Demnach sank der Marktumsatz im vergangenen Jahr auf 2,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von rund vier Prozent gegenüber 2024 mit 2,9 Milliarden Euro. Auch die Zahl der neu geleasten Fahrräder ging zurück: 2025 wurden etwa 720.000 Räder über Arbeitgeber geleast, rund 30.000 weniger als im Jahr zuvor. Die Studie basiert auf Daten von neun Leasinganbietern, die nach Angaben der Autoren rund 85 Prozent des Marktes abdecken, sowie auf einer Verbraucherbefragung.
Konjunktur und Rabatte bremsen Nachfrage
Als einen Grund für die Marktabkühlung nennen die Autoren das wirtschaftliche Umfeld. Verbraucher würden derzeit größere Anschaffungen eher zurückstellen. Gleichzeitig sorgen hohe Lagerbestände im Handel für Rabatte, die den Direktkauf attraktiver machen.
„Aufgrund des wirtschaftlichen Klimas zögern die Menschen, größere Investitionen in Konsumgüter wie konventionelle Fahrräder und E-Bikes zu tätigen. Dementsprechend haben die Händler nach wie vor volle Lager, was zu Rabatten führt und den Kauf eines hochwertigen Fahrrades auch ohne Dienstradleasing ermöglicht“, sagt Stefan Ludwig, Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte.
Großes Potenzial bei Arbeitgebern und Beschäftigten
Trotz der rückläufigen Neuabschlüsse wächst die strukturelle Basis des Dienstradleasings weiter. Die Zahl der Unternehmen, die ein entsprechendes Angebot bereitstellen, stieg 2025 um rund 20 Prozent auf 342.000 (2024: 287.000).
Damit haben inzwischen etwa 22,6 Millionen Erwerbstätige in Deutschland grundsätzlich Zugang zu Dienstradleasing. Tatsächlich genutzt wird das Angebot jedoch nur von rund 2,4 Millionen Beschäftigten.
Laut Studie zählen Vertragsbindung (38 Prozent) und ein möglicher Arbeitgeberwechsel (31,5 Prozent) zu den häufigsten Bedenken gegenüber Dienstradleasing. Als Vorteile nennen Befragte vor allem die Einbindung von Wartung und Service (38,1 Prozent) sowie den Wegfall hoher Einmalinvestitionen (37,7 Prozent).
Bedeutung für den Fachhandel
Für den Fahrradhandel bleibt das Leasingsegment wirtschaftlich relevant. Laut Studie entscheiden sich Leasingkunden überdurchschnittlich häufig für höherpreisige Modelle. Über Arbeitgeber geleaste E-Bikes kosten im Durchschnitt 3.700 Euro, konventionelle Fahrräder rund 2.660 Euro.
Zudem wird der Großteil der Räder weiterhin über den Fachhandel abgewickelt: 86 Prozent der geleasten Fahrräder stammen aus dem stationären Handel, während bei direkt gekauften Rädern der Anteil bei 69 Prozent liegt.
„Der Leasingmarkt pendelt sich nach dem rasanten Wachstum auf einem hohen und im internationalen Vergleich einmaligen Niveau ein. Die Branche bleibt auch unter Druck intakt. Fehlt es jedoch an sicherer Infrastruktur und fahrradfreundlichen Voraussetzungen am Arbeitsplatz, bleibt das ganze Potenzial des Dienstradleasings ungenutzt“, sagt Wasilis von Rauch, CEO von Zukunft Fahrrad.

