Letzten Freitag (24. Januar) kam es bei der sich seit 26. November 2024 im Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung befindenden motorisierten Pierer Mobility-Zweirad-Tochter KTM AG und deren Ableger KTM Components GmbH und KTM F&E GmbH im Landesgericht Ried im Innkreis zu einer Allgemeinen Prüfungstagsatzung. Bei der wurden die angemeldeten Forderungen der Gläubiger geprüft. Insgesamt sollen sich bis zu 5.400 Gläubiger auf der Liste befinden. Auch dabei: mehrere Banken. Die sollen auch gehörigen Druck auf Stefan Pierer ausgeübt haben.
Generationswechsel auf dem Chefsessel
So kam es dazu, dass Stefan Pierer letzte Woche – kurz vor der Allgemeinen Prüfungstagsatzung – seinen Rücktritt als CEO von Pierer Mobility AG und KTM AG verkündete. Damit nahm er wohlweislich Wind aus den Segeln seiner Kritiker. So ganz aus der Schusslinie hat sich der 68-jährigen Veteran allerdings nicht genommen: als Co-CEO will er die Sanierung seines Unternehmens begleiten.
Neuer CEO sowohl der PMAG als auch der KTM AG ist der erst am 1. September 2024 zum Co-CEO ernannte Gottfried Neumeister. Mit dem 47-Jährigen an der Spitze wurde auch ein Generationswechsel vollzogen.
Investorenangebote liegen vor und werden geprüft
Gleichzeitig gab die Pierer Mobility AG bekannt, dass ihr im Rahmen des von der Citigroup Global Markets Europe AG strukturierten Investorenprozesses mehrere Angebote von Investoren vorliegen. Mit diesen Angeboten hätten Investoren erklärt, der Pierer-Gruppe finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. »Die finanziellen Mittel sollen dabei entweder der Pierer Mobility AG zur Weiterreichung an Tochtergesellschaften, insbesondere an die KTM AG, zur Verfügung gestellt werden oder direkt der KTM AG bzw. ihrer Tochtergesellschaften zufließen«, heißt es dazu in einer Pressemeldung.
Mit den angebotenen finanziellen Mitteln könne die Quote aus den Sanierungsplänen der KTM AG und deren insolventer Tochterunternehmen KTM Components GmbH und KTM F&E GmbH) zumindest im gesetzlichen Ausmaß von 30 Prozent finanziert werden.
O-Ton aus der Unternehmenszentrale: »Die Gesellschaft wird mit den Investoren, die Angebote eingereicht haben, Gespräche aufnehmen, um die detaillierte Ausgestaltung der Investitionen zu definieren.«
Text: Jo Beckendorff




