Verbände fordern sicheren Verkauf in geöffneten Fahrradläden

08.04.2020
Fahrradverbands-Logos.

Gleich sieben deutsche Verbände der Fahrradwirtschaft haben sich in einem gemeinsamen Schreiben direkt an die jeweiligen Ministerpräsidenten und Wirtschaftsminister der Bundesländer gewandt. Darin bitten sie diese im Namen der deutschen Fahrradbranche, »die Möglichkeit der Öffnung von Fahrradläden unter bestimmten Umständen zu prüfen«. Anders ausgedrückt: die Verbänds-Septett schlägt vor, »den Verkauf von Fahrrädern, E-Bikes und Zubehör in den lokalen Fahrradläden unter streng kontrollierten Bedingungen und Einhaltung der Hygienevorschriften des RKI zu gestatten«.

Hier das Schreiben im Original:
»Die Verbände der Fahrradwirtschaft unterstützen weiterhin die Maßnahmen von Bund und Ländern, um die Ausbreitung des SARS-COV-2 zu verlangsamen. Wie lange diese Maßnahmen aufrechterhalten werden und ob sie ausreichen, obliegt der Abwägung der Politik.
Die Bevölkerung muss ihr Mobilitäts- und Freizeitverhalten der Krise anpassen. Das ist bereits deutlich sichtbar, individuelle Verkehrsmittel und zu Fuß gehen nehmen zu, der öffentliche Verkehr wird weniger genutzt. Das Fahrrad spielt dabei eine Schlüsselrolle, es ist aus unserer Sicht systemrelevant für ein krisenfestes Verkehrssystem:
-Es sichert Nahmobilität mit bestmöglichem Schutz vor Ansteckung.
- Es ermöglicht Freizeitaktivität an der frischen Luft und hilft gegen den „Lagerkoller" ohne sich zu nahe zu kommen.
- Es stärkt Herz-Kreislaufsystem und Lunge und ist gut für das Immunsystem.
Erfreulicherweise sind alle Bundesländer unserer Empfehlung gefolgt und gestatten die Öffnung von Fahrradwerkstätten. Doch es geht um mehr: Viele Menschen wollen gerade jetzt ein neues Fahrrad erwerben, weil sie entweder keines haben oder das alte Rad nicht mehr nutzbar ist.
Wir schlagen daher vor, den Verkauf von Fahrrädern, E-Bikes und Zubehör in den lokalen Fahrradläden unter streng kontrollierten Bedingungen und Einhaltung der Hygienevorschriften des RKI zu gestatten.«
Unterzeichnet ist dieses Schreiben von folgenden Verbands-Oberen:
Jörg Müsse, Bico Zweirad Marketing GmbH
Franz-Josef Feldkämper, Bundesinnungsverband Zweirad-Handwerk
Wasilis von Rauch, Bundesverband Zukunft Fahrrad e.V.
Thomas Kunz, Verband des Deutschen Zweiradhandels e. V.
Albert Herresthal, Verbund Service und Fahrrad e.V.
Georg Honkomp, Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft eG
Siegfried Neuberger, Zweirad-Industrie-Verband e.V.
Begleitend zu diesem Schreiben befand sich ein Maßnahmenpapier mit Empfehlungen, »wie der Verkauf in Fahrradgeschäften sowohl für Kunden als auch für Mitarbeitende mit minimalem Risiko der Ansteckung umgesetzt werden kann (nur mit Termin, kein Publikumsverkehr)«.
In diesem Zusammenhang verweisen die Verbände darauf, dass der Verkauf in Fahrradgeschäften in den Ländern Berlin, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern der »bereits erprobte Praxis« sei.

Text: Jo Beckendorff/Verbände

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