Vista Outdoor 10-12/18: Schlappe Zahlen und Prognosen-Korrektur

15.02.2019
Vista Group Logo.

Der u.s.-amerikanische Jagd-/Schießsport und Outdoor-Anbieter Vista Outdoor Inc. hat in seinem vom Oktober bis Dezember laufenden dritten Verkaufsquartal des Geschäftsjahres 2018/2019 einen Gesamtumsatz von 468 Millionen US$ (413,04 Millionen Euro) eingefahren. Verglichen mit dem dritten Verkaufsquartal des Vorjahres ist das ein Minus von 20 Prozent – und ein Minus von 13 Prozent auf organischer Basis »sowie ohne die Ergebnisse unserer kürzlich verkauften Marken Bolle, Serengeti und Cebe«.

Vista Outdoor begründet den zweistellige Umsatzminus mit Rückgängen beim Verkauf von Munition und Schusswaffen, Jagd-/Schießzubehör und im Sektor Outdoor (also alle Bereich, in denen das Unternehmen aktiv ist). Kurzer Blick zurück: Nachdem Großkunde Walmart seine Geschäftsbeziehungen mit Vista 2017 nach Boykottaufrufen von Waffengegnern beendet hatte, war der im Schießsport bestens aufgestellte Anbieter ins Trudeln geraten. Seitdem laufen bis zum heutigen Zeitpunkt umfangreiche Umstrukturierungsmaßnahmen.
Mit dem Umsatz sank auch der Bruttogewinn um 25 Prozent auf 94 Millionen US$ (82,95 Millionen Euro). Auch hier verweist das sich mitten in einer Umstrukturierung befindende börsennotierte Unternehmen auf ein Minus von 15 Prozent auf organischer Basis sowie ohne die Ergebnisse der oben genannten kürzlich verkauften Eyewear-Sparte.
Was den bereits Anfang 2018 kommunizierten Verkaufswunsch der auch der Fahrradbranche zugewandten Marken Bell, Blackburn und Giro betrifft, die man einst im Zuge der BRG Sports (alias Easton-Bell-Sports-)Übernahme in die Outdoor-Division von Vista Outdoor integriert hatte, scheint man noch nicht weiter gekommen zu sein. Der Verkaufswunsch besteht jedoch weiterhin. Übrigens: zur Outdoor-Sparte von Vista gehört auch Trinksystem-Pionier Camelbak.
Zu den vorgelegten Geschäftszahlen, die wenig Informationen über die drei ersten Verkaufsquartale enthalten und sich fast ausschließlich auf das dritte Verkaufsquartal des laufenden Geschäftsjahres 2018/19 beziehen, meint Vista Outdoor-CEO Chris Metz: »Während wir dem Marktdruck, insbesondere im Munitionsgeschäft, weiterhin ausgesetzt sind, senken wir die Kosten und verbessern die Profitabilität im gesamten Portfolio. Dies zeigt sich in der Lieferung von drei aufeinander folgenden Quartalen des bereinigten EPS-Wachstums und einer deutlichen Reduzierung unserer bereinigten operativen Aufwendungen. Auch die Portfoliobereinigung wird fortgesetzt, nachdem wir bei der geplanten Veräußerung von Savage Arms wesentliche Fortschritte erzielt haben. Wir haben auch den Aufbau einer flexibleren und widerstandsfähigeren Vista Outdoor-Bilanz fortgesetzt, nachdem wir im dritten Quartal eine Refinanzierung unserer primären Unternehmens-Kreditfazilitäten abgeschlossen haben, und wir erwarten, dass wir die Erlöse aus der Veräußerung von Savage zur Fortsetzung unseres Schuldenverringerungs-Prozesses verwenden werden. Ich freue mich über die Fortschritte bei unserem Turnaround und bin weiterhin optimistisch, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen, um unser Unternehmen erfolgreich zu positionieren.«
Darüber hinaus haben man »aufgrund einer schwächer als erwartet verlaufenen Weihnachtseinkaufssaison 2018 und zunehmender Unsicherheit über die Auswirkungen von Privatinsolvenzen, Zöllen und anderen Faktoren, die den Markt für unsere Produkte beeinflussen, unsere Umsatzprognosen für das Geschäftsjahr 2020 und darüber hinaus für eine Reihe unserer Berichtseinheiten im Rahmen unserer langfristigen Finanzplanung reduziert, die ab unserem dritten Quartal jährlich aktualisiert wird«.
Somit haben die U.S.-Amerikaner auch ihre Prognosen für das Geschäftsjahr 2018/19 nach unten korrigiert. War man bisher von einem Gesamtumsatz zwischen 2,1 und 2,16 Milliarden US$ (1,85 und 1,91 Milliarden Euro)  ausgegangen, sieht man ihn jetzt im Bereich 2 bis 2,05 Milliarden US$ (1,77 und 1,81 Milliarden Euro). Diese Prognose beinhalte allerdings nicht »die Auswirkungen zukünftiger strategischer Akquisitionen, Verkäufen, Investitionen, Unternehmenszusammenschlüsse oder anderer bedeutender Transaktionen«.

Text: Jo Beckendorff

Weitere Themen, die Sie interessieren könnten