Sport 2000 Deutschland: Wachstum mit neuen Rekorden

11.02.2019
V.l.n.r.: Hans-Hermann Deters, Andreas Rudolf und Michael Kuhls.

Auch wenn das Jahr 2018 für die sportliche Bike&Co.-Schwester Sport 2000 Deutschland »das beste Jahr unserer Unternehmensgeschichte war« - es ist nicht alles Gold, was glänzt. Das gilt vor allen für das »herausfordernde Jahr 2019« und darüber hinaus.

Die guten Nachrichten zuerst: Sport 2000 Deutschland konnte ihr Zentralregulierungsvolumen 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent steigern. Zudem standen 53 ausgeschiedenen 79 neue Anschlusshäuser gegenüber – macht ein Plus von 26 neuen Anschlusshäusern. Heißt, dass im letzten Jahr »1.025 Sport 2000-Partner mit 1.491 Geschäften erstmals einen Außenumsatz (Anmerkung des RadMarkts: also das, was der Händler an den Endverbraucher verkauft hat) von über 2 Milliarden Euro erwirtschafteten«.
Diese Erfolgszahlen sind laut dem Sport 2000 Deutschland Geschäftsführer-Duo Hans-Hermann Deters und Andreas Rudolf »kein Zufall, sondern der frühen strategischen Neuausrichtung der Sport 2000 geschuldet. Bereits 2013 haben wir unsere Struktur auf die Bedürfnisse des Marktes ausgerichtet«.
In diesem Zusammenhang verweisen die Geschäftsführer unter anderem auf das Invest in die Schaffung zusätzlicher Ressourcen und Strukturen zur Entwicklung passgenauer Leistungsportfolios, insbesondere für unterschiedlichste Spezialistenformate. Es wurde in Personal und die Schaffung eigener Gesellschaften investiert, um strategisch relevante Einheiten als sogenannte »Schnellboote« der Sport 2000 zu entwickeln. Resultat: »Die Anzahl der zugehörigen Partnerunternehmen konnte um 27 Prozent gesteigert werden sowie der zentralregulierte Umsatz um gut 43 Prozent.«
Apropos oben genannter Spezilistenformate: Hier setzen die sportlichen Einkaufsgenossen aus Mainhausen auf das seit 2013 aufgestellte Drei-Säulen-Modell »Spezialisten, Generalisten sowie Lifestyle & Pure Online Player«. Eine Mehrheit der deutschen Sport 2000-Mitglieder (528 Geschäfte) setzen sich als Spezialisten in Szene -  gefolgt von 419 Generalisten sowie 45 Lifestyle- und Pure Online Playern. Dazu gesellen sich dann noch 33 Schuhhändler.
Es gibt aber auch enttäuschende News. So lag die durchschnittliche Umsatzentwicklung der deutschen Sport 2000-Mitglieder gerade einmal bei einem seichten Plus von 0,3 Prozent. Andreas Rudolf räumte auf Nachfrage ein, dass man damit nicht zufrieden sein kann – zumal man einmal 3 Prozent angepeilt hatte. Allerdings sei 2018 »ein interessantes Jahr« (Stichwort Wetterkapriolen) gewesen: »Somit akzeptieren wir die 0,3 Prozent.« Hans-Hermann Deters wollte diese schlappe Zahl jedoch so nicht stehen lassen: »Wir reden hier vom Umsatz und nicht vom Ergebnis bzw. Ertrag der Händler.« Da habe man aufgeholt. Heißt, dass die Sport 2000 effizienter arbeiten sowie »bessere Ergebnisse auf der Fläche mit höheren Durchschnittspreisen« erzielen würde.
Mit Blick auf das laufende Jahr sowie darüber hinaus sieht sich nicht nur der Einkaufsverband Sport 2000 Deutschland wachsende Herausforderungen gegenüber gestellt. Ein Thema liegt den Verbandsoberen aber besonders am Herzen, das man Eins zu Eins auf den Fahrrad-Fachhandel übertragen kann: Personalgewinnung und –qualifikation. Laut Andreas Rudolf ist die »Ressource Mensch« trotz Digitalisierung die größte Herausforderung: »Zukunftsfähig ist, wer die neuen digitalen Möglichkeiten nutzt und den entscheidenden Wettbewerbsvorteil ‚Verkaufen von Mensch zu Mensch’ stärkt. Gleichzeitig gilt es den Marktauftritt ganzheitlich auf die Region und die Menschen vor Ort auszurichten – das ist nur mit Personal zu erreichen, das hierfür die Kompetenz und die Leidenschaft mitbringt.« Dafür muss natürlich ein attraktives Umfeld  - Stichwort Gehalt, Arbeitszeiten etc. – geschaffen werden. Hier würde auch der emotionale Part eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.

Text/Foto: Jo Beckendorff
 

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