Das Verfahren wurde für ein spezifisches Fertigungsproblem bei der Rohloff AG entwickelt: Bei der Konstruktion hochkompakter Fahrradkomponenten ließ der begrenzte Bauraum keine konventionelle Dichtungslösung für ein Kugellager zu. Eine alternativ eingesetzte Flüssigdichtung zeigte zunächst unzureichende Haftung auf der metallischen Oberfläche. Das Fraunhofer IST löste das Problem mit dem COAD-Prozess (COntrolled ADhesion): Dabei wird die Metalloberfläche zunächst gezielt gereinigt und anschließend mit einer nanometerdünnen Funktionsschicht versehen, welche die Haftung von Dichtstoffen dauerhaft, reproduzierbar und ohne Lösungsmitteleinsatz verbessert.
Vom Labor in die Serienfertigung
Gemeinsam mit Tantec A/S wurde das Verfahren in eine industrielle Plasmaanlage integriert und bei der Rohloff AG in den Fertigungsablauf eingebunden. Die Technologie hat inzwischen auch über die Fahrradbranche hinaus Verbreitung gefunden: Tantec A/S hat den COAD-Prozess vom Fraunhofer IST lizenziert und vertreibt ihn weltweit unter der Marke VacuTEC+ – unter anderem für Anwendungen in der Mobilitäts-, Medizin- und Pharmatechnik.
Prof. Dr. Michael Thomas, Abteilungsleiter Zirkuläre Produkte und Prozesse am Fraunhofer IST, zog ein positives Fazit: „Die Finalplatzierung zeigt, welches Potenzial in der Technologie steckt und wie relevant der Transfer in die industrielle Anwendung ist.“
Das Fertigungsverfahren wird im folgenden Video nochmal vorgestellt:
https://www.youtube.com/watch?v=2EF-6cx5ExI


