SKS: »Made in Germany« profitiert von Lieferengpässen aus Asien

14.09.2021
Schött Sales New Markets Manager Sven Göbel (l.) und SKS Vertriebsleiter After Sales Marcel Spork.

Welche Chancen sich aufgrund der Lieferproblematik aus Asien gerade in Pandemiezeiten für eine marktnahe Produktion ergeben, wurde dem RadMarkt noch einmal exemplarisch von Vertriebsleiter After Sales Marcel Spork am Eurobike-Standbesuch bei SKS Metaplast Scheffer-Klute GmbH (alias SKS-Germany) erklärt.

SKS Germany setzt bei seinen Produkten immer schon auf »Made in Germany«. Tatsächlich ist das ein tolles Verkaufsargument - das allerdings bei dem einen oder anderen Konsumenten beim Preisvergleich mit Billigprodukten aus Asien zögern lässt.
Die Zeit des Zögerns ist derzeit passe. Kunden sind froh, überhaupt noch Ware zu erhalten. »Momentan bekommen wir Anfragen aus Ecken, das ist schon irre«, entfuhr es Spork auf Nachfrage.
Zum Beispiel das Vereinigte Königreich: dort habe man in den letzten zehn Jahren Probleme gehabt, Luftpumpen zu verkaufen. Und jetzt? 10.000 Pumpen wurden dort verkauft. Das Schöne sei ja, dass man weiter beliefern könne.
Natürlich wird nicht alles in-house erledigt. Beim Rohmaterial setzt man auf langjährige Partnerschaften. Das eingesetzte Hauptmaterial Kunststoff kommt von einem Produzenten aus Belgien und einem aus Amerika. Bei letzterem könnte es aufgrund der Container- und Lieferproblematik auch eng werden. Der eingesetzte Stahl kommt aus Deutschland. Lediglich die eingebauten Manometer kommen aus Asien. Da habe man allerdings rechtzeitig reagiert: »Die Wiederbeschaffungszeit von Material muss derzeit genauestens kalkuliert und geplant werden.« Apropos: Wiederbeschaffung: SKS Germany baut gerade eine neue Lagerhalle.
Um die aktuelle zweistellig Wachstums-Welle des OEM- und Aftermarket-Geschäfts weiter reiten zu können, wird momentan bei Schutzblechen in drei und bei Pumpen in zwei Schichten gearbeitet. Außerdem wurde der Versand ausgebaut. »Dafür suchen wir momentan händeringend 25 Leute. Die sind in unserer Region derzeit sehr schwer zu bekommen«, erklärt Spork.
Es ist aber nicht der Fahrradsektor alleine, der SKS Germany derzeit auf Trab hält: laut Spork boomt die ebenfalls zur SKS-Gruppe und ihren insgesamt circa 650 Mitarbeitern gehörende Lifestyle-Accessoires-Marke Blomus genauso gut im aktuellen Rennen wie Bike. Einziger Haken: »Da kommt alles aus Asien. So machen dort derzeit die Transportkosten zu schaffen.«
Das Gute daran: bisher haben Transport und Umweltverschmutzung kein Geld gekostet. O-Ton Marcel Spork: »Das hat sich drastisch geändert.«
Was der SKS Group aber speziell auf der diesjährigen Eurobike Freude bereitet, ist das junge Engagement der zur Gruppe gehörenden Aluminium-Druckguss-Anbieter Schött-Druckguß GmbH im Fahrrad-Sektor. Mehr dazu in der kommenden RadMarkt-Ausgabe.

Text/Foto: Jo Beckendorff
 

Weitere Themen, die Sie interessieren könnten