Taiwans Fahrrad- und E-Bike-Exporte 01-06/2020: fast ein Drittel entfällt auf E-Bikes

30.07.2020
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In unserer aktuellen RadMarkt-Ausgabe 7/2020 hatten wir bereits eine Story über Taiwans Fahrrad- und E-Bike-Exporte 2019 sowie erste Zahlen (01-04) aus dem laufenden (Corona-)Jahr 2020. Ein Blick auf die jetzt von Taiwan Bicycle Association (TBA) vorgelegten Exportzahlen für das erste Halbjahr 2020 belegt, dass Taiwans Fahrradproduktion die temporären Schließungen und Lieferketten-Unterbrechungen meistern konnte.

Taiwans Fahrrad- und E-Bike-Statistik des ersten Halbjahres 2020 bestätigt den Trend weiter abnehmender Fahrrad- und weiter zunehmender E-Bike-Exporte. Während die Fahrrad-Exporte in den ersten sechs Monaten und im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 ein Mengenminus von 30,25 Prozent auf nunmehr insgesamt 769.380 Einheiten schlucken mussten, sank auch deren Wert um 25,28 Prozent auf 469,76 Millionen US$ (399,85 Millionen Euro).
Das einzig Positive: der erzielte Durchschnittspreis stieg um 7,12 Prozent auf 610,57 US$ (519,71 Euro). Bis auf die von TBA ausgewiesene Region »andere wichtige Länder« mussten die Taiwan-Fahrradexporte in den vier weiter genannten Welt-Destinationen (NAFTA, EU, EFTA, Rest der Welt) und im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres jeweils zweistellige Mengen- und Wertverluste hinnehmen. Die genauen Zahlen entnehmen Sie bitte der in einer der kommenden RadMarkt-Ausgabe veröffentlichten Tabelle 1.
E-Bike-Exporte wachsen zweistellig
Ganz anderes sieht es da bei den E-Bike-Exporten aus. Sie wuchsen im ersten Halbjahr 2020 auf 364.181 Einheiten (plus 26,19 Prozent). Heißt auch, dass bereits fast ein Drittel der gesamten Taiwan- Fahrradproduktion auf E-Bikes entfällt. Und das obwohl die Taiwaner im Vergleich erst relativ spät auf den anfangs nur in Europa durchstartenden E-Bike-Boom reagierten (der mittlerweile allerdings auch andere Weltregionen erfasst hast – siehe dazu Tabelle 2 in einer der kommenden RadMarkt-Ausgaben). Der Wert dieser E-Bike-Exportmenge kletterte ebenfalls zweistellig um 21,64 Prozent auf insgesamt 462,12 Millionen US$ (393,15 Millionen Euro). Anders als bei den Fahrrädern sank allerdings der Durchschnittspreis eines aus Taiwan in die Welt exportierten E-Bikes um seichte 3,6 Prozent auf 1.272,43 US$ (1.082,56 Euro).
Fahrrad- und E-Bike-Exporte in die DACH-Region
Auch interessant, wie unterschiedlich sich Taiwans Fahrrad- und E-Bike-Exportmengen im deutschsprachigen Raum (DACH-Region) entwickeln. Während Deutschland mit einer aus Taiwan kommenden Fahrrad-Menge 01-06/2020 von 36.321 Einheiten im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres ein Minus von 59,5 Prozent schlucken musste, sah das in Österreich und der Schweiz ganz anders aus. Allerdings sind dort auch die Stückzahl-Mengen nicht mit denen in Deutschland zu vergleichen. Mehr dazu Tabelle 3 in einer der kommenden RadMarkt-Ausgaben.
Der Wert dieser nach Deutschland gelangten Fahrradmenge lag mit seinen 12,22 Millionen US$ (10,39 Millionen Euro) auch 49,2 Prozent unter dem vergleichbaren Wert des Vorjahres. Dafür war aber der erzielte Durchschnittspreis mit einem Plus von 25,43 Prozent über dem im ersten Halbjahr 2019 – befindet sich aber immer noch im Vergleich (siehe dazu auch die erzielten Durchschnittswerte in Österreich und der Schweiz in Tabelle 3) mit seinen 336,41 US$ (285,92 Euro) auf einem niedrigen Niveau.
Wie bei Taiwans Fahrradexporten ist auch die Entwicklung der in die DACH-Region surrenden E-Bike-Exporte sehr unterschiedlich. Hier konnten sie in Deutschland und im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 um zweistellige 19,32 Prozent auf 28.490 Einheiten wachsen (während die Mengenexporte Richtung Österreich und Schweiz ein seichtes Minus bzw. seichtes Plus einfuhren – siehe Tabelle 4 in einer der kommenden RadMarkt-Ausgaben).
Der Mengenzuwachs von Taiwans E-Bike-Exporten nach Deutschland führte allerdings nicht zu einem Wertzuwachs. Ganz im Gegenteil: trotz des zweistelligen Mengenzuwachses wurde ein zweistelliges Wertminus von 21,87 Prozent auf insgesamt 20,97 Millionen US$ (17,83 Millionen Euro) eingefahren. Dieses Ergebnis wirkte sich natürlich auch auf den erzielten Durchschnittspreis aus: der sank im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres um 34,52 Prozent auf 1.124,02 US$ (955,80 Euro).
In diesem Zusammenhang auch interessant: die erzielten Durchschnittspreise in den Nachbarländern Österreich und Schweiz. Die lagen nämlich mit 1.462,89 bzw. 1.724,66 US$ (1.244,06 bzw. 1.466,67 Euro) ein gutes Stück über dem in Deutschland erzielten Durchschnittspreis (siehe dazu auch Tabelle 4 in einer der kommenden RadMarkt-Ausgaben).
Anders ausgedrückt: Taiwans E-Bikeexporte in die DACH-Region sind in Deutschland am billigsten.

Text/Foto: Jo Beckendorff

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