Skins: Offener Brief an UCI

22.10.2012

Jaimie Fuller (Bild) – Mitbegründer und Vorstand von Kompressionsbekleidungs-Pionier Skins – hat sich mit Blick auf die Dopingaffäre um Lance Armstrong in einen offenen Brief an den Vorsitzenden des Union Cycliste Internationale (UCI) Pat McQuaid gewandt. In diesem fordert der Australier McQuaid auf, entweder unverzüglich Maßnahmen einzuleiten oder sein Amt niederzulegen, um die Zukunft des weltweiten Radsports und seiner kommerziellen Partner nach Lance Armstrongs Doping-Skandal zu garantieren...

Hier der Wortlaut des offenen Briefes von Fuller, dessen Unternehmen sechs Radsport-Teams und -Organisationen in der ganzen Welt zu seinen Partnern zählt, folgendes: "Der Skandal um Lance Armstrong hat unseren Sport weltweit in peinlichen Misskredit gebracht. Kurz gesagt, der Radsport befindet sich in einem großen Schlamassel, und Sie als Vorsitzender des UCI und Ihre mit seiner Leitung beauftragten Kollegen müssen jetzt handeln, um das Vertrauen in den weltweiten Radsport wiederherzustellen. Sind Sie dazu nicht in der Lage, sollten Sie von Ihrem Amt zurücktreten."
Fuller ist der Überzeugung, dass der UCI Lance Armstrong dazu bewegen muss, eine vollständige Erklärung zum 1.000 Seiten enthaltenden Bericht der Anti-Dopingbehörde der USA (United States Anti-Doping Agency-USADA) abzugeben, in welchem eine systematische Dopingpraxis zum Ausdruck kommt, in deren Mittelpunkt Armstrong steht.
Bisher hat sich Armstrong geweigert, Stellung zu den von der USADA aufgestellten Anklagepunkten zu nehmen. Fuller meint, dass Armstrong in Ermangelung eines Geständnisses sich seinen Anklägern stellen muss, wenn der weltweite Radsport überhaupt eine Chance haben will, seinen beschädigten Ruf wiederherzustellen: "Als Vorsitzender müssen Sie unverzüglich Maßnahmen zur Behebung eines Schadens treffen, der, wenn weiterhin keine Reaktion von der höchsten Radsportbehörde erfolgt, nicht mehr zu beheben sein wird."
Der Brief, dessen kompletter Wortlaut auch auf der offiziellen Website von Skins sowie von Skins-Social Media-Kanälen veröffentlicht worden ist und an Kollegen in der ganzen Welt verschickt wurde, wirft die Frage nach einer möglichen Verstrickung von UCI-Funktionären in eine Vertuschungsaffäre auf, um Armstrong in der Vergangenheit vor positiven Dopingtests zu bewahren.
Sollte der UCI nicht in der Lage sein, "reinen Gewissens" schlüssige Antworten auf diese Vorwürfe zu liefern, besteht der Skins-Chef auf unverzügliche Änderungen, um den Sport zu retten.
Fullers Motivation zum Verfassen des Briefes und seiner massenhaften Verbreitung liege „in seinem tiefen persönlichen und kommerziellen Interesse an einem sauberen, doping-freien Radsport sowie in seiner Sorge um dessen zukünftiges Gedeihen“ begründet: "Abgesehen davon, dass ich ein glühender Fan des Radsports bin und fest an die Ehrlichkeit im Sport glaube, stimmt es mich doch auch sehr traurig, wie der Radsport durch einen gefallenen Helden in den Schmutz gezogen wird und dass die Radsport-Organisation bestenfalls Untätigkeit ins Zentrum ihrer Bemühungen stellt. Der UCI muss auf einige ernste Fragen antworten und hat eine massive Wiedergutmachungsarbeit vor sich. Als Fan und auch als Vorstand eines kommerziellen Partners von Radsportteams und –Organisationen auf der ganzen Welt ist es von zentraler Bedeutung, dass wir diese tragische Katastrophe restlos aufklären und wieder Vertrauen in die zukünftige Stärke des Sports schaffen."
Und weiter: „Was geschieht, wenn kommerzielle Partner rechtliche Schritte einleiten, um vertragliche Zahlungen zurückzufordern, die sie für Siege ausgezahlt haben, die durch systematisch gefälschte Leistungen zustande kamen? Diese ganze Affäre wird in kürzester Zeit implodieren und den potentiellen Zusammenbruch des Radsports zur Folge haben. Im Augenblick sehe ich kein Licht am Ende des Tunnels und es ist an der Zeit, dass der UCI anfängt, Licht ins Dunkel zu bringen."

Text: Jo Beckendorff/Skins

 

Weitere Themen, die Sie interessieren könnten