Laut den erstmals unter dem neuen Namen Bajaj Mobility vorgelegten vorläufigen Zahlen hat der Zweirad-Anbieter im letzten Jahr einen Gesamtumsatz von »knapp über 1 Milliarde Euro« eingefahren. Verglichen mit dem Vorjahr ist das ein Rückgang von 46 Prozent.
Motorrad-Absatz zog in der zweiten Jahreshälfte wieder an
Darin enthalten: ein Motorrad-Absatz von 209.704 Einheiten (minus 28 Prozent). Wobei die Österreicher hervorheben, dass sie in der zweiten Jahreshälfte 60 Prozent mehr Motorräder (80.464 Einheiten) verkauften als in der ersten Jahreshälfte. Zudem konnte der Motorradlager-Bestand von 248.580 Einheiten (Stand 31.12.2024) um 147.427 Einheiten auf 101.153 Einheiten (Stand 31.12.2025) reduziert werden. Diese Tatsache sei »ein wesentlicher Meilenstein in der Restrukturierung der KTM«.
Auslaufendes Fahrrad- und E-Bike-Geschäft
Was das zum Jahresende 2025 auslaufende Fahrrad- und E-Bike-Geschäft (Marken Husqvarna E-Bicycles und GasGas E-Bicycles) der Österreicher betrifft, wurden 64.110 Einheiten verkauft (minus 39,7 Prozent). Damit endet das Fahrrad- und E-Bike-Abenteuer des Anbieters, der sich künftig wieder voll und gang auf sein Motorrad-Geschäft konzentrieren will.
KTM-Neubeginn: mehr als 10 Prozent der Mitarbeiter müssen gehen
Diesbezüglich wurden nun auch weitere Schritte der laufenden Restrukturierung verkündet. Bei KTM AG würden nun im Zuge eines Effizienzprogramms »schwierige, aber notwendige Maßnahmen« für einen Neubeginn getroffen. Anders ausgedrückt: rund 500 der derzeit 3.794 Beschäftigten werden entlassen. Sie sollen »überwiegend in Angestellten-Bereichen und im mittleren Management« erfolgen.
»Dieser Stellenabbau ist eine schwierige, aber notwendige Entscheidung, um unsere Kosten zu senken, Strukturen zu verschlanken und das Unternehmen damit langfristig stabil aufzustellen« erklärt Bajaj Mobility-CEO Gottfried Neumeister, »wir reduzieren in allen Bereichen an Komplexität – zum Beispiel bei unserer Modellpalette, in der IT und auch in der Organisation unserer Abteilungen, insbesondere durch die Herausnahme einer Führungsebene.« Alle Maßnahmen würden mit Blick auf die konsequente Fokussierung auf das Segment Motorräder mit den drei Kernmarken KTM, GasGas und Husqvarna erfolgen.
Volle Konzentration auf motorisiertes Zweirad-Geschäft
Um sich auf dieses Geschäft zu konzentrieren, wurde Ende 2025 mit Felt Bicycles die letzte Fahrradmarke aus dem Portfolio verkauft. Außerdem wurde 2025 der Europa-Vertrieb der Marken CF Moto und Zeeho des langjährigen chinesischen KTM AG Joint-Venture-Produktions- und Vertriebspartners Zhejiang Chunfeng Power Co., Ltd. aufgegeben, der Mehrheitsanteil an der Motorrad-Marke MV Agusta sowie die Supersport-Wagenmarke X-Bow verkauft.
»Mit einem zukünftig verkleinerten Kernteam und deutlich geringeren Strukturkosten folgt die KTM AG damit ihrem Ziel der Simplifizierung und Fokussierung, um wieder zu einem der führenden Motorradhersteller der Welt zu werden«, heißt es dazu aus Österreich.
Letztendlich zum wiederholten Mal der Hinweis, dass die Fahrrad- und E-Bike-Marke KTM nicht zur Bajaj Mobility AG und deren Tochter KTM AG gehört, sondern zur eigenständigen unabhängigen KTM Fahrrad GmbH. Das Einzige, was beide verbindet, ist ihre Geschichte.
Text: Jo Beckendorff


