Yamaha verlagert »PW Series«-Produktion nach Frankreich

16.09.2022
 Yamaha verlagert »PW Series«-Produktion nach Frankreich.

Kleiner, leichter, stärker – mit diesen Merkmalen präsentierte Pedelec-Pionier Yamaha Motor Co., Ltd. mit der Antriebseinheit »PW-X3« im letzten Jahr den ersten Mittelmotor der dritten »PW«-Generation. Laut den Japanern ist der mit seiner Performance genauestens auf die Anforderungen europäischer E-MTB-Anbieter ausgerichtet. Mit dem »PW-S2« folgt in der kommenden Saison 2023 eine günstigere Variante. Gleichzeitig wird die Produktion der gesamten »PW«-Serie marktnah dorthin verlagert, wo E-MTBs gerade exorbitant boomen: nämlich nach Europa.

Laut den Japanern findet die Produktionsverlagerung nicht nur im Rahmen des Unternehmensziels der Klimaneutralität statt, sondern verringert damit auch »den Bedarf an teuren und in letzter Zeit unzuverlässigen Logistikoperationen und bietet den Fahrradherstellern viele zusätzliche Vorteile: erheblich kürzere Vorlaufzeiten, höhere Flexibilität bei den Lieferungen, Beseitigung externer Schocks in der Lieferkette - wie z. B. Hafenüberlastungen -, optimierte Verpackung für die EU-Binnenlogistik und Abfallreduzierung«.
Yamaha-Tochter MBK
Ergo werden die »PW«-Antriebseinheiten künftig von MBK Industrie S.A. im französischen St. Quentin hergestellt. Nach dem Konkurs des vielen Lesern sicherlich noch bekannten 1923 gegründeten Motorrad-Herstellers Motobécane (Stichwort Mofa »Mobylette«) im Jahr 1984 wurde dieses Unternehmen von Yamaha Motor komplett übernommen. Seitdem firmiert es unter dem Namen MBK.
Die Yamaha-Tochter produziert derzeit jährlich über 80.000 Yamaha-Motorräder, -Motorroller und Mofas für den europäischen Markt. Mit der (Umweltschutz-)Zertifizierung »ISO 14001« und der (Qualitätsverbesserungs-)Zertifizierung »ISO 9001« ist MBK Industrie laut Yamaha »in der Lage, seinen Kunden in der EU ein Höchstmaß an Service zu bieten«.
Neuer »PW-S2«-Motor:»less is more«
Yamahas neue E-Bike Antriebseinheit »PW-S2« surrt unter dem Motto »weniger ist mehr« in den Markt. Mit einem maximalen Drehmoment von 75 Newtonmeter ist der kompakte Antrieb laut Anbieter »über 7 Prozent leistungsstärker als der ‚PWseries ST‘. Gleichzeitig wurde das Gewicht auf nur 2,85 Kilogramm gesenkt – 16 Prozent weniger als beim Vorgängermodell - und gehört damit zu den leichtesten seiner Klasse«. Diese Kombination aus erhöhter Leistung bei reduzierter Masse und einem um 20 Prozent verringerten Volumen würde sicherstellen, dass die neue ‚PWseries S2‘ eines der höchsten Drehmoment-Gewichts-Verhältnisse »für eine starke, sofortige und benutzerfreundliche Leistung im Segment der großvolumigen Multi-Role-Antriebseinheiten erreicht«. Die hauseigene »Yamaha Zero Cadence«-Technologie sorgt für komfortables und effizientes Pedalieren. Das verringerte Volumen des Motors ermöglicht es wiederum den Fahrradherstellern außerdem, Rahmendesigns mit kürzeren Kettenstreben zu entwickeln, die die Gesamtsteifigkeit erhöhen. Damit könne eine bessere Manövrierfähigkeit und eine bessere Traktion des Hinterrads erreicht werden. Des Weiteren verfügt der neue Antrieb über eine um 22,8 Millimeter kürzere Tretlagerwelle. Sie soll eine verbesserte Tretleistung und ein besseres Fahrgefühl bieten. Außerdem steht ein neues ISIS-Tretlagerachsen-Interface für eine höhere Steifigkeit.
Neues 3-Zoll LCD-Display: »Einschalten und losfahren«
Ergänzt wird die neue E-Bike-Antriebseinheit durch das neue »Display B« Marke »Einschalten und losfahren«. Das 3-Zoll-LCD-Display zeigt großformatige Informationen in Englisch, Deutsch, Französisch, Niederländisch, Italienisch und Spanisch an. Eine zentrale Anordnung sorgt für einen sauberen und übersichtlichen Lenkerbereich. Zum Schutz vor Diebstahl und Witterungseinflüssen kann das Gerät mit einem Tastendruck aus der Halterung genommen werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, das Display mit einer Schraube zu befestigen.
Mehr Infos zu allen angebotenen E-Bike-Antrieben von Yamaha finden Sie auf Deutsch unter diesem Link.

Text: Jo Beckendorff, Fotos: Yamaha

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