Das Interesse an Fahrrädern wächst, dennoch gelingt es Shimano momentan nicht, das Umsatzplus in ein Gewinnplus umzumünzen. Die Japaner führen die schwächeren Ergebnisse auf hohe Lagerbestände in einigen Regionen und massive Währungseffekte zurück.
Fahrradsparte wächst moderat
Das Kerngeschäft mit Fahrradkomponenten legte im Vergleich zum 1. Halbjahr 2024 um 11,6 Prozent auf 181,4 Milliarden Yen (1,12 Milliarden Euro *) zu. Das operative Ergebnis sank jedoch um 2,9 Prozent auf 23,6 Milliarden Yen (146 Millionen Euro). Besonders erfolgreich waren die High-End-Mountainbike-Komponente XTR sowie die DEORE-Serie und das selbstschaltende Q’AUTO-System.
Shimano hatte es mit regional unterschiedlichen Marktentwicklungen zu tun: In Europa profitierte der Einzelhandel von günstigen Wetterbedingungen im Frühjahr, die Lagerbestände konnten abgebaut werden, liegen aber immer noch auf hohem Niveau. Nordamerika verzeichnet Shimano zufolge weiterhin schwache Einzelhandelsumsätze bei angemessenen Lagerbeständen. In Asien sowie Süd- und Mittelamerika sei die Nachfrage etwas träge, aber die Bestände auf gesundem Level. In China bringt der boomende Radsport Interesse an Bikes, die Anpassung der noch zu hohen Lagerbestände schreitet fort. In Japan schließlich gibt es bei passenden Beständen Kaufzurückhaltung aufgrund steigender Preise.
Shimanos Geschäft mit Angelgeräten wuchs um 3,1 Prozent auf 55,8 Milliarden Yen (344 Millionen Euro). Das operative Ergebnis sank jedoch um 32,4 Prozent auf 4,5 Milliarden Yen (28 Millionen Euro).
Der drastische Gewinnrückgang resultiert Shimano zufolge hauptsächlich aus Währungsverlusten von 21,7 Milliarden Yen (134 Millionen Euro). Im Vorjahreszeitraum hatte Shimano noch 13,1 Milliarden Yen (81 Millionen Euro) Währungsgewinne verbucht. Die Aufwertung asiatischer Währungen gegenüber dem schwächeren US-Dollar belastete das Ergebnis erheblich.
Prognose deutlich gesenkt
Mit diesen Ergebnissen hat Shimano seine Jahresprognose drastisch nach unten korrigiert: Der Umsatz soll nur noch auf 460 Milliarden Yen (2,84 Milliarden Euro) steigen, nicht wie ursprünglich geplant auf 470 Milliarden Yen. Beim erwarteten Nettogewinn geht Shimano jetzt vorsichtiger statt von 63,8 von 30,5 Milliarden Yen (189 Millionen Euro) aus, also etwa nur halb so viel, wie zuvor angenommen. Das würde einem Gewinnrückgang von 60 Prozent gegenüber 2024 entsprechen würde.
In die angepasste Prognose spielt hinein, dass Shimano mit weiterem Bestandsabbau im chinesischen Markt rechnet, steigende Produktionskosten erwartet und weitere Währungsverluste einkalkuliert.
Trotz der Gewinneinbußen erhöht Shimano die Zwischendividende um 15 Yen auf 169,50 Yen je Aktie. Die Gesamtdividende für 2025 soll 339 Yen betragen. Das Unternehmen strebt eine Gesamtausschüttungsquote von mindestens 50 Prozent an.
*Euro-Beträge basieren auf dem durchschnittlichen Wechselkurs von etwa 162 Yen pro Euro.



