Thule Group 01-03/2022: alles im guten grünen Bereich

27.04.2022
Thule Group 01-03/2022: alles im guten grünen Bereich.

Laut den ersten vorläufigen Zahlen hat der schwedische Transportsystem-Anbieter Thule Group AB in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2022 ein Umsatzplus von 19,5 Prozent auf nunmehr alles in allem 3,03 Milliarden SEK (291,17 Millionen Euro) erzielt. Damit wurde auch die 3 Milliarden SEK (288,80 Millionen Euro)-Quartalsmarke geknackt. Währungsbereinigt lag das Umsatzplus bei 13,4 Prozent.

In Anbetracht der aktuellen Situation ist Magnus Welander froh, dass der Thule-Umsatz bei unverändert hoher Profitabilität weiter zulegen konnte. In diesem Zusammenhang verweist der Thule Group-CEO und -President auf »den Einmarsch Russlands in die Ukraine, die anhaltenden Herausforderungen in den globalen Lieferketten und die erheblichen Kostensteigerungen, die jeden betreffen«.
Dem Unternehmen sei es gelungen, »die Auswirkungen von teureren Rohstoffen, höheren Frachtpreisen und gestiegenem Krankenstand durch höhere Preise und Effizienzmaßnahmen zu kompensieren«.
Somit konnte das operative Ergebnis (EBIT) im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Vorjahres um 16,7 Prozent auf 692 Millionen SEK (66,61 Millionen Euro) zulegen. Der Nettogewinn lag mit 527 Millionen SEK (50,72 Millionen Euro) ebenfalls zweistellig im Plus (17,9 Prozent).
Guter Start in der Verkaufsregion Europa und Rest der Welt
Trotz eines sofortigen Verkaufsstopps für Russland und Weißrussland nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine konnte Thule Group in der Verkaufsregion Europa und dem Rest der Welt ein Umsatzplus von 12,6 Prozent (währungsbereinigt 8,8 Prozent) auf 2,16 Milliarden SEK (207,90 Millionen Euro) erzielen. Da die beiden oben genannten Länder weniger als 1 Prozent des Thule-Umsatzes ausmachen, halten sich die diesbezüglichen Auswirkungen in Grenzen.
Zum guten Ergebnis konnte alle vier Produktkategorien (»Sport&Cargo Carriers«, »Active with Kids«, »Packs, Bags & Luggage«, »RV Products«) beitragen.
Größtes Wachstum wurden auf den Ländermärkten Deutschland, Belgien, die Niederlande, Frankreich, die Tschechische Republik und Spanien erzielt. In der südlichen Hemisphäre entwickelten sich vor allem Australien, Neuseeland und Südafrika weiterhin gut.
Verkaufsregion Americas
Noch besser entwickelte sich das Thule-Geschäft in der Verkaufsregion Americas. Dort konnten die Schweden ihren Umsatz im Vergleich zum ersten Quartal 2021 um 40,0 Prozent (währungsbereinigt 26,8 Prozent) auf 876 Millionen (84,31 Millionen Euro) heben.
Sowohl in Süd- als auch Nordamerika wuchsen die Verkäufe aller vier Produktkategorien. Allerdings mussten die Schweden feststellen, dass die großen nordamerikanischen Einzelhändler anders als ihre Kollegen aus der Verkaufsregion Europa und dem Rest der Welt im Laufe des Quartals ihre Lagerbestände vor der Frühjahrssaison 2022 im Vergleich zur Saison vor dem Frühjahr 2021 deutlich erhöht haben: »Dieser Bestandsaufbau fand bei unseren europäischen Einzelhändlern nicht statt.«
Produktionskapazität erhöht, Lagerbestände ausgebaut
Um dem erheblichen Umsatzanstieg gerecht zu werden, hat Thule Group bereits beträchtliche Mittel in den weiteren Ausbau seiner Produktionskapazitäten investiert. Die gestiegene Nachfrage im Herbst und zu Beginn des Jahres habe man dank erhöhter Kapazität besser bedienen können. »Wir gehen daher davon aus, dass die Lagerbestände im Handel vor der Hochsaison wieder ähnlich ausgeglichen sind wie vor der Pandemie«, erklärt Welander.
Um auch in Zukunft eine hohe Lieferzuverlässigkeit und kurze Vorlaufzeiten zu gewährleisten, haben die Schweden ihre Lagerbestände im Laufe des Quartals und mit Blick auf die Frühjahrssaison weiter aufgestockt: »In der jetzigen Zeit sind höhere Lagerbestände erforderlich, um die deutlich verlängerten Lieferzeiten verschiedener Komponenten flexibel zu handhaben und etwaige größere Verzögerungen in der globalen Lieferkette zu antizipieren. Der Aufbau der Lagerbestände umfasst Komponenten für Produkte mit hohem Durchsatz.«
Ausblick
Der zugrundeliegende Markttrend, dass die Verbraucher ein aktives Leben in der Nähe ihres Zuhauses führen wollen, bleibt stabil und spielt Thule Group in die Karten. Somit geht der Anbieter für die nächsten Jahre von einem weiteren Marktwachstum seiner vier bestehenden Produktkategorien in Höhe »von etwa 3 bis 4 Prozent« aus.
Das würde einem Wachstum der Vor-Corona-Zeit entsprechen: »Unser Ziel bleibt es, Marktanteile zu gewinnen und das Marktwachstum in unseren derzeitigen Kategorien weiterhin zu übertreffen.«
Letztendlich macht es der Thule Group-CEO und -President noch einmal richtig spannend: »Im Jahr 2023 werden wir mit zwei weiteren Produktkategorien eine Wachstumsreise starten. Ich freue mich darauf, diese auf dem Kapitalmarkttag im schwedischen Hillerstorp am Mittwoch, den 11. Mai, vorzustellen.«
Dort würde dann auch die moderne Dachträgerfabrik, das neu eröffnete globale Entwicklungszentrum und das erweiterte Thule Test Center vorgestellt.

Text: Jo Beckendorff, Foto: Thule Group

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