Über Nachhaltigkeit informiert sich der Kunde im Laden

09.07.2012

Das Ladengeschäft ist für deutsche Konsumenten Anlaufpunkt Nummer eins, wenn sie sich über die Nachhaltigkeit von Waren und Dienstleistungen informieren wollen. Das ist das Ergebnis des sogenannten CSR-Trackers (CSR=Corporate Social Responsibility) des Instituts für Handelsforschung Köln (IFH).

Wie wichtig der Aspekt der transparenten Information auch im Bereich Verpackung und Präsentation ist, belegt der Anteil von 35 Prozent der Befragten, die angaben, sich direkt vor Ort mit den Produkteigenschaften vertraut zu machen. Ein Drittel der Befragten informieren sich über Presse und Werbung.
Nachhaltigkeit beeinflusst die Kaufentscheidung unmittelbar am Point of Sale konstatiert das Institut. »Die Investitionen, die viele Firmen in den vergangenen Jahren in Ihre Nachhaltigkeitskommunikation gesteckt haben, zahlen sich jetzt aus«, so Bettina Willmann, Bereichsleiterin Forschung und Konzepte am IFH Köln. Soziale Medien wie Facebook und Co werden immerhin von 14 Prozent genutzt. Deshalb seien diese Kanäle sind zukünftig im Medien-Mix für die Nachhaltigkeitskommunikation nicht zu vernachlässigen, empfiehlt Willmann.
Der Lebensmittelbranche gelingt es offenbar am besten, Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu transportieren. Mehr als jeder Zweite der über 3.000 Befragten gab an, dass ihnen das Thema Nachhaltigkeit schon häufiger im Zusammenhang mit Lebensmitteln begegnet sei. Damit liegt der Food-Bereich mit Abstand auf Platz eins, gefolgt von Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel mit 45 Prozent. Der Do-it-Yourself-Bereich wird im Vergleich zu den anderen Branchen am nachhaltigsten wahrgenommen, ausgenommen der Produktgruppe Lacke und Farben.
Generell sind produktgruppenübergreifend noch Informationsdefizite vorhanden, denn 14 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen bei keinem der zur Auswahl stehenden Branchen das Thema Nachhaltigkeit begegne.
Das Institut für Handelsforschung Köln (IFH) nimmt regelmäßig alle sechs Monate eine Messung der Wahrnehmung von Einzelhändlern aus Sicht von rund 3.000 Verbrauchern vor. Bei dem sogenannten CSR-Tracker (CSR=Corporate Social Responsibility) werden die Händler in sechs Dimensionen des CSR beurteilt: Aufrichtigkeit der öffentlichen Information, Fairness im Wettbewerb, Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Kultur, Engagement für den Erhalt der Umwelt, Mitarbeiter-Behandlung sowie soziale und ökologische Werte im Produktangebot. Neben dem Lebensmittelmitteleinzelhandel werden Drogerien, Baumärkte, Textil- und Versandhändler sowie sonstige Händler abgefragt.
www.ifhkoeln.de

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