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Studie: Nicht-Abgasemissionen größte Feinstaubquelle im Straßenverkehr
Eine auf dem Weltverkehrsforum in Leipzig vorgestellte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Partikel durch Bremsen-, Reifen- und Straßenabrieb („Nicht-Abgasemissionen“, kurz NAEs) heute die Hauptquelle der Feinstaubbelastung durch den Straßenverkehr darstellen. Der Rückgang klassischer Abgasemissionen rückt damit bislang wenig beachtete Emissionsquellen in den Fokus.
Infografik zur Studie über Nicht-Abgas-Emissionen vom EIT Urban Mobility, Transport for London und Greater London Authority.

Die Untersuchung wurde von EIT Urban Mobility (eine Initiative des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie, kurz EIT), Transport for London und der Greater London Authority beauftragt und basiert auf Analysen aus London, die auf andere europäische Städte übertragbar sind. Demnach stammen in Städten wie London, Mailand und Barcelona bis zu 88 Prozent der PM10-Emissionen und 78 Prozent der PM2.5-Belastung durch Verkehr aus NAEs.

Bremsabrieb größter Emittent – Euro-7-Norm nur ein Zwischenschritt

Vor allem Bremsenabrieb ist für über 40 Prozent der luftgetragenen NAE-Partikel verantwortlich. Auch der Reifenabrieb ist relevant, gelangt aber in vielen Fällen über Straßenschmutz in Gewässer und Böden. Die kommende Euro-7-Norm setzt ab 2026 erstmals Grenzwerte für diese Emissionen, gilt aber zunächst nur für Neuwagen.

Die Studie empfiehlt stattdessen einen umfassenden Ansatz: Die Einführung verschleißfester Komponenten könne kurzfristig Wirkung zeigen, müsse jedoch mit Verhaltensänderungen kombiniert werden. Modellierungen zeigen, dass die Reduktion der Autonutzung deutlich wirksamer ist als eine reine Umstellung auf E-Mobilität. Wird sie mit Elektrifizierung kombiniert, steigen die Effekte weiter.

Handlungsempfehlungen für Städte und Politik

Die Autoren fordern als Maßnahmen unter anderen Tempo- und Gewichtsbegrenzungen (z. B. für SUV-Verkehr in Städten), Förderung von ÖPNV, Rad- und Fußverkehr, Nachrüstung bestehender Flotten mit verschleißarmen Brems- und Reifensystemen.

Yoann Le Petit, Thought Leadership Manager bei EIT Urban Mobility: „Nur ein Zusammenspiel aus Regulierung, Innovation und Verhaltensänderung wird diese Art der Umweltbelastung wirksam senken. Städte können hier echte Veränderung bewirken.“

Die vollständige Studie steht unter folgendem Link zum Download bereit:

http://www.eiturbanmobility.eu/knowledge-hub/non-exhaust-emission-study

 

 

 

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