bis heute wird ein Teil der Bach-Portfolios neben einer Produktion in Vietnam im irischen Kilkenny gefertigt.
»Mit Bach ergänzen wir unser Marken- und Produktportfolio. Wir sehen eine große Chance, erfolgreich Synergien im operativen Geschäft und Vertrieb zu schaffen. Bach entwickelt innovative und technische Produkte, die perfekt zur Marken- und Produktstrategie von Scott passen« erklärt Scott Sports-CEO Beat Zaug.
In diesem Zusammenhang auch interessant: in der zweiten Jahreshälfte 2015 ist Beat Zaugg als Privatinvestor mit einem Mehrheitsanteil bei Transa Backpacking AG eingestiegen. Der damalige Kauf lief über seine damals neu gegründete International Retail Corporation SA. Über die Höhe der Investition wurde nichts bekannt gegeben.
Nur soviel: Scott Sports-Chef und –Teilhaber Beat Zaugg konnte diese Investition tätigen, nachdem der südkoreanische Outdoor-Anbieter und Scott-Geschäftspartner Youngone Corporation Anfang 2015 ein zweitens Aktienpaket an dem Schweizer Outdoor Sports- und Bikeanbieter geschluckt hatte. Seitdem halten die Südkoreaner einen Scott Sports-Mehrheitsanteil von 50,1 Prozent in ihren Händen. Zaugg nutzte hingegen einen Teil des Erlöses für den Einstieg bei Landsmann Transa.
Bach-CEO Martin Wiesmann ist auch ein alter Transa-Mann. Der Bergführer und Weltreisende hat einmal als Einkäufer bei Transa gearbeitet, bevor er nach der Bach-Übernahme seitens Transa als Bach-Chef durchstartete. Zu der nun verkündeten Kooperation meint Wiesmann: »Nach vielen Jahren, in denen ich die Marke zusammen mit meinem Team geführt und geleitet habe, fühle ich mich geehrt und stolz, die Marke in die Scott-Organisation einzubringen, die über eine bewährte Struktur verfügt, die die Kultur kleinerer Marken respektiert". Maarten Harteveld würde weiterhin als Brand-Manager für Bach tätig sein. Mit Scott Sports im Rücken will man gemeinsam »den Service und die Präsenz von Bach-Produkten in wichtigen Kernmärkten erweitern«.
Somit wickeln Scott-Tochtergesellschaften und -Distribuenten den Bach-Vertrieb und -Kundendienst seit 1 Februar ab. Bestellungen und Lieferungen der Vorsaison würden gemäß getroffenen Händlervereinbarungen eingehalten und ausgeliefert.

Text: Jo Beckendorff, Foto: TransBach Ltd.

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