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Pon.Bike: Cannondale-Werk in Almelo fällt Mehrmarken-Strategie zum Opfer
Letzten Donnerstag (11. Juni) gab Pon.Bike - die Fahrrad-Tochter des niederländischen Auto- und Fahrrad-Multis Pon Holdings B.V. - offiziell bekannt, ihren dort beheimateten Ableger Cycling Sports Group Europe (alias CSG Europe) bis Ende 2017 zu schließen. Die Cannondale-Produktion soll in ihre anderen europäischen Werke verlagert werden. Dieser Entschluss basiert laut Unternehmensangaben auf einer umfassenden Analyse des Produktions-Netzwerks und steht »im Einklang mit der weiteren Umsetzung der internationalen Mehrmarken-Strategie von Pon.Bike«. 
Foto: Cannondale

Pon.Bike (Marken Cannondale, Cervélo, Focus, Gazelle, Kalkhoff, Santa Cruz, Urban Arrow, Veloretti etc.) hatte das Cannondale-Werk in Almelo im Zuge der Übernahme des Fahrrad-Geschäfts vom US-Mischkonzern Dorel Industries Inc. im Jahr 2021 mit übernommen. Da es ausschließlich auf die Cannondale-Produktion ausgelegt ist, kann es sich laut den Niederländern nicht an die weitere Entwicklung hin zu einem integrierten Mehrmarken-Produktions-Netzwerk anpassen.
Das Werk entspreche nicht dem 2025 gewählten integrierten Mehrmarken-Ansatz von Pon.Bike, bei dem Vertrieb, Marketing, Beschaffung, Produktion und Lieferkette enger zusammenarbeiten. Nur so könne man künftig auf dem hart umkämpften internationalen Fahrradmarkt effizient agieren. Somit werden Cannondale-Räder in der Zukunft in den drei modernen europäischen Fahrrad-Fabriken von Pon.Bike in Europa produziert.
Fokus auf Mehrmarken-Produktion im modernen Europa-Werkstrio
»Die Fabrik in Dieren (Niederlande) ist die Heimat von Gazelle und verfügt über die Kapazitäten, auch andere Marken und Modelle zu produzieren. Angetrieben vom Erfolg von Gazelle läuft die Fabrik auf Hochtouren. Die Fabrik in Emstek (Deutschland) ist die vielseitigste Mehrmarken-Produktionsstätte der Gruppe und stellt sowohl Komfort- als auch Performance-E-Bikes sowie (Renn-)Räder. Die Fabrik in Kėdainiai (Litauen) ist der neueste und skalierbarste Standort, der vollständig für die Produktion des gesamten Markenportfolios von Pon.Bike ausgerüstet ist. Zusammen bieten diese drei Standorte die Kapazität und die Einrichtungen, um das gesamte Produktionsvolumen von Pon.Bike auch bei steigender Nachfrage zu decken, einschließlich der Cannondale-Modelle für den europäischen Markt«, heißt es dazu in vorliegender Pon.Bike-Pressemitteilung.
Gerüstet für das neue Normal
Was den derzeitigen Fahrradmarkt betrifft, sprechen die Niederländer von sich »nach einer Phase starken Wachstums, gefolgt von einem starken Rückgang« normalisierenden Verhältnissen. Mittelfristig geht man davon aus, dass die Nachfrage vor allem dank E-Bikes weiterwachsen wird. Für diese Zeit werden nun schon einmal die Weichen gestellt.
Schrittweise Schließung
Die bis Ende 2027 geplante Schließung des Cannondale-Werks soll schrittweise erfolgen. Der Betriebsrat wurde rechtzeitig informiert. Der Anbieter wird die ausscheidenden Mitarbeiter in der Übergangsphase umfassend unterstützen. In diesem Zusammenhang verpflichtet sich Pon.Bike auch zur aktiven Zusammenarbeit mit regionalen Arbeitsmarkt-Organisationen und Arbeitgebern in der Region Almelo und Twente. Während Pon.Bike in seiner Pressemitteilung keine Mitarbeiterzahl angibt, nennen lokale Medien eine Zahl von 120.

Text: Jo Beckendorff

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