Geplant ist, dass das neue Werk in Coimbra im Jahr 2028 seinen Betrieb aufnehmen und die Produktionskapazität bis 2032 ausgebaut werden soll.
Einst als Teil der Sachs-Übernahme zur SRAM Group (Marken Avid, Hammerhead, Quarc, SRAM, Rockshox, Time Sport, Truvativ, Velocio, Zipp) gestoßenes Unternehmen, wurde die damalige Fahrrad-Kettenproduktion von Sramport – Transmissões Mecânicas 2011 um die Zipp-Laufrad-Montage sowie die Pedalproduktion der damals übernommen Marke Time Sport für den europäischen Markt erweitert (der RadMarkt berichtete ausführlich in seiner Ausgabe 12/2021). Diese Produktion bzw. Montage wird wie gehabt im aktuellen Coimbra-Werk weiterlaufen.
»Dies ist ein stolzer Moment für alle bei SRAM Portugal. Ein zweites Werk hier bestätigt, was unser Team über Jahrzehnte hinweg aufgebaut hat – und es bedeutet, dass europäische Radfahrer schneller mehr SRAM-Produkte erhalten, und zwar mit den gleichen Qualitätsstandards, die sie gewohnt sind. Wir sind bereit, dies zu erfüllen«, verspricht SRAM Portugal-Geschäftsführerin Isabel Gomes.
Marktnahe Europa-Produktion
Neu: die eigens errichtete 25.000 Quadratmeter große neue Anlage wird die gesamte Fertigungskapazität von SRAM Group »einschließlich Montage, Prüfung und umfassender Qualitätssicherung« nach Europa bringen. Somit wird auch das aus mehr als 7.500 Einzelteilen bestehende Produkt-Komponentenportfolio der US-Amerikaner künftig marktnäher zu wichtigen Partnern und Märkten produziert werden.
»Das Werk in Coimbra stellt einen wichtigen strategischen Schritt für SRAM dar«, versichert SRAM Group-CEO Ken Lousberg, »die Ausweitung unserer Produktionspräsenz in Europa ermöglicht es uns, enger mit unseren europäischen OEM- und AM-Partnern zusammenzuarbeiten, die Nachhaltigkeit zu verbessern und in unserem globalen Netzwerk schneller und widerstandsfähiger zu agieren.«
Die (allerdings nicht näher genannte) Investition wird voraussichtlich mehr als 500 hochqualifizierte Arbeitsplätze in den Bereichen Fertigung, Technik, Qualitätssicherung und Betrieb schaffen. Zum derzeitigen Zeitpunkt beschäftigt Sramport – Transmissões Mecânicas über 300 Mitarbeiter. Um die Personalentwicklung und das gesellschaftliche Engagement zu fördern, will SRAM Group eng mit lokalen Institutionen zusammenarbeiten.
Weitere Vorteile einer marktnahen Produktion
Durch die engere Ausrichtung der Produktion auf den wachsenden EU-Fahrradmarkt würde das Projekt die umfassendere Onshoring-Strategie von SRAM vorantreiben. Zudem senke man durch die Reduzierung der LangstreckenTransporte zwischen Taiwan und Europa nicht nur die logistischen Emissionen, sondern verkürze auch die Vorlaufzeiten, vereinfache die Abläufe für OEMs und verbessere die tägliche Zusammenarbeit mit Fahrrad-Herstellern.
»Die Einrichtung eines zweiten Werks mit vollständigem Produktportfolio stärkt die globale Produktions- und Lieferketten-Sicherheit, während das vertikal integrierte Design die schnelle Skalierung und Einführung neuer sowie bestehender Antriebs-, Brems- und Federungstechnologien unterstützt,« heißt es aus der Sram Group-Zentrale in Chicago.
Text: Jo Beckendorff



