Superstrata präsentiert Karbonrahmen aus dem 3D-Drucker

16.07.2020
3D-gedruckt: das Superstrata-Bikemodell »Terra« in Schwarz.

Mit Superstrata stellt sich ein weiteres junges kalifornisches Unternehmen aus dem Silicon Valley unter anderem auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo vor, dass sich auf die Produktion besonders leichter und stoßfester Fahrräder und E-Bikes konzentriert. Dank fortschrittlicher Kohlefaser-Verbundwerkstoffe und innovativer 3D-Druck-Technologie wird jedes Bike individuell nach Größe und Fahrstil des Kunden gefertigt. Das Superstrata-Bike wird in zwei Varianten (klassisches Fahrrad und E-Bike) angeboten. Die Vorbestellung ist jetzt über Indiegogo angelaufen. Die weltweite Auslieferung soll dann im Dezember 2020 erfolgen.

Im Oktober 2019 berichtete der RadMarkt bereits über einen ebenfalls aus dem Silicon Valley kommenden Start-Up namens Arevo (www.arevo.com). Der war auch mit einer E-Bike-Monocoque-Karbon-Rahmenproduktion aus dem 3D-Drucker durchgestartet. Auf der Eurobike 2019 präsentierten die US-Amerikaner mit dem Modell »Emery One« ein erstes E-Bike, das in Partnerschaft mit US-Nischenanbieter Franco Bicycles (www.francobicycles.com) entwickelt wurde. Der bietet dieses Bike mit Karbon-Monocoque-Rahmen bereits »als weltweit erstes E-Bike aus dem 3D-Drucker« unter seinem eigens kreierten Markennamen Emery (www.emerybikes.com) an.
Wie kommt nun ein weiterer Newcomer auf die Idee, in die Produktion von Fahrrädern und E-Bikes zu investieren? Und zwar nicht irgendwo in Asien, sondern vor Ort in den USA. Dazu Superstrata-CEO Sonny Vu: »Der Bike-Markt an sich ist ungeheuer vielfältig. Allerdings haben wir schnell bemerkt, dass die Kombination aus Stabilität, Leichtigkeit und individueller Fertigung in dieser Form nicht existiert. Wir wollten deshalb nicht nur ein Bike entwickeln, das diese drei Faktoren vereint, sondern auch das Thema Mobilität neu interpretiert. Nach vier Jahren Entwicklungszeit ist uns das nun mit unserer innovativen Fertigungstechnologie gelungen.«
Das nun zu bestellende Superstrata-Bike besticht durch seine Unibody-Konstruktion (alias Monocoque-Konstruktion), die in einem einzigen Durchgang aus thermoplastischem Kohlenstofffaser-Verbundwerkstoff gedruckt wird. Im Gegensatz zu anderen Fahrrädern aus Kohlefaser, deren Rahmen aus unzähligen Einzelteilen geklebt und verschraubt sowie aus herkömmlichem Duroplast-Verbundwerkstoffen hergestellt werden, kommt der Superstrata-Rahmen ohne Fugen oder Klebstoffe aus. So erhält er laut Firmenangaben seine hohe Stabilität. Außerdem kommen thermoplastische Materialien zum Einsatz, die den Rahmen extrem stoßfest, aber auch bemerkenswert leicht machen.
Bei der Produktion setzt Superstrata auf ein fortschrittliches 3D-Druckverfahren, das die Individualisierung jedes Bikes ermöglicht. So kann der Rahmen beispielsweise an Körpergröße, Gewicht, Arm- und Beinlänge, die Sitzposition und die bevorzugte Steifigkeit angepasst werden. »Mit über 500.000 möglichen Kombinationen ist Superstrata damit das vielseitigste Karbonfaser-Bike auf dem Markt«, heißt es dazu selbstbewusst aus der Firmenzentrale im Silicon Valley.
Das Superstrata-Bike ist in zwei Varianten erhältlich: das klassische Fahrrad-Modell »Terra« sowie das E-Bike »Ion«. Letzteres kann in zwei Stunden vollständig aufgeladen werden. Eine Akkuladung soll für rund 89 Kilometern (55 Meilen) reichen. Beide Varianten verfügen über eine im Rahmen integrierte Daten- und Stromverkabelung. Das ermögliche auch eine Vielzahl elektronischer Upgrades. Zudem können Kunden zwischen verschiedenen Fahrstilen (Racing, Street, Gravel oder Touring), Materialien (Metall oder Kohlefaser) und Farbgebung (hell oder dunkel) wählen.
Weitere Informationen finden Sie hier sowie unter diesem Indiegogo-Link.

Text: Jo Beckendorff, Fotos: Superstrata
 

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