Walch und Mayr sind leidenschaftliche Mountainbiker. Da Walch durch einen Motorradunfall querschnittsgelähmt ist, liegt ihm viel daran, Freiheit auf drei Rädern zu erleben und auch anderen Menschen mit Behinderung mit seinen exklusiven High-Performance-Bikes diese Erfahrung zu ermöglichen. So entwickelten Walch und Mayr zwei ausgiebig getestete Outdoor-Gefährten für unterschiedliches Gelände und diverse Anwendungen: das Handbike Scout und das MTB Ranger.
Straße und Forstwege meistert das dreirädrige Handbike Scout im Alltag und beim Sport. Es gibt es in den Varianten Basic, Trail und Pro und ist im Heck, wo sich zwei Räder befinden, mit einem Adapter für den Rollstuhl ausgestattet, der lässt sich somit überall mit hinnehmen.
Scout wiegt, je nach modularem Aufbau und Ausstattung, 30-35 Kg (ohne Rollstuhl) und erklomm bei einem Test 16 Prozent Steigung. Das Handbike ist 2 m lang, 82 cm breit, hat eine Bodenfreiheit von 21 cm und einen sehr kleinen Wendekreis von 4 Metern. Es ist ergonomisch gestaltet und bietet maßgeschneiderten Komfort, denn diverse, modular aufgebaute Komponenten lassen sich individuell konfigurieren und einstellen.
Mit einer Nennleistung von 250 Watt mit Anfahrhilfe ist der Motor ausgestattet, stufenlos über Bluetooth einstellbar per Handy-App. Und mit einer Akkukapazität von 750 Wh (erweiterbar mit einem zweiten Akku) lässt sich eine Reichweite von 120 km auf flachem Gelände und etwa 80 km mit 1.000 Höhenmetern auf losem Untergrund zurücklegen. Die integrierten Hope-Bremsen sind, so Christina Walch-Kocher, ebenfalls Rollifahrerin und Frau von Simon Walch, „die besten am Markt“.
CNC-Teile aus Deutschland
Alle Rohre fürs Handbike werden von einem Fertigungspartner für CNC-Teile in Deutschland hergestellt. Ansonsten wird das handbetriebene Gefährt in Eigenproduktion von Reset selber in Graz entwickelt und gebaut. Die speziell ergonomisch geformten Alu-Griffe druckt Reset mit einem 3D-Drucker.
Das MTB Modell Ranger ist für eine sehr spezielle, kleine Zielgruppe – für den Downhill-Sport und beispielsweise Bikeparks. Walch verspürte nach seinem persönlichen Wendepunkt den Wunsch, „ohne Kompromisse und für jeden zugänglich … die Grenzen des Mountainbikens zu verschieben.“ Und das mit puristischem Design, zwei Rädern vorne und einem hinten. Durch einen einzigartigen Neige-Mechanismus entsteht eine maximale Fahrdynamik. Diese wird unterstützt durch die Einzelradaufhängung, 160 mm Federweg vorne und 210 mm hinten, einen Motor mit leistungsstarken 2,5 KW sowie eine Energie von 750 Wh (erweiterbar mit zweitem Akku). Der Ranger hat eine Länge von 2,08 m, eine Breite von 80 cm, ein Gewicht von 35 kg und wird auf Anfrage individuell hergestellt. Für die Fertigung der Rohre, die Entwicklung sowie die Eigenproduktion gilt das Gleiche wie beim Scout.
Newcomer seit letztem Jahr
Die Firma Reset ist seit etwa Mitte 2024 am Markt, war zum ersten Mal auf der Spezi und überhaupt auf einer Messe in Deutschland. Laut Christina Walch-Kocher war die Resonanz dort bereits „extremst positiv“. Auch ein Vertreter eines Sanitätshauses meldete Interesse an. Mayr kam kaum zum Testen anderer Räder, weil die Resonanz am eigenen Stand so groß war und die beiden Exponate ständig auf der Teststrecke unterwegs waren. Die Grazer sind offen für (Spezialrad-)Fachhändler im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus.
Text / Foto: Astrid Johann
