Mit diesem Gesamtumsatz wurden zwar Analystenprognosen übertroffen. Damit lag er aber immer noch circa 12 Prozent unter dem des vergleichbaren Vorjahres-Zeitraumes. Nach Bekanntgabe fiel die Peloton-Aktie um 4,8 Prozent. Somit hat sie in diesem Kalenderjahr bereits 22 Prozent ihres Werts eingebüßt.
205,5 Millionen USD (182,7 Millionen Euro) des dritten Quartals-Gesamtumsatzes entfallen auf das Geschäftsfeld »Connected Fitness Products« und 418,5 Millionen USD (372,0 Millionen Euro) auf »Subscription«. Verglichen mit dem Vorjahres-Zeitraum ist das ein Umsatzrückgang von 26,6 bzw. 4,4 Prozent.
Geographisch aufgeteilt entfielen mehrheitliche 91,7 Prozent bzw. 572,1 Millionen USD (508,5 Millionen Euro) des dritten Quartals-Gesamtumsatzes auf Nordamerika (88 Prozent bzw. 549,5 Millionen USD = 488,4 Millionen Euro alleine auf die Peloton-Heimat USA).
Weiterer Verlustabbau mit Hilfe der laufenden radikalen Restrukturierung
Dass das letztendliche Gesamtergebnis nicht schlechter ausgefallen ist, liegt an den im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 23 Prozent reduzierten Betriebsausgaben und dem weiteren Schuldenstand-Abbau.
Um den operativen Fokus des Unternehmens neu auszurichten, greift der schon im Februar 2022 aufgestellte und 2024 erweiterte Restrukturierungsplan mit folgenden Maßnahmen:
– Reduzierung des Personalbestands des Unternehmens
– Schließung mehrerer Montage- und Fertigungswerke (einschließlich der Fertigstellung und des anschließenden Verkaufs des Rohbaus für den zuvor geplanten Peloton Output Park des Unternehmens)
– die Schließung und Konsolidierung mehrerer Vertriebsstandorte
– die Verlagerung zu externen Logistikanbietern an bestimmten Standorten
– die Aufgabe aller eigenen Produktionsbetriebe und die vollständige Übertragung aller nordamerikanischen Außendienst-Tätigkeiten auf Drittanbieter übertragen (einschließlich einer erheblichen Reduzierung des Lieferteams
– die Streichung einer beträchtliche Anzahl von Funktionen im nordamerikanischen Mitglieder-Betreuungsteam sowie die Immobilien-Aufgabe an den Standorten Plano und Tempe
– die Reduzierung der Einzelhandels-Präsenz
Die rigiden Maßnahmen haben dazu geführt, dass Peloton seine Verluste deutlich verringern konnte – im dritten Jahresquartal von dem im vergleichbaren Vorjahres-Zeitraum ausgewiesenen Nettoverlust von 167,3 Millionen USD (148,7 Millionen Euro) auf einen Nettoverlust von 32,4 Millionen USD (28,8 Millionen Euro). Im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Peloton-Geschäftsjahres 2023/2024 konnte der Nettoverlust von 521,4 Millionen USD (463.5 Millionen Euro) auf 138,2 Millionen USD (122.8 Millionen Euro) reduziert werden. Das Unternehmen geht davon aus, dass der Großteil des aktuellen Restrukturierungsplans bis zum Ende des Geschäftsjahres 2025 im Wesentlichen abgeschlossen sein wird.
Ausblick
Was der laufende Restrukturierungsplan allerdings nicht vorausschauend berücksichtigen konnte, ist die globale Handelspolitik der US-Regierung und die damit verhängten Zölle. »Wir beobachten weiterhin genau die Veränderungen in der internationalen Handelspolitik, in den internationalen Handelsbeziehungen, in der Gesetzgebung und in den Vorschriften, einschließlich derjenigen, die sich auf Zölle beziehen, die sich nachteilig auf die Weltwirtschaft und unser Geschäft, unsere Finanzlage und unsere Betriebsergebnisse auswirken könnten«, heißt es dazu aus der Peloton-Zentrale, »die Auswirkungen von Zöllen hängen von verschiedenen Faktoren ab – unter anderem davon, ob die Zölle letztendlich eingeführt werden, vom Zeitpunkt der Einführung sowie von der Höhe, dem Umfang und der Art der Zölle.«
Stolperstein Sattelstütze?
Außerdem ist da noch die Problematik mit der Sattelstütze des Indoor-Bikes »Bike+«. Die ist bei Gebrauch in einigen Fällen gebrochen. Falls dem Unternehmen dadurch wesentliche Kosten entstehen sollten, die sich unter anderem mit einer Behörden-Auseinandersetzung in dieser Angelegenheit ergeben, »könnten unsere Betriebsergebnisse, unsere Finanzlage und unser Ansehen beeinträchtigt werden«.
Umsatzprognose erst rauf, jetzt runter
Für den Fall der Fälle wurde die Umsatzprognose – nachdem sie nach einer überdurchschnittlichen Leistung im zweiten Jahresquartal des Geschäftsjahres 2024/2025 von einer vormaligen Spanne von 2,40 bis 2,50 Milliarden US$ (zum damaligen Zeitpunkt 2,31 bis 2,40 Milliarden Euro) auf 2,43 bis 2,48 Milliarden US$ (damals 2,34 bis 2,39 Milliarden Euro) erhöht wurde, nun wieder nach unten revidiert. Jetzt geht man von einem Gesamtwert 2024/2025 von 2,46 bis 2,47 Milliarden USD (laut aktuellem Währungskurs 2,19 bis 2,20 Milliarden Euro) aus.
Text: Jo Beckendorff


