Dass die starke heimische Währung SEK auch seine Schattenseiten hat, erfuhr nicht nur RVRC. Da der Großteil der Unternehmenseinnahmen in anderen Währungen (vor allem in EUR), erzielt wird, beeinflusste das auch Nettoumsatz und Margen. Gleichzeitig wirkte sich die schwächere USD jetzt (und wohl auch in den kommenden Verkaufsquartalen) positiv auf die Entwicklung der Warenbeschaffungs-Kosten aus.
Der Bruttogewinn des zweiten RVRC-Verkaufsquartals lag mit 506 Millionen SEK (47,8 Millionen Euro) im Vergleich mit 5,2 Prozent im Plus. Dieser Wert entspricht einer Bruttomarge von 69,8 Prozent (10-12/2024: 70,3 Prozent).
Das EBIT lag mit seinen 177 Millionen SEK (16,7 Millionen Euro) 12 Prozent über dem des vergleichbaren Vorjahres-Zeitraumes. Das bereinigte EBIT konnte um 11 Prozent auf 180 Millionen SEK (17,0 Millionen Euro) zulegen.
Was die Rentabilität betrifft, ist der Direktanbieter mit seiner bereinigten EBIT-Marge von 24,8 Prozent (10-12/2024: 23,6 Prozent) laut RVRC-CEO Paul Fischbein branchenführend: »Trotz eines weiterhin unsicheren und herausfordernden Marktumfelds gewinnen wir weiterhin Marktanteile hinzu und stärken unsere Marktposition.«
Gleichzeitig konnten Lagerbestände weiter abgebaut werden.
Größter RVRC-Markt: DACH-Region
Nach wie vor ist die DACH-Region der größte und wichtigste Markt des auch Bikewear anbietenden Outdoor-Bekleiders. Dort wuchsen die Verkäufe im Vergleich um 9 Prozent (in lokalen Währungen um 14 Prozent) auf 434 Millionen SEK (41,0 Millionen Euro).
Heißt auch, dass ein mehrheitlicher Anteil von 60 Prozent des RVRC-Umsatzes auf den deutschsprachigen Raum entfällt. Was den deutschen Markt betrifft, konnte der Umsatz in lokalen Währungen um 11 Prozent zulegen. Für Österreich und die Schweiz werden keine Zuwachszahlen ausgewiesen. Nur soviel: in beiden Ländern verzeichne man weiterhin eine gute Umsatzentwicklung – »wobei die Schweiz der Einzelmarkt mit dem höchsten Wachstum war«.
Auf die Verkaufsregion »Nordics« entfielen im zweiten Verkaufsquartal 22 Prozent des Gesamtumsatzes und auf die dritte und letzte Verkaufsregion »Rest der Welt« die restlichen 18 Prozent.
In den nordischen Ländern legte RVRC im Vergleich um 4 Prozent (in lokalen Währungen 6 Prozent) auf 157 Millionen SEK (14,8 Millionen Euro) zu. Im »Rest der Welt« lag der erzielte Umsatz von 135 Millionen SEK (12,8 Millionen Euro) mit einem Plus von 0,7 Prozent (6 Prozent in lokalen Währungen) quasi auf dem vergleichbaren Vorjahres-Zeitraum. Dazu Fischbein: »Ohne die USA wäre die Region `Rest der Welt´ um 10 Prozent in lokalen Währungen und 4 Prozent in SEK) gewachsen.«
Ausblick
Auch wenn die Marktsituation und die äußeren Bedingungen unsicher und schwer einzuschätzen sein, sehen sich die Schweden laut Paul Fischbein gut vorbereitet: »In den letzten Jahren war der Outdoor-Markt herausfordernd, dennoch haben wir unsere Position weiter gestärkt und sind unserer Einschätzung nach gut aufgestellt, um weitere Marktanteile zu gewinnen. Unser starkes Kundenangebot, branchenführende Margen und eine hohe Kundenzufriedenheit bilden eine solide Grundlage für die Fortsetzung unseres profitablen Wachstums, und wir verzeichnen auch in den ersten Januarwochen ein anhaltendes Umsatzwachstum.«
In diesem Zusammenhang auch der Hinweis, dass der Direktanbieter wie vom RadMarkt bereits berichtet zwei eigene Stores in Stockholm eröffnet hat. Die Eröffnung eines dritten in Haparanda nahe der Grenze zu Finnland wird im ersten Halbjahr 2026 folgen.
Anders ausgedrückt: Physische Geschäfte werden als strategische Ergänzung des bisherigen Direktvertriebs-Geschäfts gesehen. Somit rollt auch RVRC allmählich Richtung Omnichannel.
O-Ton Fischbein: »In Zukunft konzentrieren wir uns auf die Einrichtung einer Reihe von Geschäften an ausgewählten Standorten. Physische Geschäfte ergänzen unseren E-Commerce-Betrieb, indem sie die Marke stärken, die Kundenbeziehungen vertiefen und zu Umsatzsteigerungen beitragen, sowohl direkt in den Geschäften als auch indirekt durch höheren Online-Traffic und höhere Konversionsraten.«
Text: Jo Beckendorff


