• Home
  • Nachrichten
  • Pierer Mobility AG: Gläubiger-Finanzspritze schönt 2025er-Ergebnis

Pierer Mobility AG: Gläubiger-Finanzspritze schönt 2025er-Ergebnis
Nachdem das Gericht die Sanierungspläne der angeschlagenen Pierer Mobility AG und ihrer Motorrad-Tochter KTM AG samt der dazu gehörigen KTM Components GmbH und KTM Forschungs & Entwicklungs GmbH bestätigt und einen Sanierungsgewinn von rund 1,2 Milliarden Euro in die leere Kasse spülte, ergeben sich laut den Österreichern keine wesentlichen Abweichungen zu den bereits kommunizierten vorläufigen Finanzkennzahlen für das Geschäftsjahr 2024 – und eventuell nur geringfügige für die bisher vorgelegten vorläufigen Ergebnisse des laufenden Geschäftsjahres 2025.

Wie bereits mehrfach kommuniziert, hatten die Gläubiger der oben genannten drei KTM-Gesellschaften am 25. Februar einer Sanierungsplan-Quote von 30 Prozent zugestimmt. Der gesamte und endgültige Betrag, der zur Finanzierung der Quote im Rahmen der drei Sanierungspläne erforderlich war, belief sich auf 525 Millionen Euro. Die wurden fristgerecht an die Sanierungsverwalter überwiesen. Die Rechtskraft der Sanierungspläne wird – sofern kein Rekurs erhoben wird – voraussichtlich im Juni 2025 entstehen.
Dies führt zu einem Sanierungsgewinn in Höhe von 70 Prozent bzw. oben genannter rund 1,2 Milliarden Euro. Laut Pierer Mobility ist dieser Sanierungsgewinn EBIT-wirksam – und wird sowohl im ersten Halbjahr als auch im Geschäftsjahr 2025 zu einem positiven EBIT führen. Damit wird auch das Eigenkapital wieder »deutlich im hohen dreistelligen Millionenbereich« positiv.
Motorrad-Vollproduktions-Plan geht von Ende Juli aus
Was man allerdings nicht aus den Augen verlieren sollte: aufgrund der sechsmonatigen Betriebsunterbrechung der KTM Motorrad-Produktion ist mit einem deutlichen Umsatzrückgang zu rechnen – und das in einem weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld.
Die Aufnahme der Vollproduktion wird mit Ende Juli geplant. Dank der in den letzten Jahren getätigten Investitionen wurden die erforderlichen Produktionskapazitäten für die kommenden Jahre gesichert. Die bestehenden Standorte – insbesondere die Stammwerke in Mattighofen und Munderfing – sind damit nachhaltig abgesichert. Wegen der Saisonalität des Geschäfts können allerdings bestehende Produktions-Rückstände nicht kompensiert werden.
Ausblick
Ergo wird mit einem negativen operativen Ergebnis gerechnet – das allerdings aufgrund des oben genannten Sanierungsgewinns deutlich ins Positive gedreht wird und zu einer stabilen Eigenkapital-Struktur führt. O-Ton aus der Pierer Mobility-Zentrale in Wels: »Das Geschäftsjahr 2025 ist geprägt durch das mittlerweile positiv entschiedene Sanierungsverfahren. Hervorzuheben ist die treue Kundencommunity, welche neben der künftigen Produktpolitik die Grundlage für eine erfolgreiche Sanierung darstellt. Die vergangenen Monate haben die Nachfrage nach unseren Produkten bestätigt. Bis zum Jahresende 2025 rechnet das Management mit einer Normalisierung des eigenen und auch des Lagerbestands bei den Händlern und Importeuren.«
Letztendlich auch noch einmal der Hinweis, dass die Motorrad-Marke KTM nichts mit der Fahrrad- und E-Bike-Marke KTM zu tun hat. Erstere gehört zur Pierer Mobility AG und deren Tochter KTM AG, letztere zur KTM Fahrrad GmbH.
Wie Pierer Mobility AG erst letztens offiziell bestätigte, wird man sich noch in diesem Geschäftsjahr komplett aus dem Fahrrad- und E-Bike-Geschäft (Marken Husqvarna E-Bicycles, GasGas E-Bicycles und Felt Bicycles) zurückziehen. So will man sich zukünftig – dem klassischen Spruch »Schuster, bleib bei Deinem Leisten« – voll und ganz auf den Fortbestand des Motorrad-Geschäfts konzentrieren.

Text: Jo Beckendorff

Weitere Themen
Wir woanders
Trekking & Radkultur
Das Magazin für E-Bikes
Taktik & Training
Das Branchenmagazin
Club für leidenschaftliche Fahrradfahrer
Community aus sportlichen Radfahrern