Simplon: Hannover Finanz schluckt Mehrheitsanteil

05.05.2014

Die Beteiligungsgesellschaft Hannover Finanz GmbH ist offiziell zum 25. April 2014 beim österreichischen Fahrradproduzenten Simplon Fahrrad GmbH eingestiegen. Somit wollen die Österreicher vor allem internationale Wachstumschancen eruieren. Bisher konzentrierte man sich – weil an Kapazitätsgrenzen stoßend – beim Verkauf voll und ganz auf den deutschsprachigen Raum...

Während man bei Simplon – mit seinem hochwertigen Baukasten-Angebot gleich hinter KTM Fahrrad immerhin zweigrößter Fahrradproduzent der Alpenrepublik - jegliche Selbstauskunft vermeidet und diesbezüglich auf den neuen Gesellschafter Hannover Finanz verweist fällt deren offizielle Erklärung zumindest inhaltlich relativ dünn aus.
Nur soviel: „Der Fahrradmarkt bietet insbesondere Spezialisten wie der 1961 von der Familie Hämmerle gegründeten Firma Simplon interessante Wachstumsmöglichkeiten. Das österreichische Familienunternehmen entwickelt hochwertige, individuell zusammengestellte Premium-Sportfahrräder aus Carbon und ist damit in Deutschland, Österreich und der Schweiz erfolgreich. 2013 produzierte das Unternehmen 11.200 Fahrräder/Fahrradrahmen und erzielte mit seinen 51 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 17,4 Millionen Euro. Simplon will sich im Rahmen einer nachhaltigen Weiterentwicklung des Unternehmens breiter aufstellen und weitere Wachstumschancen im internationalen Fahrradmarkt erschließen. Mit der Hannover Finanz Gruppe hat sich der Traditionsbetrieb einen Sparringspartner zur Unterstützung nachhaltigen Wachstums ins Haus geholt.“
Mehr Details zu der Übernahme erfährt man dann bei der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde. Dort sei am 25. April folgender Zusammenschluss angemeldet worden: Demnach wird eine Mehrheitsbeteiligung von 55 Prozent an Simplon durch „Fondsgesellschaften der Hannover Finanz Gruppe mit Sitz in Wien und Hannover“ erworben. Und: „Der Zusammenschluss betrifft den Wirtschaftssektor Entwicklung, Montage und Vertrieb von Fahrrädern.“ Die finale Unterschrift für ihre gemeinsame Zusammenarbeit erwarten beide Partner „vorbehaltlich der kartellamtlichen Zustimmung Ende des zweiten Quartals 2014“.
Mit der Mehrheitsbeteiligung an Simplon ist Hannover Finanz nicht zum ersten Mal in den Sport- und Fahrradbereich eingestiegen. 2005 hat sich die Beteiligungsgesellschaft zum Beispiel in den einst zu Karstadt gehörende Laufschuh-Filialisten Runners Point eingekauft. Damals hielt man eine Mehrheit von 75 Prozent an dem Laufschuh-Spezialisten in den Händen. Die restlichen 25 Prozent entfielen auf das Runners-Point-Management. Im Mai 2013 verkaufte man den Filialisten nach acht Jahren und Verdoppelung des Umsatzes an das US-Unternehmen Footlocker Inc.
Immer noch zum Portfolio der Beteiligungsgesellschaft gehörend: Eine Minderheitsbeteiligung an Ski- und Radsport-Handschuh- und -bekleidungsanbieter Franz Ziener GmbH & Co. KG. Seit Mai 2012 ist Hannover Finanz Group mit 34, 5 Prozent als Minderheitsgesellschafter des traditionellen Familienunternehmens aus Oberammergau mit an Bord.

Text/Fotos: Jo Beckendorff

 



 

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