UPS-Studie zur Zukunft elektrischer Fahrzeugflotten

08.11.2018
UPS E-Bike unterwegs in Dublin.
UPS mit dem E-Bike unterwegs in Dublin.

Kosten sparen und etwas für die Umwelt tun sind die Hauptfaktoren, die Flottenbetreiber motivieren, auf Elektrofahrzeuge umzurüsten. Das geht aus einer jetzt von Paketdienstleister UPS und dem Marktforschungsunternehmen Green Biz veröffentlichten Studie hervor.

Für die Studie zur Zukunft der Flotten-Elektrifizierung unter dem Titel »Curve Ahead: The Future of Fleet Electrification« wurden neben einer qualitativen Untersuchung in einer Online-Umfrage im Juni 2018 mehr als 200 Flottenmanager und -Experten sowohl nach den wichtigsten Beweggründen für die Umrüstung gefragt als auch nach den Hindernissen und Strategien, um den Markt für gewerbliche Elektro-Fahrzeuge aus seiner Nische herauszubringen.
Die Ergebnisse: 83 Prozent der befragten Großunternehmen gaben Nachhaltigkeits- und Umweltziele als Motiv für die Umrüstung an.  64 Prozent der Befragten fanden niedrigere Gesamtbetriebskosten ein Argument – wenn man alle direkten und indirekten Kosten  über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs einrechnet, denn Elektrofahrzeuge sparen Kraftstoff und sind oft wartungsärmer als herkömmliche Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, heißt es dort.
Als größte Hürden identifizierten die Macher der Studie den Anschaffungspreis (55 Prozent) und die Ladeinfrastruktur (44 Prozent). 92 Prozent gaben an, dass ihre Firma »nicht sehr gut ausgestattet« für das Laden der Flotte. Allerdings gab auch weniger als die Hälfte der befragten Unternehmen an, bereits mit Regierungen oder Versorgungsunternehmen zusammenarbeiten, um die Ladeinfrastruktur gemeinsam zu verbessern.
Bei UPS sieht der für die Flottenunterhaltung zuständige Senior Director of Automotive Maintenance and Engineering, Scott Philippi, den Wendepunkt bald gekommen: »Die Herausforderungen hinsichtlich der Kosten und Infrastruktur können gewaltig sein, aber wir haben begonnen, Lösungen zu entwickeln. In den USA haben wir kürzlich 50 elektrisch betriebene Zustellfahrzeuge bestellt, von denen wir erwarten, dass sie in etwa die gleichen Gesamtkosten haben werden wie konventionelle, dieselbetriebene Fahrzeuge. In London konnten wir durch eine Zusammenarbeit zwischen staatlichen und privaten Organisationen eine Lösung für unseren Strombedarf zum Laden der Fahrzeuge finden. Wenn wir also das Thema wirtschaftlich betrachten und einbeziehen, dass Städte und Landesregierungen Elektrofahrzeuge zunehmend bevorzugen, wird uns das helfen, den Wendepunkt für die Einführung einer großen Elektrofahrzeugflotte zu erreichen.«
Als Strategien nannten die Befragten zum Beispiel, dass sie statt die Gesamtflotte auf einmal zu tauschen beim Austausch einzelner Fahrzeugen den Schwerpunkt auf elektrische Optionen legen und Leasing in Betracht ziehen, um den Anschaffungspreis zu umgehen. Dabei hänge die Umstellung von Verbrennungsmotoren auf Elektrofahrzeuge von der spezifischen Fahrzeugnutzung, der Größe und Verteilung der Flotten über die Gebiete hinweg, den Stromkosten und dem Zugang zur Ladeinfrastruktur ab.

Markt für gewerbliche Elektro-Fahrzeuge wächst
70 Prozent der Unternehmen berichten, dass sie eng mit Fahrzeugherstellern und -zulieferern zusammenarbeiten, um die neuesten Elektrofahrzeug-Technologien gemeinsam voranzubringen. Diese Kommunikation bezeichnen die Studienmacher als wichtig, da andererseits auch 32 Prozent der Befragten angeben, dass eine unzureichende Produktverfügbarkeit der Umrüstung der Flotte im Wege stehe. UPS arbeitet mit Nutzfahrzeugherstellern wie Arrival, Tesla, Thor Trucks und Workhorse zusammen und liefert Daten und Leistungsrückmeldungen, um die Produktverfügbarkeit zu fördern und individuellen Anforderungen in die Entwicklung einfließen zu lassen.
Außerdem kooperiere UPS mit Verwaltungen und Versorgungsunternehmen, um innovative Technologien zu nutzen, wie zum Beispiel das intelligente Ladenetz (Smart Grid) in London. Smart Grid ermöglicht es UPS, seine Elektrofahrzeugflotte ohne einen kostenintensiven Ausbau des Stromnetzes zu laden. Das Projekt, das durch die Beteiligung von UK Power Networks, Cross River Partnership und dem britischen Office for Low Emissions Vehicles ermöglicht wurde, sei ein Beispiel dafür, wie Zusammenarbeit Barrieren der Fahrzeugelektrifizierung überwinden kann.
UPS verfügt heute über mehr als 1.000 Elektro- und Hybrid-Elektrofahrzeuge, die weltweit eingesetzt werden. Die UPS Flotte von rund 9.300 Fahrzeugen mit alternativen Kraftstoffen fährt heute mehr als 1,6 Millionen Kilometer pro Tag.
Seit 2008 hat das Unternehmen rund 871 Millionen Euro in alternative Kraftstoffe, Fahrzeuge und Infrastruktur investiert. Der Plan ist, bis 2020 den Anteil der Fahrzeuge mit alternativen Antrieben an den jährlichen Neuanschaffungen auf ein Viertel zu steigern.
Die Forschungsergebnisse wurden publiziert unter: ups.com/sustainability

vz/Foto: UPS

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