Für einen Kilometer Solar-Radweg sieht das Konzept rund 9.000 m² aktive Energiefläche, eine elektrische Spitzenleistung von etwa 1,71 MWp sowie die zusätzliche Nutzung der entstehenden Wärme vor.
Die mit Solarmodulen bestückte Überdachung schützt vor Sonne und Niederschlag, kann dafür sorgen dass im Winter nicht geräumt werden muss, und ermöglicht eine integrierte, bedarfsgerechte Beleuchtung.
Die Investitionskosten pro Kilometer Solar-Radweg betragen etwa 4,76 Millionen Euro. In 40 Jahren betriebszeit können Einnahmen aus dem Verkauf von Strom und Wärme von mehr als 20 Millionen Euro pro Kilometer erzielt werden. Das Zahlenwerk haben Manfred Josef Hampel vom Institut für Nachhaltigkeit und Hannes Neupert vom ADFC Thüringen im Interreg Projekt CleanMobilEnergy (CME) entwickelt, im Dezember 2023 erstmals vorgestellt und im Rahmen des Thüringer Mobilitätsnetzwerkes weiter überarbeitet.
Ernst Brust, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Mikromobilität: »Der Solar-Radweg ist mehr als ein Radweg mit Photovoltaik. Hier können Mobilität, Energieerzeugung und Wetterschutz zu einer neuen Infrastruktur für Fahrräder, Pedelecs und Lastenräder verbunden werden. Entscheidend ist aber, dass Verkehrssicherheit und Wirtschaftlichkeit in der Praxis nachgewiesen werden.«
Als erster Schritt wird eine 400-Meter-Pilotstrecke in Bad Blankenburg vorgeschlagen. Dort ist ein Radweg bereits konkret geplant; zugleich könnten ein vorhandenes Fernwärmenetz und weitere Energieabnehmer die erzeugte Wärme nutzen. Die Pilotstrecke könnte unabhängig begleitet werden und Erfahrungen zu Energieertrag, Wirtschaftlichkeit, Winterbetrieb und Verkehrssicherheit liefern.