Bei »Airbag« handelt es sich nicht um ein externes Zusatz- oder Unterzieh-System, sondern um einen vollständig integrierten renntauglichen Airbag-Skinsuit. Den haben die Franzosen eigenen Angaben zufolge in Zusammenarbeit mit dem in Annecy beheimateten Airbag-Technologie-Spezialisten In&motion SAS für den Straßen-Radsport entwickelt – »und damit einen bedeutenden Fortschritt in der Entwicklung der Sicherheit der Fahrer und Fahrerinnen auf höchstem sportlichem Niveau« vorangetrieben.
Der von Grund auf um integrierte Airbag-Technologie herum entwickelte »Airbag« wurde darauf ausgelegt, Fahrer und Fahrerinnen in wichtigen Aufprallzonen zu schützen. Gleichzeitig soll er aber auch die Leistungsanforderungen des Spitzensports erfüllen.
Weiter gedachter Umfall-Schutz
Dazu heißt es aus der Decathlon-Zentrale im nordfranzösischen Villeneuve-d’Ascq: »Da die Geschwindigkeiten im Profi-Peloton weiter steigen, lässt sich die Kluft zwischen Leistung und Schutz nicht länger ignorieren. Sturzhäufigkeit und schwere Verletzungen sind auf WorldTour-Ebene nach wie vor ein ständiges Problem: Rund 20 Prozent der Fahrer und Fahrerinnen erleiden jede Saison Knochenbrüche. In den letzten sechs Jahren wurden im Profi-Radsport mehr als 1.300 Knochenbrüche verzeichnet, wobei die Verletzungsraten von Jahr zu Jahr weiter steigen. Vor diesem Hintergrund spiegelt das Projekt `Airbag´ das Bestreben von Van Rysel wider, den nächsten Standard im Radsport-Schutz voranzutreiben.«
Erster Einsatz im Profi-Sport – später auch für Endverbraucher
Die aktuelle »Airbag«-Version ist bereits voll funktionsfähig. Zum aktuellen Zeitpunkt befindet sie sich in der abschließenden Validierungsphase mit Profi-Radfahrern der Teams Decathlon CMA CGM und Van Rysel Roubaix. Danach soll sie so schnell wie möglich bei (Profi-)Rennen zum Einsatz kommen. Decathlon plant aber schon darüber hinaus: innerhalb der nächsten zwei Jahre soll die nun vorgestellte Airbag-Technologie auch für Endkunden verfügbar sein.
In seiner vollständigen Konfiguration hat der Anzug (einschließlich des rund 500 Gramm schweren Airbag-Systems) ein Zielgewicht von etwa 700 Gramm. Im Vergleich zu den üblicherweise in der MotoGP verwendeten (und auch vom Decathlon-Partner In&motion angebotenen) Airbag-Systemen dar stellt das eine erhebliche Gewichtsreduzierung dar. Dort wiegen schon alleine die Airbag-Komponente etwa 1 Kilogramm. RadMarkt-Hinweis: MotoGP ist die höchste Rennklasse der Motorrad-Weltmeisterschaft.
Laut Van Rysel-Produktmanagerin Jocelyn Bar kann – was vor 20 Jahren der Fahrrad-Helm war – schon heute der Fahrrad-Airbag sein: »Jetzt blicken wir über den Kopf hinaus – wir müssen so viel wie möglich vom Körper schützen.«
Aufprallerkennungs-Algorithmen
Das jetzt vorgestellte Airbag-System basiert auf Algorithmen zur Aufprallerkennung, die anhand von Daten aus mehr als 450 Millionen Kilometern trainiert wurden. Um zwischen normalen Rennbedingungen und einem echten Unfallszenario zu unterscheiden, analysiert es die Fahrdynamik bis zu 1.000 Mal pro Sekunde.
»Die Stärke unserer Technologie liegt in der Menge und Qualität der Daten, die wir im Laufe der Jahre gesammelt haben – Hunderte Millionen Kilometer, die in hochintensiven Umgebungen wie der MotoGP und bei Skirennen erfasst wurden«, erklärt In&motion-CEO Rémi Thomas, »dieser Datensatz speist Algorithmen für maschinelles Lernen, die in der Lage sind, die Fahrdynamik in Echtzeit zu analysieren. Mit `Airbag´ bringen wir diese datengestützte Intelligenz erstmals in den Radsport ein und ermöglichen so eine ultraschnelle, äußerst zuverlässige Sturzerkennung, die auf die einzigartige Dynamik des Straßen-Rennsports zugeschnitten ist.«
Mehr Informationen über die Markenseite https://www.vanrysel.com/de-DE.
Text: Jo Beckendorff


