VDZ kommentiert Branchensituation
Der VDZ kommentiert die aktuelle Lage der Fahrradbranche aus der Sicht des Handels. Nachstehend der Wortlaut aus dem letzten Newsletter Zweirad:
Bilanz 2021 des VDZ: Gesamteindruck stark, Fragezeichen zu 2022.
Foto: VDZ

„Dank des guten und trockenen Maiwetters kommt der Fahrradhändler im Durchschnitt aktuell auf die Vorjahresumsätze, was im Vergleich zu anderen Bereichen des Einzelhandels durchaus zufriedenstellend zu bewerten ist. Dennoch gibt es Warengruppen, die aktuell nicht mehr beschaffbar sind, wie beispielsweise Kinder und Jungendräder der Preisklassen um und unter 500 Euro. Wer sich immer noch als Händler für die gesamte Familie am Markt sieht, steht im Moment oft vor enttäuschten Eltern und deren Sprösslingen.

Trotz der zurzeit zufriedenstellenden Umsätze werden durch die weiterhin hohen Lagerbestände in allen Handelsstufen auch weiterhin hohe Rabatte, häufig auch unter dem Einstandspreis, angeboten. Dadurch werden zwar die Lager geleert und eine gewisse Liquidität wieder erlangt, aber kaum Gewinne erwirtschaftet, welche aber für Investitionen und Nachordern bei der Industrie nötig sind.

Dazu kommen noch vieler Ortens massiv gestiegene Lohn- und Energiekosten, erstere vor allem durch in der Pandemie eiligst in die Fahrradbranche aufgesprungene Seiteneinsteiger, wie zum Beispiel häufig Autohändler, die dann durch teilweise abstrus hohe Gehaltsangebote dem etablierten Fahrradhandel die Mitarbeiter abgeworben haben. Auch wenn diese Seiteneinsteiger in der Regel wieder das Feld geräumt haben, sind die stark erhöhten Löhne weiterhin existent und können maximal eingefroren werden. Ein Weg zurück ist in der Praxis aber nicht möglich, außer durch Kündigungen.

Ein „Weiter so“ oder „Wie vor der Pandemie“ wird es nicht wieder und nicht mehr geben, vor allem die Industrie ist aufgefordert, ihre Hausarbeiten zu machen, um flexibler, zuverlässiger und partnerschaftlicher zu reagieren, als dies in den letzten Jahren der Fall war, den wir alle müssen Geld verdienen und nicht nur Umsätze machen! Das können wir alle gemeinsam nicht mit einer Liefer- und Modellpolitik und dem Denken wie 1985, wie es leider noch sehr oft in der Fahrradindustrie vorhanden ist! Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit!“

 

 

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