Was den ersten Quartalsumsatz schönt, ist sowohl die zum Jahresende 2024 vollzogene Übernahme des australischen Handyhalterungs-Anbieters Quad Lock sowie der Anstieg durch Wechselkurs-Schwankungen.
Geographisch aufgeteilt entfielen 71 Prozent des Quartalsumsatzes auf Europe, 21 Prozent auf Nordamerika und 8 Prozent auf den Rest der Welt.
Organisches Umsatzwachstum nach Regionen
Das organische Umsatzwachstum in der Region von 6,9 Prozent auf alles in allem 1,89 Milliarden SEK (172,38 Millionen Euro) ist vor allem auf den guten Verkauf von Fahrrad-Produkten sowie Dachträgern und -boxen zurückzuführen.
Das organische Umsatzwachstum in der Region Nordamerika musste einen Rückgang von 11,2 Prozent auf nunmehr 555 Millionen SEK (50,61 Millionen Euro) schlucken.
Der organische Umsatz in der Region Rest der Welt verdaute ein Minus von 9,3 Prozent auf 215 Millionen Euro (19,61 Millionen Euro). Hier haben sich allerdings die Umsätze in Südamerika stabiler entwickelt als die in Asien.
Quartalsumsatz-Aufteilung nach Produktkategorien
Aufgeteilt nach den von Thule Group aufgeführten Produktkategorien entfielen 50 Prozent des Quartalsumsatzes auf »Sport & Cargo Carriers«, 20 Prozent auf »RV Products«, 18 Prozent auf »Mags & Mounts« sowie 12 Prozent auf »Active with Kids & Dogs«.
Höhere Kosten drücken Nettogewinn zweistellig runter
Die Bruttomarge für das erste Quartal stieg auf 44,8 Prozent (01-03/2024: 41,2 Prozent). Das Betriebsergebnis (EBIT) für das Quartal belief sich auf 401 Millionen SEK (36,57 Millionen Euro, minus 2,7 Prozent). Das entspricht einer Marge von 15,1 Prozent (01-03/2024: 17,0 Prozent). Dazu O-Ton im Geschäftsbericht: »In diesem Jahr werden mehr Produkte früher im Jahr eingeführt, was zu höheren Kosten im ersten Quartal führt.« Der Nettogewinn für das Quartal betrug 266 Millionen SEK (24,26 Millionen Euro, minus 11,3 Prozent).
Trotz eines schwierigen Marktes ist Thule Group laut CEO und -President Mattias Ankarberg bestens positioniert: »Wir sind Weltmarktführer in unseren wichtigsten Produktkategorien und verkaufen Premiumprodukte an Enthusiasten, die bereit sind, dafür zu zahlen. Wir verfügen über eigene Produktionsstätten in Europa und Nordamerika und über eine finanzielle Position, die es uns ermöglicht, langfristig zu investieren. Wir haben außerdem umfangreiche Erfahrungen im Umgang mit Schwankungen in unserem Geschäftsumfeld und werden mit Hilfe unserer qualifizierten Mitarbeiter auch weiterhin unser Geschäft an die Marktbedingungen anpassen.«
Weichenstellungen im schwächelnden Nordamerika-Geschäft
Um aber auch auf dem anspruchsvollen US-Markt die eigene Wettbewerbsfähigkeit steigern zu könne, habe man kürzlich eine Reihe von Veränderungen vorgenommen. So gibt es unter anderem eine neue Vertriebsorganisation mit einem speziell für Nordamerika zuständigen Managementteam.
Gleichzeitig wurde – Stichwort Effizienzmaßnahmen – das mit der Case Logic-Übernahme im Jahr 2007 einbezogene Büro geschlossen und die Mitarbeiter im Regionalbüro in Connecticut zusammengeführt.
Außerdem konzentriere man sich nun mit Investitionen auf wachsende Nischen, in denen Thule Group bereits eine starke Position hält.
So würden zum Beispiel speziell für den nordamerikanischen Markt entwickelte neue Fahrradträger angeboten, die nach ihrer Markteinführung sofort ausverkauft waren.
In diesem Zusammenhang würde auch wieder in Pick-ups – »eine Kategorie, in der wir seit mehreren Jahren keine neuen Produkte auf den Markt gebracht haben« – investiert. Schon in diesem Winter wird ein Premiumprodukt für den sicheren Transport von Ski, Surfboard, Dachzelten und anderer Ausrüstung folgen.
Beide Produktkategorien werden vor Ort in den USA hergestellt. Wie auch immer: wegen neu eingeführter Zölle in Nordamerika sind Kostensteigerungen trotz zwei eigener Fabriken in den USA unausweichlich.
Ausblick
Um weiter vorne mitzumischen, wird Thule Group gezielt in Bereiche investieren, die ihre Wettbewerbsfähigkeit steigert und einen Mehrwert schafft. Dazu gehört auch Effizienzsteigerung und Kapazitätsauslastung der eigenen Lieferkette.
Dazu noch einmal Ankarberg: »Wir erwarten, dass der Markt schwierig bleiben wird, insbesondere in Nordamerika. Wir stellen uns der Zukunft mit starken Marktpositionen, Anpassungsfähigkeit und langfristigen Investitionen. Ich freue mich darauf, die Reise zu einem größeren, profitableren Thule fortzusetzen – und auf die vielen neuen Produkte, die bereits im zweiten Quartal auf den Markt kommen werden!«
Text: Jo Beckendorff



