Wie daraus rechtssichere, naturverträgliche und gut geplante Angebote entstehen können, ist eines der zentralen Themen des 9. Deutschen Mountainbike-Kongresses. Vom 16. bis 18. Juni bringt das Mountainbike Forum Deutschland e. V. rund 150 Fachleute aus Kommunen, Tourismus, Forst, Verwaltung und Bike-Community im Kultur-Bahnhof Aalen zusammen.
Single-Trails trotz Zwei-Meter-Regel: Welche Spielräume entstehen?
Seit 1995 beschränkt die Zwei-Meter-Regel in Baden-Württemberg das Radfahren auf Wege von mindestens zwei Meter Breite und ist damit das einzige Bundesland mit einer pauschalen Restriktion für das Radfahren im Wald. Auch wenn diese Regelung bestehen bleiben soll, bekennt sich die neue Koalition aus Bündnis 90/Die Grünen und CDU dazu, Kommunen aktiv bei der Einführung von Single-Trails zu unterstützen. Beim Mountainbike-Kongress beleuchtet ein politisches Fachpanel, was diese Formulierung konkret bedeutet: Welche Spielräume entstehen dadurch für Kommunen, Vereine und Destinationen? Wie soll die Unterstützung organisiert werden? Und können dadurch oftmals langwierige und mit Bürokratie überfrachtete Genehmigungsprozesse künftig entschlackt und beschleunigt werden?
Das dreitägige Kongressprogramm verbindet strategische Einordnung mit konkreten Handlungsoptionen. Im Mittelpunkt stehen drei Themenfelder, die für Kommunen, Destinationen, Verwaltung, Forst und Bike-Community entscheidend sind.
Recht, Verwaltung und Umsetzung: Ein neuer Leitfaden zur Verkehrssicherungspflicht bei MTB-Trails soll mehr Rechtsklarheit schaffen und Genehmigungsprozesse erleichtern. Verwaltungsperspektiven aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern zeigen, welche Ansätze in der Forstpraxis bereits funktionieren.
Qualität, Finanzierung und Daten: Der Kongress beleuchtet Finanzierungsmodelle für Bike-Infrastruktur und den Datenbedarf von Kommunen und Destinationen im MTB-Monitor 2026. Zudem gibt der Schwäbische Alb Tourismusverband Einblick in sein Qualitätskonzept Bike.
Community, Zielgruppen und Zukunftsbilder: Weitere Programmpunkte widmen sich der Gravel-Zielgruppe, digitaler Infrastruktur und Zielgruppenbindung, internationalen Bike-Strategien aus der Schweiz und Österreich sowie der Frage, wie Mountainbiken gesellschaftlich wahrgenommen wird.
Destinationspartner Schwäbische Alb
Der Schwäbische Alb Tourismus (SAT) und die Stadt Aalen sind Destinationspartner des diesjährigen Kongresses. Auf dem Kongress gibt die SAT Einblick in ihr Qualitätskonzept BIKE, während Aalen auf der Fachexkursion seine Zusammenarbeit mit der lokalen MTB-Community vorstellt und erlebbar macht.
Bike Spirit Awards: Premiere beim Sommerabend
Erstmals verleiht das Mountainbike Forum Deutschland beim Bike-Sommerabend die Bike Spirit Awards. Ausgezeichnet werden Projekte in den drei Kategorien Trailbau (ehrenamtliche Projekte im Einklang mit Natur und Community), Vielfalt (Initiativen, die Barrieren abbauen und neue Zielgruppen ansprechen) sowie Bike-Erlebnis (Bikeparks, Trailcentres, Destinationen und Reiseanbieter, die Trails, Bike-Vibes und ökologische Nachhaltigkeit verbinden). Fachjury und Community-Voting entscheiden bis zum 31. Mai gemeinsam über die Gewinnerprojekte.
Vernetzung als Teil des Programms
Neben dem Fachprogramm bietet der Kongress gezielte Formate für Austausch und Begegnung: eine (E-)MTB-Fachexkursion zu den Trails in Aalen am Dienstag, einen moderierten Netzwerkabend sowie geführte MTB-, E-MTB- und Gravel-Touren am Mittwoch. Erstmals wird in Kooperation mit Women in Cycling Germany (Stuttgart Hub) und Women in MTB ein Women Ride Out angeboten.
