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Taiwans Fahrradexporte schalteten 2025 sowohl in Menge und Wert herunter
Ein Blick auf die bereits veröffentlichten Geschäftsberichte der drei größten Fahrradproduzenten Taiwans (Giant Group, Merida, Ideal Bike) belegten, dass das abgelaufene Jahr 2025 für deren heimische Fahrradindustrie kein Zuckerschlecken war. Die seit der Post-Corona-Zeit vollen Lager, die Lieferketten-Problematik sowie die in den Absatzmärkten eingesetzte Nachfrage-Flaute sorgten für knapp gefüllte Auftragsbücher. Trotz aller Rückschläge schaut die Taiwan Bicycle Association (TBA), die soeben ihre Fahrrad-Statistik 2025 vorgelegt hat, positiv nach vorne.
Taiwan - im Bild der Tower 101 in der TCS-Heimat Taipeh - hält weiterhin die Fäden der internationalen Fahrrad- und E-Bike-Produktion in seinen Händen. Selbst wenn das Jahr 2025 nicht von großen Erfolgen geprägt war, schaut das »weltweite Fahrrad-Königreich« positiv nach vorne.Foto: Jo Beckendorff

Während die letztjährigen Fahrrad-Exporte aus Taiwan mit 691.197 Einheiten 23,9 Prozent unter dem des Vorjahres lagen, sank auch deren Wert im Vergleich um 27,8 Prozent auf 742,86 Millionen USD (641,0 Millionen Euro). Damit rutschte auch der erzielte Durchschnittswert im Vergleich um 5,1 Prozent auf 1.074,76 USD (927,39 Euro) herunter.
Ein Großteil der Taiwan-Fahrradexporte rollte nach Nordamerika (282.964 Einheiten – Anteil an den Gesamtexporten: 40,9 Prozent), gefolgt von Europa mit 262.526 Einheiten (Exportanteil: 38,0 Prozent) und Asien mit 61.927 Einheiten (Exportanteil: 8,96 Prozent).
In der Europa-Zahl enthalten: 26.917 nach Deutschland rollende Einheiten. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem harschen Rückgang von 46,0 Prozent! Deren Wert: 22,45 Millionen USD (19,37 Millionen Euro, minus 41,8 Prozent). Einziger Lichtblick: der Durchschnittswert eines aus Taiwan nach Deutschland kommenden Fahrrads konnte um 7,8 Prozent auf 834,22 USD (719,90 Euro) wachsen.
E-Bike-Exporte: Menge runter, Durchschnittswert rauf
Neben Fahrrädern exportierte Taiwan im letzten Jahr auch 335.750 E-Bikes. Verglichen mit dem Vorjahr ist das ein Minus von 7,7 Prozent. Während deren Wert leicht sank, konnte der E-Bike-Durchschnittswert um 7,7 Prozent auf 1.990,22 USD (1.717,48 Euro) wachsen.
Nach wie vor größter E-Bike Absatzmarkt: die EU mit 189.953 Einheiten (Durchschnittswert: 1.771,79 USD = 1.528,26 Euro).
In dieser (EU-)Exportzahl enthalten: 32.854 nach Deutschland rollende Einheiten (minus 5,9 Prozent).
Interessant, dass die europäischen E-Bike-Märkte 2025 kein einheitliches Bild liefern. So wuchsen zum Beispiel Taiwans E-Bike-Exporte Richtung Niederlande um 5,2 Prozent auf 120.834 Einheiten (RadMarkt-Anmerkung: wobei davon auszugehen ist, dass diese Menge nicht alleine dort verkauft wird, sondern aus den Häfen des Landes heraus auch hier und dort Richtung benachbarter Länder rollt). Die E-Bike-Exporte nach Frankreich wuchsen sogar um zweistellige 20 Prozent auf 9.332 Einheiten. Hier zeigt sich, dass unser Nachbar in Sachen E-Bike noch durchaus Nachholbedarf hat.
Dass Taiwans Fahrrad- und E-Bike-Exporte in die USA von neuen Handelszöllen ausgebremst wurden, ist mit Blick auf die von TBA- vorgelegten Zahlen auch deutlich zu sehen. Während die Fahrrad-Exporte im Vergleich zum Vorjahr um 15,4 Prozent auf 259.594 Einheiten sanken, mussten die E-Bike-Exporte einen Rückgang von ebenfalls zweistelligen 10,9 Prozent auf nunmehr 87.561 Einheiten schlucken.
Ausblick
Dass Taiwans Fahrradindustrie weiter positiv nach vorne schaut, liegt auch daran, dass dieses (O-Ton TBA) »weltweite Fahrrad-Königreich« weiterhin – und egal, wo produziert wird – die Fäden der internationalen Premium-Fahrradproduktion in ihren Händen hält. Was den internationalen Wettbewerb betrifft, mutiert die im Inland gehaltene Premium-Produktion von einer Mengen- Richtung Wert-Produktion.
Außerdem hat Taiwan seine Schlüsse daraus gezogen, dass der Markt nicht zu früheren Hochzeiten wie während der Corona-Pandemie zurückkehren wird. Heute geht es eher darum, neue Wettbewerbs-Fähigkeiten für die Zukunft aufzubauen und zumindest im internen Umfeld bestehende strukturelle Branchenprobleme – Stichwort Lieferkette etc.) aktiv anzugehen. Was das externe Umfeld betrifft (Handelszölle, Kriege etc. pp), lassen sich diese leider nicht selbst beeinflussen.
Wie auch immer: Ob das laufende Jahr 2026 schon Licht in den Tunnel bringt und eventuell ein Durchbruch gelingt, bleibt abzuwarten. Was sicher ist: Fahrrad- und E-Bike-Gefahren wird immer!

Text: Jo Beckendorff

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