Der Nettoumsatz des ersten Quartals musste im Vergleich zu 04-06/2025 einen währungsbereinigten Rückgang von 18 Prozent auf 29,3 Millionen SEK (2,66 Millionen Euro) verdauen. Das EBITDA belief sich auf minus 2,21 Millionen SEK (0,2 Millionen Euro). Zum Vergleich: in 04-06/2025 war es noch bei 1,00 Millionen SEK (0,09 Millionen Euro). So lag das operative EBIT ebenfalls mit 3,64 Millionen SEK (0,33 Millionen Euro – 04-06/2025: 52,0 Millionen SEK = 4,72 Millionen Euro) im Minus. Das Ergebnis vor Steuern sank auf minus 4,02 Millionen SEK (0,36 Millionen Euro – 04-06/2025: Minus 2,81 Millionen SEK = 0,26 Millionen Euro). Der Nettoverlust belief sich auf 3,63 Millionen SEK (0,32 Millionen Euro) gegenüber 2,8 Millionen SEK (0,25 Millionen Euro) im vergleichbaren Vorjahres-Zeitraum.
Void Lagerbestands-Verkauf schönte erstes Vorjahres-Quartalergebnis
Der Vergleich zum Vorjahr wurde dadurch beeinflusst, dass das erste Quartal 2025/2026 einen Einmaleffekt in Höhe von 4,6 Millionen SEK (0,42 Millionen Euro) aus der Veräußerung des Void Cycling-Lagerbestands an die neue Void-Mutter WeSports Scandinavia AB (alias WeSports Group) enthielt. So konnte der damalige erste (währungsbereinigte) Quartalsumsatz im Vergleich um starke 37 Prozent zulegen.
Der ebenfalls in Schweden beheimatete Sport-, Outdoor- und Bike-Anbieter hatte Void Cycling Mitte 2025 übernommen. Ohne den Lagerbestands-Verkauf wäre das Quartal schwächer ausgefallen.
Erste Quartalshürden im laufenden Geschäftsjahr 2026/2027
Drei Bereiche hätten die erste Quartalsentwicklung 2026/2027 besonders negativ beeinflusst: da sei zum einen »die Umstellung des Unternehmens von größeren Geschäften mit Distribuenten hin zu einem höheren Anteil an Verkäufen über Einzelhändler«. Das habe länger gedauert als erwartet.
Zweitens habe der Ausverkauf älterer rabattierter Giant-Loop-Sortimente das Ergebnis im Vorjahres-Zeitraum beeinflusst. Im laufenden Geschäftsjahr habe man jetzt gezielt »Maßnahmen zum Markenaufbau und eine diszipliniertere Preisgestaltung gegenüber Rabattverkäufen priorisiert. Dies führt kurzfristig zu einem geringeren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr, stärkt jedoch unsere langfristige Positionierung und trägt dazu bei, die Margen zu sichern«.
Last but not least hätten die Veränderungen in den Logistikabläufen und im Geschäftsmodell (vom Distributor zur eigenen Abwicklung sowie von Schweden zu Drittlager in den USA im E-Commerce) weitere Anpassungen der Geschäftssysteme und Prozesse erforderlich gemacht. Auch dabei: Die Investition in einen neuen Lagerstandort als wichtigen Bestandteil der laufenden Umstrukturierung. Die habe zu einer höheren Kapitalbindung geführt.
…und das sagt der Konzernchef
Laut USWE Sports-CEO und Konzernchef Jacob Westerberg (RadMarkt-Anmerkung: Zum USWE-Konzern gehört neben USWE Sports AB auch der 2022 übernommene US-Anbieter Giant Loop LLC) hat sich die strategische Umstellung vom Vertrieb über Händler hin zu einem höheren Anteil an Direktverkäufen an Wiederverkäufer im ersten Quartal weiterhin negativ auf den Nettoumsatz ausgewirkt. Dieser Effekt sei bereits im vierten Quartal des vorherigen Geschäftsjahres 2025/2026 zu verzeichnen gewesen – sei dann aber im ersten Quartal 2026/2027 stärker als erwartet ausgefallen: »Wir gehen davon aus, dass die Umstellung auch im laufenden Quartal gewisse Auswirkungen haben wird. Gleichzeitig stellt die strategische Veränderung des Vertriebskanal-Mixes eine wichtige Investition in das zukünftige Wachstum von USWE dar. Sie verschafft uns eine stärkere Marktpräsenz, festere Kundenbeziehungen und verbesserte Voraussetzungen für langfristige Rentabilität.«
Ausblick
Zum aktuellen Zeitpunkt liegt der Fokus des börsennotierten Anbieters darauf, »die Kapitalbindung im Unternehmen zu reduzieren, indem wir die Umschlagshäufigkeit erhöhen und sicherstellen, dass die richtigen Produkte am richtigen Ort im Verhältnis zur Nachfrage verfügbar sind. Dies ist besonders wichtig in einem Geschäftsmodell, in dem ein größerer Teil des Umsatzes über Wiederverkäufer und den E-Commerce erzielt wird und in dem die Verfügbarkeit gegen eine effiziente Nutzung des Betriebskapitals abgewogen werden muss. Parallel dazu arbeiten wir strukturiert daran, die Durchlaufzeiten bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu verkürzen und eine weiterhin gute Zahlungsdisziplin sicherzustellen. Zusammen mit Kostenkontrolle und selektiven Investitionen schafft dies bessere Voraussetzungen für einen gestärkten Cashflow und eine effizientere Kapitalnutzung in der Zukunft«.
Dabei bleibt die langfristige Ausrichtung unverändert. USWE und Giant Loop seien starke Nischenmarken mit klaren Produktvorteilen, hohem Innovationsgrad und einem globalen Markt.
Text: Jo Beckendorff


